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Neues Buch von Joachim Gauck: Pädoyer für Toleranz

Toleranz spielt in der heutigen Gesellschaft eine wichtige Rolle. Verschiedene Lebensentwürfe, Religionen und Kulturen leben auf engstem Raum. Immer wieder kommt es hier zu Konflikten und Intoleranz gegenüber scheinbar Andersartigem. In der Vergangenheit kam es vermehrt zu hitzigen Debatten darüber, inwieweit man sich den neuen Gegebenheiten anpassen muss. Mit dieser Frage beschäftigt sich auch der ehemalige Bundespräsident Joachim Gauck in seinem neuen Buch "Toleranz: einfach schwer“.

Joachim Gauck, der von 2012 bis 2017 Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland war, galt schon lange vor seinem Amt als lautstarker Fürsprecher demokratischer Werte, der sich nicht davor scheute, seine Meinung kundzutun. Geboren 1940 und aufgewachsen in der DDR, arbeitete er viele Jahre als Pastor in Mecklenburg, bevor er sich vermehrt der Politik widmete, zuerst im Widerstand gegen die SED-Diktatur und nach der Wiedervereinigung Deutschlands als Abgeordneter für das Bündnis 90 und als Bundesbeauftragter für Stasi-Unterlagen. Bereits in seinen vorangegangenen Werken plädiert er unter anderem für den Wert der Freiheit. Dieses Mal setzt er sich für mehr Toleranz ein – und zwar als bewusste Handlung.

Toleranz als bewusste Entscheidung gegen Intoleranz

"Toleranz: einfach schwer" von Joachim Gauck

Gauck zufolge ist Toleranz eine bewusste Entscheidung gegen Intoleranz. So sollte man dieser nicht mit Gleichgültigkeit begegnen, sondern sich diesen "Verächtern der Toleranz“ bewusst entgegen stellen.

Toleranz ist ein wichtiger Wert zur Erhaltung der Demokratie. Nur mit ihr können die unterschiedlichsten Menschen friedlich und respektvoll zusammenleben. In der Gesellschaft vertreten die Menschen unweigerlich verschiedene Ansichten. Dabei ist es wichtig, sich auf Augenhöhe zu begegnen und gemeinsam ins Gespräch zu kommen. Und gerade heutzutage gibt es vielfältige Themen zu diskutieren. Nicht nur die Migrationspolitik, sondern auch die anstehende Klimakrise und fortschreitende Digitalisierung bieten viel Konfliktpotential.

Statt sich dieser Probleme anzunehmen, begegnen viele Menschen diesen Themen mit Intoleranz und wenden sich aus Enttäuschung von altbewährten Institutionen und Parteien ab. Damit bestärken sie jedoch populistische Parteien und gefährden demokratische Strukturen, denen Toleranz zugrunde liegt. Die Fehler sollte man allerdings nicht nur bei anderen suchen, sondern auch bei sich selbst. Nur wer sich seiner eigenen Identität bewusst ist, so Gauck, und sich seiner Standpunkte sicher ist, kann diese auch in einer Diskussion vertreten.

Dazu sollte sich jeder selbst fragen, wie tolerant er sein kann und wo die Grenzen seiner Toleranz liegen. Was muss die Gesellschaft erdulden und welche Regeln müssen gelten, damit ein Zusammenleben funktioniert? Wie viel Kritik kann der Einzelne aushalten?

Für den Erhalt demokratischer Werte

Joachim Gauck plädiert für den Erhalt demokratischer Werte

All diese Faktoren beleuchtet Joachim Gauck in seinem neuen Buch, in dem er sich für die Erhaltung der Toleranz und somit der Demokratie einsetzt. Der leidenschaftliche Demokrat plädiert für demokratische Werte wie "Würde, Unversehrtheit, Freiheit und Recht“ und appelliert an das Verantwortungsbewusstsein der Menschen, sich für den Erhalt dieser Werte einzusetzen.

Bereits für seine Autobiografie „Winter im Sommer, Frühling im Herbst“ arbeitete er mit der ehemaligen "Zeit"-Korrespondentin Helga Hirsch zusammen. Für sein neues Buch kam eine erneute Kooperation zustande. "Toleranz: einfach schwer“ erscheint am 18.06.2019 im Herder-Verlag sowohl als Printausgabe als auch als eBook. Vorbestellen kann man das Buch bereits jetzt auf der Verlagsseite.

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