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Ferdinand von Schirach

Ferdinand von Schirach

Ferdinand von Schirach wurde 1964 in München geboren. Nach der Beendigung der Schule studierte von Schirach in Bonn sowie Köln und Berlin Rechtswissenschaften. Nach erfolgreichem Abschluss lies er sich ab 1994 als Rechtsanwalt und Strafverteidiger nieder. Als Anwalt prominenter Personen wie dem BND-Spion Norbert Juretzko oder dem DDR-Politiker Günter Schabowski, welchen er in den sogenannten Mauerschützenprozessen vertrat, erlangte Ferdinand von Schirach schnell einen hohen Bekanntheitsgrad. Von Schirach begann daneben im Alter von 45 Jahren mit dem Schreiben von Kurzgeschichten. Seine Bücher wurden weltweite Bestseller und sind inzwischen in 40 Ländern erschienen.

Bekannte Bücher und Buchserien von Ferdinand von Schirach

Zu den bekanntesten Werken von Ferdinand von Schirach gehört das Buch "Verbrechen", das nach seinem Erscheinen 54 Wochen lang auf der Bestseller-Liste des "Spiegel" stand. Die in dem Buch enthaltenen Kurzgeschichten sind Fälle aus seiner Zeit als Strafverteidiger. Ebenfalls über Fälle aus seiner anwaltlichen Tätigkeit handelt sein zweites Buch "Schuld". Es landete direkt nach seinem Erscheinen auf Platz 1 der "Spiegel" Bestsellerliste. Der Sprecher Burghart Klaußner sprach das Hörbuch ein und gewann damit den deutschen Hörbuchpreis 2011. Weitere Werke von Schirachs sind "Der Fall Collini", "Tabu" und "Die Würde ist antastbar". Letzteres enthält sämtliche Essays, die der Autor für den "Spiegel" geschrieben hat. Mehrere seiner Bücher wurden prämiert, so zum Beispiel der Erzählband "Verbrechen", er erhielt 2010 den Kleist-Preis.

Buchverfilmungen von Ferdinand von Schirach

Es dauerte nicht lange, da wurden verschiedene Regisseure und Sender auf Ferdinand von Schirach und seine Werke aufmerksam. Inzwischen wurden mehrere seiner Bücher, beziehungsweise Teile daraus, verfilmt. Dazu gehören sechs Kurzgeschichten aus dem Band "Verbrechen", die als Mini-Serie im Auftrag des ZDF vom Produzenten Oliver Berben verfilmt wurden. Ebenfalls im Auftrag des ZDF wurden sechs Kurzgeschichten aus dem Buch "Schuld" verfilmt, die Hauptrolle verkörperte Moritz Bleibtreu. 2016 drehte Oliver Berben eine dritte Staffel mit Kurzgeschichten der beiden Werke "Verbrechen" und "Schuld". Für die Verfilmung des Buches "Volksfest" erhielt Ferdinand von Schirach 2015 den Bayerischen Fernsehpreis. 2016 zeigte die ARD in Zusammenarbeit mit dem ORF2 eine Verfilmung des Theaterstücks "Terror" in Form eines Live-Experiments mit Abstimmung der Zuschauer. Die anschließende Talkshow leitete Frank Plasberg.

Leseprobe von Ferdinand von Schirach

Der Vorsitzende tritt vor den geschlossenen Vorhang. Er trägt einen dunklen Anzug, ein weißes Hemd und eine weiße Krawatte. Die Robe hat er über seinen Arm gelegt. Er spricht direkt zum Publikum.
VORSITZENDER
Guten Tag, meine Damen und Herren. Ich freue mich, dass Sie pünktlich kommen konnten. Parkplätze sind hier ja schwer zu finden, und das Haus ist doch etwas verwinkelt gebaut … Schön jedenfalls, dass Sie es rechtzeitig geschafft haben. Bevor wir anfangen, möchte ich Sie bitten, alles zu vergessen, was Sie über diesen Fall gelesen oder gehört haben. Wirklich alles. Nur Sie sind dazu berufen, hier zu urteilen, Sie sind die Schöffen, die Laienrichter, die heute über den Angeklagten Lars Koch zu Gericht sitzen. Das Gesetz stattet Sie mit der Macht aus, über das Schicksal eines Menschen zu entscheiden. Bitte nehmen Sie diese Verantwortung ernst. Sie werden ausschließlich über das urteilen, was Sie hier in der Verhandlung hören. Wir Juristen nennen das »aus dem Inbegriff der Hauptverhandlung schöpfen«. Also: Nur das, was der Angeklagte, die Zeugen, die Nebenkläger und Sachverständigen in diesem Verhandlungssaal sagen, nur die Beweise, die wir hier erheben, werden Grundlage Ihres Urteils sein. Am Ende des Prozesses werden Sie Ihre Stimme abgeben müssen, und ich werde das Urteil verkünden, das Sie finden werden.
In einem Gerichtsverfahren spielen wir die Tat nach, das Gericht ist eine Bühne. Natürlich führen wir kein Theaterstück auf, wir sind ja schließlich keine Schauspieler. Wir spielen die Tat durch Sprache nach, das ist unsere Art, sie zu erfassen. Sie hat sich seit Langem bewährt. Vor Hunderten von Jahren trafen sich die Richter an einem besonderen, einem als heilig geltenden Platz, dem Thing. Recht sprechen hieß damals, eine Unordnung wieder in Ordnung bringen. Wenn ein Unheil geschah – der Überfall eines fremden Stammes zum Beispiel –, wurde an diesem Platz immer wieder darüber gesprochen: Welche Frau wurde bei dem Überfall vergewaltigt? Welche Hütte niedergebrannt? Welcher Mann ermordet? Unsere Vorfahren wussten, dass das Böse so seinen Schrecken verlieren kann. Ob es uns heute noch gelingt? – Ich bin mir nicht sicher. Aber wir müssen es versuchen. Ein Richter kennt die Kategorie des »Bösen« nicht. Seine Urteile sind nicht Hölle und Verdammnis, sondern Freispruch, Gefängnis oder Sicherungsverwahrung.
Urteilen Sie also ruhig und gelassen. Und vor allem: Denken Sie daran, dass vor Ihnen ein Mensch sitzt; er hat die gleichen Träume wie Sie, die gleichen Bedürfnisse, er strebt, wie Sie, nach Glück. Bleiben Sie deshalb bei Ihrem Urteil selbst Menschen.

Aus Terror

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