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Zahl der eBook-Käufer wächst rapide

Um fast 50 Prozent ist die Zahl der eBook-Käufer in Deutschland innerhalb der letzten drei Jahre gestiegen, vermeldet das Statistische Bundesamt. Auch der Börsenverein des deutschen Buchhandels sieht eBooks hierzulande nach langer Stagnation im Aufwind. Sorgenkind bleibt das gedruckte Buch.

1,6 Millionen Haushalte kauften im Jahr 2017 eBooks, teilte das Statistische Bundesamt am heutige Dienstag auf Basis einer eigenen Auswertung mit. Im Jahr 2014 waren es noch 1,1 Millionen Haushalte gewesen – ein Plus von 500.000 Haushalten beziehungsweise fast 50 Prozent. Weil die Zahl der buchkaufenden Haushalte in den letzten Jahren kontinuierlich abgenommen hat – 2007 waren es noch 23,4 Millionen Haushalte, im Jahr 2017 nur noch 20,2 Millionen Haushalte -, stieg der eBook-Anteil sogar um mehr als 50 Prozent, nämlich von 5 Prozent auf 8 Prozent.

+19% innerhalb eines Jahres

Starkes Wachstum bei Umsatz und Absatz

Die Untersuchung der Behörde decken sich mit den Zahlen den GfK-Zahlen, die der Börsenverband vierteljährlich publiziert. So vermeldete der Lobbyverband für die ersten neun Monate 2018 24,4 Millionen verkaufte eBooks, ein Plus von satten 19 Prozent zum Vorjahreszeitraum. Weil die Durchschnittspreise im gleichen Zeitraum weiter leicht zurückgingen, nämlich von 6,29 Euro auf 6,07 Euro pro eBook, wuchs der Umsatz “nur” um 15 Prozent auf 148,3 Millionen Euro.

Das gedruckte Buch verliert hingegen weiter an Bedeutung. Gemäß dem Statistischen Bundesamt kauften im Jahr 2017 noch 54 Prozent der deutschen Haushalte Bücher. Zehn Jahre zuvor waren es noch ganze 65 Prozent. Eine solche Eruption des Mediennutzungsverhaltens, die bereits GfK und Börsenverein Anfang des Jahres in einer viel beachteten Studie konstatierten (7 Gründe, warum sich Leser von Büchern abwenden) können gleichwohl auch die wachsenden E-Reading-Zahlen nicht ausgleichen.

Marktzahlen ziehen mit Realität gleich

Offen bleibt, warum die Umsatz- und Absatz-Zahlen digitaler Bücher in Deutschland nach längerer Stagnation in den letzten Jahren wieder deutlich angezogen haben. Bahnbrechende Innovationen bei der E-Reading-Hardware gab es in diesem Zeitraum eigentlich nicht – die größte Neuerung war noch der 2016 eingeführte Blaulichtfilter (unter anderem Tolino Vision 4 HD), der allerdings nicht gerade einen Hardware-Run ausgelöst hat. Und auch bei digitaler Literatur tat sich nichts Fundamentales.

Die Vermutung liegt nahe, dass die Marktzahlen sich schlicht mit einiger Verzögerung der Realität angenähert haben. Während bei großen Publikumsverlagen eBooks schon seit Jahren einen Drittel der Umsätze ausmachen und sich eBook Stores ebenso wie Indie-Autoren Jahr für Jahr über Zuwächse freuten, verharrte der Umsatzanteil in den Erhebungen von GfK & Co lange Zeit im einstelligen Prozentbereich. Nach und nach scheinen sich nun auch Self Publisher, ihre Leser und neuartige Vertriebsformen wie eBook-Flatrate-Modelle in den Leser- und Umsatzzahlen wiederzuspiegeln, was dem eBook auch in der Außenwahrnehmung Flügel verleiht. 

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Kommentare


Alex Vieß 12. Dezember 2018 um 12:14

Lieber Johannes,

"Das gedruckte Buch verliert hingegen weiter an Bedeutung. Gemäß dem Statistischen Bundesamt kauften im Jahr 2017 noch 54 Prozent der deutschen Haushalte Bücher. Zehn Jahre zuvor waren es noch ganze 65 Prozent. Eine solche Eruption des Mediennutzungsverhaltens, die bereits GfK und Börsenverein Anfang des Jahres in einer viel beachteten Studie konstatierten (7 Gründe, warum sich Leser von Büchern abwenden) können gleichwohl auch die wachsenden E-Reading-Zahlen nicht ausgleichen."

Das stimt so nicht ganz. Das Statistische Bundesamt hat explizit auch E-Books in die Untersuchung mit einbezogen. S. hier: https://www.destatis.de/DE/PresseService/Presse/Pressemitteilungen/2018/12/PD18_482_631.html?nn=68748

Bestes
Alex

Antworten

Johannes Haupt 12. Dezember 2018 um 12:19

Hab ich gesehen (und auch genau darauf verlinkt), die Eruption spiegelt sich ja in der geringeren Buchkäuferzahl wieder und wäre ohne eBooks noch etwas drastischer ausgefallen.

Ciao
Johannes

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