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Bücher verkaufen: Ankauf-Dienste im Test

Bücher verkaufen: Platz schaffen im Regal

Bücher verkaufen: Platz schaffen im Regal

Wer sich an digitales Lesen auf eBook Reader oder Tablet gewöhnt hat oder einfach nur seine Regalwand ein wenig leeren will, findet im Internet zahlreiche lukrative Alternativen zu Altpapiertonne und Bücherspende. Neben Online-Auktionsplattformen locken professionelle Buch-Ankäufer mit attraktiven Preisen für gebrauchte Schmöker – bei minimalem Aufwand. Wir haben uns den Markt angeschaut und sagen, welche Dienstleister für den Verkauf von Büchern zu empfehlen sind und worauf du achten solltest.

 

Meine Empfehlung

Johannes Haupt

Das Verkaufen gebrauchter Bücher übers Internet liegt voll im Trend. Dutzende Anbieter helfen dabei, die eigenen Bücherregale leer zu bekommen. Entscheidend bei der Wahl ist der beste Mix folgender Faktoren

  • gute Ankaufpreise
  • faire Anforderungen an den Zustand der verkauften Bücher
  • hoher Nutzungskomfort (etwa Apps zum Barcode-Scan der Buchtitel)
  • keine Versandkosten ab niedriger Ankaufssumme 

Mein letzter Verkauf bei Momox

Ich habe eine Vielzahl von Online-Plattformen unter die Lupe genommen und zahlreiche Anbieter auch selbst ausprobiert. Für mich sind derzeit (2017) in Summe der genannten Faktoren der Marktführer Momox sowie Rebuy die erste Wahl für den Verkauf gebrauchter Bücher.

Zu reBuy Zu Momox

Antiquariate vor Ort spezialisieren sich

Der klassische Weg beim Verkauf von Büchern ist der Gang in das Antiquariat vor Ort. Die Zahl dieser Einrichtungen hat in den vergangenen Jahren allerdings drastisch abgenommen, inzwischen wird vornehmlich online gekauft und eben auch verkauft. Die verbliebenen lokalen Gebrauchtbuchhändler sind zudem notwendigerweise sehr wählerisch. Angekauft werden zumeist nur wirklich alte und seltene Bücher, typische frisch ausgelesene Romane hingegen kaum noch. 

Gebrauchte Bücher lassen sich auch einzeln über Online-Plattformen wie Amazon Marketplace oder ebay verkaufen. Der einzelne Verkauf von Büchern über solche Marktplätze ist aber sehr aufwändig (mehr dazu weiter unten). Hinzu kommen jedes mal neu anfallende Versandkosten, so dass ein eventueller Preisvorteil zum gesammelten Verkauf gebrauchter Bücher schnell dahin ist.

Gebrauchte Bücher verkaufen – von 10 Cent bis 10 Euro

Abgeschlossener Verkauf von mir bei Rebuy

Komfortabler ist das Verkaufen von Büchern bei einem der zahlreichen Online-Ankäufer, die in den letzten Jahren entstanden sind und sich enormem Zulauf erfreuen. Bei allen Diensten, die wir im Folgenden vorstellen, reicht es auf der Webseite des Anbieters die ISBNs der zu verkaufenden Bücher anzugeben. Dafür bieten die Anbieter unterschiedliche Hilfsmittel, vom Import ganzer Listen von ISBNs bis hin zu Barcode-Scans via Smartphone und Webcam.

Unmittelbar darauf erhält man für jedes einzelne Buch einen Preis angeboten. Die Bandbreite liegt hier bei 10 Cent bis zu 10 Euro und mehr. Dann bleibt nur noch ein Paket zu packen und es zur Post zu bringen oder es abholen zu lassen. Alle großen Ankäufer übernehmen ab einem gewissen Warenwert die Versandkosten und offerieren Versandmarken für DHL oder einen anderen Paketdienst zum Selbstausdruck.

Sind die Bücher dann beim Händler eingetroffen, prüft dieser den Zustand und zahlt den entsprechenden Preis aus. Abgelehnte Bücher werden meist gegen eine kleine Pauschale zurückgesandt oder kostenneutral entsorgt. 

5 Faustregeln zum Verkauf gebrauchter Bücher

Die erzielbaren Preise pro gebrauchtem Buch variieren deutlich zwischen den Anbietern, und auch zwischen unterschiedlichen Büchern sind extreme Unterschiede feststellbar. Für eine möglichst effiziente Ausmistung des eigenen Bücherregals sind einige Faustregeln zu beachten.

Gebraucht ab 10,70 Euro: Long-Seller von Top-Autorin Jojo Moyes

1. Hoher Verkaufspreis = Hoher Ankaufpreis. Professionelle Ankäufer zahlen naheliegender Weise besonders viel Geld für gebrauchte Bücher, die sich derzeit auch neu gut verkaufen oder noch vor nicht allzu langer Zeit verkauft haben. Neben Neuerscheinungen sind das auch sogenannte Long-Seller wie “Herr der Ringe” oder “Harry Potter” sowie zeitlose Fachbücher. Ältere und/oder unbekannte Bücher hingegen bringen häufig nur kleines Geld oder werden überhaupt nicht angekauft. Eine gute Orientierung bieten hier die Gebraucht-Preise bei Amazon.de. Starten die günstigen Angebote hier schon bei einem symbolischen Cent (das Geld wird dann übrigens mit den Versandkosten verdient), sind auch auf den Ankauf-Plattformen keine großen Beträge zu erwarten. 

3. Hardcover schlägt Paperback schlägt Taschenbuch. Unterschiedliche Ausgaben des gleichen Titels haben unterschiedliche ISBNs und bringen auch unterschiedlich viel Geld. In aller Regel werden mit gebundenen Ausgaben (Hardcover) deutlich höhere Preise erzielt als mit den zumeist leichteren und kleineren Taschenbüchern gleichen Inhalts. Dazwischen liegen Paperbacks beziehungsweise broschierte Bücher. Das sind sozusagen Premium-Taschenbücher mit im Vergleich etwas wertigeren Umschlägen und einer höheren Papierqualität.

4. Versandkosten beachten. Rebuy, Momox & Co. übernehmen beim Ankauf gebrauchter Bücher in aller Regel die Versandkosten – allerdings oft erst ab einer bestimmten Schwelle. Die Bereitstellung einer DHL-Paketmarke für den Ankauf etwa von einem einzigen angestaubten Taschenbuch ist schlicht nicht wirtschaftlich, Anbieter ohne Mindestschwelle setzen auf eine Mischkalkulation. Die meisten Ankäufer spendieren Paketmarken aber erst ab 10 oder 15 Euro Ankaufwert. Wer knapp unter diesen Schwellen liegt, sollte unbedingt noch ein paar weitere Bücher (oder sonstige Produkte) mit auf die Ankauf-Liste setzen – hier lässt sich bares Geld sparen respektive verdienen.

5. Wertgutscheine in Erwägung ziehen. Der Ankauf gebrauchter Produkte ist für die Unternehmen natürlich keine Einbahnstraße. Die gebrauchten Bücher, Filme, Elektronikgeräte und immer häufiger auch Kleidung finden schnell ihren Weg auf den Amazon Marketplace, zu ebay – und auf eigene Verkaufsplattformen. Wenn die Anbieter ihre Artikel hier verkaufen, sparen sie gegenüber Drittplattformen erhebliche Transaktionsgebühren. Dieser Preisvorteil wird teilweise an die Kunden weitergegeben, weshalb Ankäufer wie Momox und Rebuy alternativ zu einer Bar-Auszahlung oft Gutscheine mit deutlich höherem Wert für die hauseigenen Online-Shops anbieten. Wer auch selbst gerne zu günstigen Gebraucht-Artikeln greift, kann hier doppelt sparen. 

Teilweise enorme Preisunterschiede zwischen Anbietern

Bücher-Ankäufer rebuy: Lob von Verbraucherzentrale und Computerbild

Bücher-Ankäufer rebuy: Lob von Verbraucherzentrale und Computerbild

Die großen Anbieter bestimmen ihre aktuellen Ankaufpreise anhand von Algorithmen, die in Echtzeit den Wiederverkaufswert ermitteln. Dazu werden etwa die aktuell günstigsten Gebraucht-Preise im Amazon Marketplace und bei ebay herangezogen. Weil alle Ankäufer eigene Algorithmen haben, unterscheiden sich auch die Ankaufspreise – teils gravierend. 

Einen umfassenden Vergleichstest im Bezug auf die gebotenen Preise hat die Verbraucherzentrale NRW vorgenommen. Bei einem gemischten Warenkorb aus Büchern, Musik-CDs, DVD und PC-Spielen hat rebuy.de das beste Angebot gemacht, auf dem zweiten Platz landete Momox. Auch in einem Test der Fachzeitschrift Computerbild war rebuy vorne. Gerade im Buchbereich hat Momox allerdings häufig mindestens ebenso gute Preise. Ein anderer bekannter Anbieter, Flip4New, hat sich unlängst aus dem Geschäft mit gebrauchten Büchern zurückgezogen und kauft inzwischen nur noch Elektronikprodukte an. 

Amazon kauft nicht mehr an

Eine Sonderrolle nahm lange der Amazon-Ankaufservice “Trade-In” ein. Der größte Online-Händler im deutschsprachigen Raum bot meist sehr gute Preise und eine vom Anbieter übliche sehr komfortable Abwicklung. Die Auszahlung der Ankaufsumme erfolgte dann aber nicht in Bargeld, sondern ausschließlich als Amazon-Gutschein. Amazon Trade-In wurde inzwischen allerdings eingestellt.

Nach wie vor ist der Verkauf gebrauchter Bücher über den Amazon Marketplace möglich. Hier konkurrieren Privatanbieter allerdings mit Buchhandlungen, Antiquaren – und nicht zuletzt mit professionellen Buch-Ankäufern wie Momox und Rebuy, für die der Amazon Marketplace ein wichtiger Verkaufskanal ist. Diese Anbieter arbeiten mit automatisierten “Bietrobotern”, die die günstigeren Angebote von privaten Verkäufern sofort unterbieten (wenn es noch wirtschaftlich ist). 

Weil sich im Amazon Marketplace viele schwarze Schafe tummeln, sind Kunden hier außerdem eher vorsichtig, so dass die zu verkaufenden gebrauchten Bücher selbst beim Bestpreis noch längere Zeit im eigenen Regal verharren können. Unter dem Strich ist Amazon.de damit für Privatverkäufer nur in Einzelfällen, etwa beim Verkauf sehr weniger und hochpreisiger Titel, eine attraktive Option. 

Bücher verkaufen: Die besten Anbieter

In Testberichten ermittelte Durchschnittswerte lassen nur bedingt Rückschluss auf das Angebot für ein bestimmtes Buch zu. Es lohnt sich immer, Preise entweder stichpunktartig oder in Form des kompletten persönlichen Verkaufswarenkorbs zu vergleichen und dann nur beim Anbieter mit den höchsten Preisen den “Abschicken”-Button zu betätigen. Neben den gebotenen Preisen unterscheiden sich die Anbieter auch in ihren Anforderungen an den Zustand der eingesandten Bücher, einer etwaige Mindestverkaufsmenge und dem Handling der Versandkosten. 

Die Tendenz bei den Preisen und den sonstigen Bedingungen spricht für momox.de und rebuy.de als erste Kandidaten für einen individuellen Vergleich. Aber auch Anbieter wie buchmaxe.de, Sellorado oder regalfrei.de können im Einzelfall durchaus lohnenswert sein.

AnbieterPreiseVersandMindestwertKomfort 
gutgratis Versand,
gratis Abholung oder
nachträgliche Erstattung

10 EurohochZu Momox
gut

ab 10 Euro Ankaufswert:
gratis Versand oder
gratis Abholung

ohnehochZu reBuy
mittel

ab 15 Artikeln:
gratis Versand oder
gratis Abholung

ohnemittelZu Buchmaxe
mittel

ab 20 Euro Ankaufswert:
gratis Versand,
gratis Abholung oder
nachträgliche Erstattung

ohnemittelZu Sellorado
mittel

gratis Versand,
gratis Abholung oder
nachträgliche Erstattung

10 Euromittel - hochZu Regalfrei

Laufend aktualisiert, zuletzt im Mai 2017

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