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Buch schreiben

Was für viele ein Traum ist, kann häufig schnell zu einem Alptraum werden: Ein eigenes Buch schreiben. Denn nur eine gute Idee reicht nicht für eine gute Geschichte. Und die wenigsten von uns sind Genies, die sich einen kompletten Roman einfach aus dem Ärmel schütteln können. Wenn also aus der Eingebung irgendwann ein Buch werden soll, braucht es viel Durchhaltevermögen und Hilfe. Mit unseren Tipps wird das Ganze etwas leichter.

Inspiration fürs Buch schreiben: Woher bekomme ich gute Ideen?

Die besten Ideen liegen meist direkt vor der eigenen Nase, wie Self-Publishing-Star Poppy J. Anderson (über eine Million Kindle-Book-Verkäufe bei Amazon) in ihrer Kolumne bei uns berichtete. Das heißt, die erste Aufgabe eines Schriftsteller ist die genaue Beobachtung der Umwelt. Nur wer genau beobachtet, ist hinterher auch in der Lage detailliert zu beschreiben. “Wir sind umgeben davon, sie umschwirren uns wie Staub. Alles, was ich anders mache als andere, ist, achtsam zu sein dafür”, schreibt Bestseller-Autor Andreas Eschbach aufseinem Blog zum Thema Roman-Ideen.

Es empfiehlt sich immer ein Notizbuch oder ähnliches dabei zu haben, um interessante Ideen sofort festhalten zu können. Wir wollen ja nicht, dass Eingebungen so plötzlich, wie sie gekommen sind, wieder verschwinden. Dieses Notizbuch sollte außerdem einen festen Platz auf dem Nachttisch haben, denn viele gute Ideen kommen während wir träumen oder im Dämmerzustand zwischen Wachsein und Schlafen sind.

Eine weitere, nahezu unerschöpfliche Quelle zur Inspiration ist natürlich das Lesen. “Das ist toll, das möchte ich auch können” oder “Wie schrecklich, das könnte ich tausendmal besser” sind zwei Gedanken, die wohl jedem schonmal beim Lesen gekommen sind. Von dort aus ist der Schritt zum selber schreiben nicht mehr weit. Werke anderer Autoren zu lesen schult nicht nur das Urteilsvermögen, man eignet sich dadurch auch automatisch neues Wissen an und erweitert den eigenen Wortschatz.

Tipps zur Suche nach Inspiration

  • Die Umwelt beobachten und wirklich wahrnehmen
  • Notizen machen, um keine Idee zu vergessen
  • Sehen wie und worüber andere Schreiben

Vorbereitung: Was muss ich vor dem Schreiben über mein Buch wissen?

Ist die Idee fürs Buch schreiben erstmal vorhanden, lässt sich mit Hilfe von Brainstorming und Mind Maps die erste Struktur entwickeln. Die wenigsten Schriftsteller schreiben einfach drauf los, sondern bereiten ihre Geschichten vor. Das heißt schon vor dem eigentlichen Schreiben werden die Charaktere und ihr Hintergrund entworfen und ein Plot, also ein Grundgerüst der Handlung, erarbeitet.

Dabei wird schon einmal grob der Handlungsbogen umrissen, der Geschichte eine Struktur gegeben und ein grober Kapitel-Plan erstellt. So weiß man beim Schreiben immer, an welcher Stelle der Geschichte man sich gerade befindet. Mühsames Plotten ist nicht für jeden etwas, sondern eher eine Typfrage. Gerade am Anfang ist ein gute vorbereiteter Plot aber sinnvoll. Er hilft beim Schreiben nicht den Überblick zu verlieren, wegen fehlender Ideen stecken zu bleiben oder wegen Ideen-Überfluss den roten Faden zu verlieren. Das findet auch Thriller-Autor Marcus Johanus, der auf einem Blog ein Plädoyer für das Plotten hält.

Hilfreiche Fragen beim Plotten eines Buches

  • hat meine Geschichte Anfang, Mittelteil und Ende beziehungsweise Konflikt und Lösung?
  • sind Problem und Lösung realistisch und nachvollziehbar?
  • gehen die Handlungen sinnvoll ineinander über?
  • kenne ich meine Figuren wirklich?
  • wie kann ich mein Buch in einem Satz zusammenfassen?

Recherche: Der Weg zur Glaubwürdigkeit

recherche shutterJe nach Thema und Handlung des zu schreibenden Buches kann die Recherche mehr oder weniger aufwändig sein. Eins ist sie dabei immer: wichtig. Dazu gehört, dass der Autor sich häufig mehr Wissen aneignet, als er konkret im Buch verwendet. Und das ist auch gut so, meint Autor Marcus Johanus und warnt vor Infodump, also dem plumpen Abladen von offensichtlich flüchtig angelesenen Informationen. Je mehr Grundwissen vorhanden ist, desto dichter und vor allem glaubwürdiger gelingt die Geschichte. Die faktische Wirklichkeit kann man in der Fiktion gerne mal hinter sich lassen. Aber ein Verstoß gegen die Grundregeln der Logik oder der Physik wird bei den meisten Lesern nicht sonderlich gut ankommen.

Die Recherche-Möglichkeiten sind wie so oft zahlreich. Das Internet bietet einen guten ersten Anlauf-Punkt und meistens alle Informationen, die man braucht. Daneben bietet sich die Recherche in Büchern und Bibliotheken an. Gerade Bibliotheken eignen sich darüber hinaus als hervorragender Ort weitere Inspirationen einzuholen, weiß Andreas Eschbach. Außerdem sollte man keine Angst haben Experten nach Unterstützung zu fragen, selbst wenn man noch kein berühmter Autor ist. Die meisten freuen sich über das Interesse und teilen ihr Wissen gern.

Tipps zur Recherche fürs Schreiben eines Buches

  • zu wenig Hintergrund-Information gibt es nicht
  • Experten helfen, wo man mit Internet und Bibliothek nicht weiter kommt

Der erste Entwurf: Keine Angst vor schlechten Texten

Endlich geht es ans tatsächliche Schreiben des Buches, aber schon die erste halbe Seite ist ein Desaster? Kein Problem – einfach weiter machen. “Der erste Versuch ist immer Mist”, wusste schon Ernest Hemingway. Der erste Entwurf ist im Prinzip nur eine Übung, beziehungsweise das Rohmaterial für das, was später kommt. Das bedeutet: Der erste Entwurf ist (fast) nie gut. Davon sollte man sich aber keineswegs entmutigen lassen.

Auch die ersten fünf Versuche, nach einer halben Seite, sprichwörtlich in den Papierkorb wandern zu lassen ist keine Hilfe. Am besten ist es, sich rein auf das Schreiben zu konzentrieren und keinen zweiten Blick mehr auf den Text zu werfen, bis der erste Entwurf komplett fertig ist. Dann wird das Ganze erstmal weg gelegt. Und siehe da, nach etwas Zeit (egal ob Stunden, Tage, Wochen oder mehr) ist der Text gar nicht mehr so grässlich, wie man im ersten Moment dachte, sondern eine ganz gute Arbeitsgrundlage.

Wer sich ob des eigentlichen Handwerkzeuges unsicher fühlt, kann auch noch einen Schritt zurück gehen und das Schreiben ansich lernen. Mehr Infos dazu haben wir auf unserer Infoseite Schreiben lernen zusammengestellt.

Tipps zum ersten Schreiben eines Buches

  • den inneren Kritiker ausschalten
  • feste aber erreichbare Ziele stecken
  • jeden Tag schreiben (auch wenn es nur 30 Minuten sind)

Motivation: Mittel gegen Schreibblockade und “Keine Lust”

schreibblockade shutterDie Schreibblockade ist ein Mythos, meint Marcus Johanus. Meistens sind es ganz unterschiedliche Schwierigkeiten, die unter diesem Begriff zusammengefasst werden. Die beiden größten davon sind die Angst vor dem weißen Blatt, also dem eigentlichen Anfang, und vor dem inneren Kritiker. Der kommt meistens im Laufe des Schreibens heraus gekrochen, sät Zweifel und mindert das Selbstwertgefühl. Das einfachste Mittel gegen akute Symptome: Ablenkung. Eine Runde joggen gehen, ein gutes Buch lesen oder Musik hören kann helfenm den Kopf frei zu kriegen und neue Motivation zu finden. Es handelt sich dabei trotzdem nur um eine kurzzeitige Lösung, bei der das eigentliche Problem bleibt.

Das eigentliche Problem ist häufig, dass man das Schreiben eines Buches nicht ernst genug nimmt, schreibt Marcus Johanus. Deshalb sei der einzige Weg Schreibblockaden dauerhaft zu überwinden, das Schreiben zur notwendigen Gewohnheit zu machen. Wenn das Schreiben als fester Bestandteil in den Tag integriert ist und diszipliniert eingehalten wird, gibt es so etwas wie eine Schreibblockade nicht mehr. Weil aller Anfang schwer ist, hilft es außerdem sich “warm zu schreiben”. Das heißt, man beginnt mit einem kleinen, anderen Text oder gar einem Gedicht, bevor es an die “eigentliche” Geschichte geht. Und manchmal hilft es auch schon zu wissen, dass man mit seinem Problem nicht alleine ist. Bei Wikipedia gibt es dafür eine Liste berühmter Autoren, die ebenfalls an Schreibblockaden litten.

Hilfe bei Schreibblockaden

  • nicht Verzweifeln
  • kurze Ablenkung
  • schreiben fest in den Tag integrieren

Revision: Was muss ich beim Überarbeiten beachten?

Sobald der erste Entwurf mit ganzem Herzblut fertig gestellt ist, wird er von einem grausigen Versuch zu einem perfekten Meisterwerk, das man gerade geschaffen hat. Doch weder die eine noch die andere Sicht auf den Text sind sonderlich konstruktiv, was die Überarbeitung angeht. Deshalb empfiehlt es sich, den fertigen Entwurf erst einmal liegen zu lassen und Abstand zu gewinnen. Wie lang dieser Zeitraum ist – ob man nur eine Nacht drüber schläft, ein paar Tage oder ein paar Wochen wartet -, hängt von jedem selbst ab.

Danach hilft es unter anderem, sich selbst den Text laut vorzulesen, als wäre es ein fremder. Sperrige Formulierungen und unverständliche Sätze treten dabei sofort ans Licht. Schreibtrainerin Heike Thormann empfiehlt das Schriftbild zu ändern oder den Text auszudrucken, um buchstäblich einen neuen Blick darauf zu haben. Daneben kann es helfen, sich bei den einzelnen Schritten der Überarbeitung auf bestimmte Aspekte zu konzentrieren und die anderen zuerst außer Acht zu lassen. Das heißt, zuerst ist der Blick nur auf den Inhalt gerichtet: Sind die Zusammenhänge logisch? Ist die Handlung nachvollziehbar und die verursachende Motivation? Dann folgt die Überprüfung des Sprachflusses (Hab ich Lieblingswörter, die ich überdurchschnittlich oft verwende?) und schlussendlich die Kontrolle der Rechtschreibung.

Tipps zum Überarbeiten

  • Abstand gewinnen
  • auf einzelne Aspekte konzentrieren
  • keine Angst vor großen Veränderungen

Feedback und Korrektur: Fremde Augen helfen gegen Textblindheit

text bearbeiten shutterSeien wir mal ehrlich: Niemand möchte ein Buch lesen – egal ob gedruckt oder als eBook für Kindle oder Tolino -, das voller Fehler ist. Dabei ist es egal, ob es sich um Grammatik, Rechtschreibung oder Logik handelt. Es gibt Leser, die Stolpern über solche Fehler, Schmunzeln eventuell, und lesen dann weiter. Schließlich macht jeder mal Fehler, wie eine Zusammenstellung der Fehler großer Autoren beim Buchmarktplatz Abebooks beweist. Für andere bedeuten sie dagegen eine deutliche Minderung des Lesevergnügens. Da hilft nur eins: Korrigieren, Korrigieren, Korrigieren. Oder besser noch von anderen korrigieren lassen. Nicht umsonst heißt es: “Vier Augen sehen mehr als zwei”. Da können es auch gerne sechs, acht oder noch mehr Augen sein.

Viel Geld für ein professionelles Korrektorat auszugeben ist nicht zwangsweise nötig. In den meisten Fällen finden sich im Familien- und Bekannten-Kreis sicher ein paar Freiwillige, die einen Blick in das Manuskript werfen können. Wenn die nicht so genau wissen, was von ihnen erwartet wird, hilft Axel Hollmanns Checkliste ““Wie werde ich der perfekte Textleser?”“. Wahrscheinlich wird das Manuskript auch dann nicht perfekt sein. Aber ein oder zwei kleine Fehler übersieht ein wohlwollender Leser schon, wenn der Inhalt stimmt.

Tipps zur Korrektur:

  • mehr Augen sehen mehr Fehler, die behoben werden können
  • ohne Korrektur kein Erfolg
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<Bildnachweis: Buch schreiben, RechercheSchreibblockade, Bearbeitung von Shutterstock>