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Donald Trump will Amazon zurechtweisen, weniger Datenschutz, Hardware „made in USA“

Spätestens seit den Vorwahlen am vergangenen Wochenende zeichnet sich ab, dass der kontroverse Unternehmer Donald Trump für die Republikaner um das Amt des US-Präsidenten konkurrieren wird. Sollte Trump im November dann auch tatsächlich ins weiße Haus gewählt werden, hat das gravierende Folgen – auch auf den E-Reading-Kosmos.

In Deutschland wird Trump vor allem über seine politischen Positionen zur (Nicht-)Immigration und zu einem radikalen Kampf gegen den Terror wahrgenommen, bis hin zu temporären Einreiseverbote für sämtliche Muslime in die USA. Aber auch in Themenfeldern wie Wirtschaft und Steuern, Datenschutz und Pressefreiheit hat Trump teils radikale Pläne, deren Umsetzung auch Digital-Leser kräftig zu spüren bekommen würden.

Hardware made in USA

„We’re going to get Apple to build their damn computers and things in this country instead of in other countries“, sagte Trump vor zwei Monaten bei einer Wahlkampfrede. Seine Kampagne trägt die Überschrift „make America great again“, wozu auch gehört, abgewanderte Jobs – etwa in der Produktion von Elektronikgeräten – zurück ins Land zu holen.

Das Technikmagazin Cnet hat ausgerechnet, wie sich das auf den Endkundenpreis eines iPhone 6S (USA: 650 US-Dollar) auswirken würde. Demnach würde Apple ein US-amerikanischer Fabrikarbeiter doppelt bis dreimal so viel kosten wie die chinesische Arbeitskraft, die den Job aktuell ausführt. Unter dem Strich würde ein iPhone 6S made in USA „konservativ gerechnet“ mindestens 1.300 US-Dollar kosten.

Selbst bei fortwährender Produktion von Elektronikprodukten in den China würden die Geräte in den USA deutlich teurer, wenn Trump seinen Plan einer Sondersteuer in Höhe von 35 Prozent auf importierte Produkte umsetzt. Was Cnet fürs iPhone ausgerechnet hat, gilt natürlich auch für Tablets und eBook Reader. Platzhirsch Amazon steht schon jetzt im Visier von Donald Trump.

„Amazon wird Probleme bekommen“

Vor zwei Wochen machte Donald Trump bei einer Wahlkampfrede in Texas Amazon-Gründer Jeff Bezos zum Thema. Seine These: Mit dem Kauf der Tageszeitung Washington Post habe sich Bezos politischen Einfluss verschafft, den er im Sinne seines Unternehmen einsetze. Das sei nicht richtig, betonte Bezos. Und: „Believe me, if I become president, oh do they [Amazon] have problems. They’re gonna have such problems.“

Konkreter führte Trump das nicht aus. Ein Dorn im Auge ist ihm aber die vielfach „bewusst negative, abscheuliche und falsche“ Berichterstattung, gegen die es gegenwärtig nicht genügend Handhabe gebe. Das will Trump mit neuen Gesetzen ändern, erklärte der Präsidentschaftsanwärter bei der gleichen Rede. Damit könne man künftig gegen entsprechende Artikel „klagen und Schadensersatz erhalten, anstatt zu klagen und keine Chance zu haben, weil die [Medien] geschützt sind.“

„Apple boykottieren, bis Daten fließen“

Im Februar legte sich Apple mit dem FBI an. Das Unternehmen weigerte sich, dem FBI vollen Zugriff auf das iPhone eines Terroristen zu geben – trotz richterlicher Anordnung. Apple sollte in sein iOS grundsätzlich eine Hintertür für Ermittler einbauen, was der Konzern strikt ablehnt. Dafür gab es Applaus von Datenschützern und einen Boykottaufruf von Donald Trump. Man solle das Unternehmen so lange boykottieren, bis es die angeforderten Daten herausgebe.

Das Fachblog Teleread hat sich anlässlich des Boykottaufrufes Gedanken dazu gemacht, was ein US-Präsident Donald Trump für den Datenschutz bei eBooks bedeuten würde. Chefredakteur David Rothman spricht von „furchterregenden Konsequenzen“ eines Wahlsieges, das Recht auf eine „private“ Lektüre von eBooks könnte unter die Räder kommen.

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