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Amazon.de offline, Shopping- und Streaming-Maschine erlahmt

Ausgerechnet am gestrigen Sonntagabend, zur besten Lese- und Film-Streaming-Zeit, fiel Amazon.de stundenlang aus. Der Unmut, den der Ausfall gerade im Social Web erregte, illustriert eine neue Qualität der Abhängigkeit von Streaming-Plattformen.

Zweimal eine Stunde ging nichts

Das gab es schon lange nicht mehr: Am gestrigen Sonntagabend ging bei Amazon Deutschland zeitweise gar nichts. Die Website amazon.de war zweimal für je eine Stunde nicht erreichbar, berichtet heise online, das den Ausfall auch von Amazon bestätigt bekam.

Grund war offenbar nicht ein Serverproblem, sondern ein DNS-Fehler der Domain. Auch andere Länderdomains wie amazon.co.uk (Großbritannien) amazon.fr (Frankreich) und amazon.it (Italien) waren betroffen, die Mutterseite amazon.com hingegen nicht.

Der Ausfall blieb nicht unbemerkt – aufgrund der bloßen Größe, aber auch, weil die Amazon-Medienserver offline waren. Übertragung und Synchronisation von Kindle Books waren zeitweise ebenso wenig möglich wie ein Zugriff auf eigene Dateien und Fotos in der Amazon-Datenwolke Cloud Drive sowie die Nutzung von der Film-Streaming-Plattform Amazon Instant Video. Viele Nutzer nahmen es mit Humor

Im Social Web gab es aber auch viele verärgerte Stimmen

Wie sich die Zeiten ändern, möchte man meinen: Vor einigen Jahren hätte der Ausfall allenfalls zu Unmut bei verhinderten Online-Shoppern geführt. Die verhinderten Einkäufer hätten ihre Anschaffung aufgeschoben oder wären einfach anderswo fündig geworden, was Amazon Umsatzeinbußen beschert hätte.

Plötzlich abhängig

Der Ausfall am gestrigen Sonntagabend wird vielen Nutzern zum ersten Mal richtig bewusst gemacht haben, wie abhängig sie inzwischen von einem funktionierenden Online-Ökosystem sind. Bei Amazon mehr als wohl irgendwo sonst (ausgenommen allenfalls Apple und Google) profitiert man der umfassenden Vernetzung der verschiedenen Dienste und Endgeräte untereinander. Gehen dann die Server vom Netz, bleibt der Bildschirm ganz schnell schwarz.

Das wird bei Amazon kein Dauerzustand sein, und auch temporäre Ausfälle wie dieser treten höchst selten auf. Trotzdem bietet die “Downtime” einen guten Anlass, einmal darüber nachzudenken, wie abhängig man eigentlich von einem einzelnen Anbieter sein möchte – und ob “besitzen statt streamen” in einigen Fällen nicht doch seine Vorteile hat. Mit Anbietern wie ownCloud und Protonet gibt es zumindest im geschäftlichen Bereich bereits eine Gegenbewegung zum Komplett-Outsourcing.

Bildnachweis: Offline von Shutterstock

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Kommentare


Lesezeichen 2015, Q1: Amazon offline, Buch-Recycling, piraterierte Autoren » lesen.net 27. Dezember 2015 um 12:37

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