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Bookeen-Prognose zum eReader-Markt ’10

3688708568_6db0aeb4be_bWährend Lesefreunde in diesen Tagen mit einer ganzen Reihe neuer eBook Lesegeräte konfrontiert werden, geht bei den Herstellern der Blick schon nach vorne. Die Branche ist auf der Suche nach Funktionaliäten und Features, mit denen eReader der nächsten und übernächsten Generation ausgestattet sind bzw. sein sollten.

Vergangene Woche diskutierte man  in Paris auf der 2nd European E-reading Conference kommende Trends  der Digital Publishing Industrie. Lauren Picard, einer der Gründer des französischen eReader-Pioniers Bookeen (Cybook Gen3, Cybook Opus), stellte dabei einige interessante Thesen zu Entwicklungen auf dem eReader-Markt in den nächsten Monaten auf. Unsere Kollegen von Betatales waren vor Ort und haben mitgeschrieben.

hexaglot-1Picard sieht den eReader-Markt als schnell wachsenden Kuchen, an dem immer mehr branchenfremde Unternehmen insbesondere aus Asien mitverdienen wollen. Die jüngst angekündigten bzw. realisierten Markteintritte von Asus, iRiver und Samsung seien nur der Anfang; darüber hinaus sei mit einer Schwemme an chinesische White Label Ware zu rechnen. Ein aktuelles Beispiel ist der von Hexaglot vertriebene N518 vom Auftragsfertiger Hanvon.

Darüber hinaus würden Mobilfunkanbieter vermehrt eigene Lesegeräte auf den Markt bringen, hier kann sich der Franzose auch eine Verknüpfung mit Content-Portalen vorstellen. Hierzulande gab es im Sommer bereits Gerüchte über einen eReader von Vodafone, denen bis heute allerdings keine Bestätigung von offizieller Seite folgte.

Funktional sieht Picard in 2010 immer mehr Devices mit Technologien zur drahtlosen Übertragung von Inhalten. Was Amazon mit dem Kindle bereits seit 2007 höchst erfolgleich praktiziert (Verknüpfung von Endgerät und eBook-Store, Kauf und Download von Literatur übers Mobilfunknetz), fand bislang aufgrund hoher Einstiegshürden kaum Nachahmer. In Deutschland ist der txtr Reader das erste Lesegerät mit einem solchen Vertriebsmodell, zum Weihnachtsgeschäft bringt Sony in den USA mit der PRS-900 Daily Edition ein ähnliches Gerät auf den Markt.

Weitere Trends seien berührungsempfindliche Bildschirme und Synergien von digitaler Literatur und „artfremden“ Devices wie dem iPhone, wo über Apps wie Stanza schon heute millionenfach eBooks geschmökert werden. Günstige Tablet-PCs wie das Toshiba JournE Touch Tablet könnten Bücher demnächst auch auf immer mehr große Displays bringen.

plasticl2Bei der Display-Technologie wird es Picard zufolge auf absehbare Zeit Konkurrenz für e-Ink/PVI geben, deren Panels aktuell in nahezu allen erhältlichen eReadern zum Einsatz kommen. Zudem würden elektronische Lesegeräte – sich am Vorbild Papier orientierend – künftig flexibel und somit praktisch unkaputtbar konstruiert werden; Trendsetter hier ist der in der ersten Jahreshälfte 2010 erwartete Plastic Logic Reader.

Zum Lineup von Bookeen für das kommende Jahr äußerte sich der Unternehmensgründer dagegen nicht. Nachdem mit dem Cybook Opus gerade ein eher innovationsloses Lesegerät auf den Markt gebracht wurde, ist die Ankündigungsliste von Bookeen nun erst einmal leer.

Dabei hat Picard die Gefahr für europäische eReader-Spezialisten wie Bookeen (Frankreich), iRex oder Endless Ideas (beide Holland) bereits erkannt: Beim Markteintritt großer asiatischer Elektronikkonzerne mit entsprechenden Marketingbudgets und Vertriebsnetzen könnte die Luft für die (bis auf iRex) klein gebliebenen Marktpioniere schnell sehr dünn werden.

<via eReaders.nl>

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Kommentare


LG plant solarbetriebenen eReader » eReader » lesen.net 12. Oktober 2009 um 13:01

[…] also auch LG: Nach ASUS und Samsung möchte ein weiterer asiatischer Elektronikriese im bislang von europäischen Labels dominierten eReader-Geschäft mitmischen. Und LG hat sich für ihr erstes Lesegerät durchaus etwas […]

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