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Jugendschutz: FSK-Zwang für eBooks soll kommen

Mit der freien Verfügbarkeit von eBooks mit erotischen Inhalten und expliziter Gewalt könnte es bald vorbei sein. Der Börsenverein hat die Verlage jetzt darüber informiert, dass für eBooks eine Alterskennzeichnung verpflichtend werden wird – mit erheblichen Konsequenzen bei der Zugänglichkeit.

Print-Bücher sind Bücher, Digital-Bücher sind Telemedien

Buch ist bekanntlich nicht gleich Buch. Das gilt nicht nur steuerlich, wo eBooks deutlich schlechter gestellt sind als die ausgedruckten Versionen der gleichen Inhalte, sondern auch im Bezug auf den Jugendschutz. Wie Börsenverein-Justiziar Christian Sprang am Mittwoch bei einer Fachtagung bekannt gab, sind eBooks rechtlich als Telemedien zu betrachten und fallen damit unter den Jugendmedienschutz-Staatsvertrag.

Infolge dessen ist unter anderem eine Alterskennzeichnung mittels „freiwilliger Selbstkontrolle“ zwingend erforderlich, die bei eBooks bis spätestens 2017 verpflichtend sein soll. Dazu sind laut Sprang in Verlagen Jugendschutzbeauftragte zu benennen, die eine entsprechende FSK-Einstufung zwischen FSK 0 und FSK 18 („keine Jugendfreigabe“) selbst vornehmen. Das mutet seltsam an, denn qua Gesetz ist dafür eigentlich eine „Organisation der freiwilligen Selbstkontrolle“ verantwortlich. Bei Computerspielen macht das die USK, bei Filmen die FSK, jeweils finanziert durch eine erhobene Gebühr pro geprüftem Titel. Dass Verlage (und Indie-Autoren) sich selbst prüfen können dürfen, klingt doch sehr schräg.

Restriktionen bei Verfügbarkeit

fifty shades of grey coverSo oder so: Bei eBooks ohne Jugendfreigabe (sprich: FSK 18 oder ganz ohne FSK-Freigabe) müsste sichergestellt sein, dass diese Titel nicht in die Hände von Jugendlichen kommen. Geschichten mit viel nackter Haut und / oder Blutvergießen müssten dann bestenfalls hinter einer Personalausweisnummer-Eingabeschranke verschwinden, wobei rechtlich strittig ist, ob das ausreicht. So verschickt Amazon Artikel ohne Jugendfreigabe nur gegen 5 Euro Aufpreis mit „eigenhändiger Übergabe“. Fans, Autoren und Verlage von solchem Adult Content ´- von Fifty Shades of Grey bis zum Psycho-Thriller – stehen also schwierige Zeiten bevor, sollte es sich hier tatsächlich um mehr als einen fixen Gedanken des Börsenverein handeln.

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Kommentare


Allemagne : les étiquettes de classification d'âge bientôt obligatoire pour les ebooks | Actu Livre 30. April 2015 um 18:15

[…] (via Lesen) […]

Antworten

“Jugendgefährdende” eBooks künftig nur ab 22 Uhr? » lesen.net 19. Juni 2015 um 11:17

[…] Thema “Jugendschutz bei eBooks” bewegt weiter die Branche. Nachdem gerade publik wurde, dass “spätestens 2017″ eine Alterskennzeichnung von eBooks verpflichtend sein […]

Antworten

Jugendschutz im eBook 28. Juni 2015 um 18:58

[…] von eBooks berichten. Diese Änderungen müssen als drastisch bezeichnet werden: In einem Text auf lesen.net geht es um FSK-Zwang, in einem anderen Artikel des Börsenblatts um die Einschränkung des Verkaufs […]

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