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Kindle-Familie offenbar vor größerem Umbruch

Nach längerer Zeit ohne große Veränderungen scheint Amazon seine Kindle-Modellfamilie jetzt offenbar einer grundlegenden Überarbeitung zu unterziehen. Der Top-Seller aus dem E-Reading-Portfolio von Amazon steht wohl vor einer Überarbeitung – und der Einstiegs-Kindle wird offenbar ganz eingestampft. Es wäre ein konsequenter Schritt.

In den letzten zwei Jahren hat Amazon nur einen einzigen neuen eBook Reader in den Handel gebracht, nämlich den Kindle Oasis 2. Und der im letzten Herbst vorgestellte Sieben-Zoller weiß zwar mit einer schicken Optik und erstklassigen Leistungsmerkmalen von Hörbücher-Unterstützung bis Wasserdichtheit zu gefallen, spricht mit einem Einstiegspreis von 230 Euro aber nur einen kleinen Teil der interessierten Digital-Leser an.

Kindle Paperwhite 3: “Neueres Produkt verfügbar”

Kindle Paperwhite 3 Artikelseite mit Verweis auf neueres Produkt (ganz unten)

Das Brot-und-Butter-Lesegerät von Amazon, der Kindle Paperwhite 3, feiert in diesem Monat hingegen bereits dritten Geburtstag. Und obwohl sich eBook Reader seither nicht wesentlich weiterentwickelt haben – das einzige größere Neuerung war der inzwischen bei allen Herstellern außer Amazon in den höherpreisigeren Lesegeräten obligatorische Blaulichtfilter -, ist das doch schon eine sehr lange Zeit. Dachte sich wohl auch Amazon – und hat bereits ein Nachfolgemodell in Position gebracht.

Wenn der Online-Händler ein neueres Modell des gleichen Produkts in seinem Sortiment hat, wird das üblicherweise auf der alten Artikelseite mit einer kleinen Infobox kenntlich gemacht. Eine solche Infobox erschien vergangene Woche auf der Amazon.com Produktseite des aktuellen Kindle Paperwhite 3, wie das Fachblog The eBook Reader entdeckte. Das verknüpfte “neuere Produkt” hat ebenfalls ein Kindle-Artikelbild, ist daneben allerdings eine praktisch leere Testseite. Nach wenigen Stunden entfernte Amazon diese fehlgeleitete Verknüpfung wieder. Die Vermutung liegt nahe, dass hier händlerintern etwas zu früh eine Umstellungs-Taste gedrückt wurde.

Zeitenwende: Letzter unbeleuchteter Kindle wird eingemottet

Ganz bewusst hingegen hat Amazon.com eine weitere Änderung auf seiner Homepage vorgenommen, die keine gute Nachricht ist für Verfechter unbeleuchteter Lesegeräte. Denn sowohl auf der Kindle-Hauptseite als auch im über jeder Kindle-Artikelseite angezeigten “Modell-Slider” ist der zuletzt Mitte 2016 aktualisierte Einstiegs-Kindle komplett entfernt worden, ebenso aus allen Vergleichstabellen. Bei einer direkten Suche ist der Kindle auf Amazon.com zwar noch gelistet und auch sofort verfügbar. Seine baldige Einstellung ist aber offensichtlich beschlossene Sache.

Aktueller Kindle-Slider auf Amazon.com: Da fehlt doch einer…?

Beim Blick auf das Kindle-Portfolio und insbesondere auf die gesamte E-Reading-Entwicklung ist dieser Schritt fast schon überfällig. In Zeiten, wo nahezu jeder Lesefreund ohnehin mehrere kompatible Lesegeräte sein Eigen nennt (PC/Notebook, Smartphone, dazu häufig noch Tablets), ist der dedizierte eBook Reader zu einem – günstigen – Luxus-Artikel geworden. Der für seine Daseinsberechtigung aber natürlich mit einem gegenüber LCD-Geräten entsprechend besserem Lesekomfort punkten muss.

Der Einstiegs-Kindle mit seinem unbeleuchteten, niedrig auflösenden und kontrastschwachen E-Ink-Pearl-Panel konnte dieser Anforderung kaum gerecht werden. Im Verbund mit der vor allem im Rahmen von ständigen Promotionen nur geringen Preisdifferenz zum viel besseren ausgestatteten Kindle Paperwhite 3 ist es nur konsequent von Amazon, seinen letzten unbeleuchteten Kindle in den verdienten Ruhestand zu schicken.

Kindle Paperwhite 4: Eher kein technologisches Highlight

Kindle Paperwhite 3

Bleibt die spannende Frage, was wir von einem Kindle Paperwhite 4 erwarten können. Beim Blick auf die – verbliebene – Kindle-Modellpalette sind eigentlich keine allzu großen technischen Sprünge zu erwarten. Mit Streichung des Kindle wird der Kindle Paperwhite zum neuen Einstiegs-Lesegerät von Amazon und entsprechend kaum eine bessere Ausstattung erhalten als die deutlich teureren und stylisch-funktionaleren (dünner, plane Oberfläche, seitliche Blättertasten) Modellgeschwister Voyage und Oasis 2.

Ein Blaulichtfilter im Kindle Paperwhite 4 wäre vor diesem Hintergrund – obgleich mit Blick auf Kobo/Tolino & Co. eigentlich überfällig – hier aus unserer Sicht bereits eine Überraschung. Deutlich wahrscheinlicher hingegen ist etwa ein integriertes Bluetooth-Modul nebst deutlich mehr Speicherplatz (aktuell 4 Gbyte, künftig wohl mindestens 8 Gbyte) und Audible-Unterstützung analog zum Kindle Oasis 2, nicht zuletzt weil Amazon sich damit einen zusätzlichen Erlöskanal erschließt. Auch die Wasserdichtheit des Kindle Oasis 2 werden wir sicher bald auch in “kleineren” Kindle-Modellen sehen.

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Kommentare


Schönen – Lentzen 5. Juni 2018 um 17:40

Ich habe kürzlich einen Kindle Paperwhite gekauft. Vorher hatte ich einen Kindle Voyage, der aber leider nach 3 Jahren nicht mehr aufgeladen werden konnte. Ich bin zufrieden mit dem neuen Gerät,
aber ich vermisse die sehr bequemen seitlichen Blättertasten.

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John 5. Juni 2018 um 21:31

Der Einstiegs-Kindle ist (wieder/noch?) auf der Startseite und auch im Gerätevergleich zu sehen.

Und der Oasis 2017 hat immer noch nicht die angeblich angekündigten neuen Original-Cover von Amazon erhalten.

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Linda 5. Juni 2018 um 22:34

Ich habe die Werbung von reMarkable gesehen. Ein E-reader auf dem man auch handschriftliche Notizen machen kann.
Leider wird das Kindle Format nicht unterstützt, sonst hätte ich mir diesen Reader angeschafft.
Ich würde mir wünschen, dass der zukünftige Kindle auch eine Eingabefunktion bekommt für handschriftliche Notizen und Zeichnugen. DAS wären dann mal bahnbrechende Neuigkeiten im Gegensatz zu größerer Speicher, Blaulichtfilter…… Da lohn sich doch keine Neuanschaffung.

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Pesche 8. Juni 2018 um 18:47

Auf den guten alten Sony Geräten (z.B. PRS-T1) gab es die Möglichkeit zur handschriftlichen Notiz schon vor zig Jahren. Von daher wäre es keine Neuigkeit, allenfalls ein Comeback – und hoffentlich etwas ausgefeilter als damals.
Gerade für Notizen ziehe ich inzwischen aber ein Tablet mit Stift vor (z.B. das Yoga Book eignet sich hervorragend zum Annotieren von Sachbüchern). E-Reader nutze ich "nur" noch vor Unterhaltungsliteratur.

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Maik 23. Juli 2018 um 09:27

Der Voyage läuft wohl aus :-(

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