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Kalifornien ersetzt gedruckte Schulbücher durch eBooks

schwarzeneggerKalifornien muss sparen: Weil millardenschwere Schulden auf dem bevölkerungsreichsten US-Bundesstaat lasten, werden dort schon vom kommenden Schuljahr an in vielen Fächern gedruckte Schulbücher der Vergangenheit angehören. Statt dessen setzt Gouverneur Arnold Schwarzenegger auf eLearning mit eBooks und interaktiven Angeboten im Internet.

Mehrere Hundert Millionen Dollar sollen durch die Verlagerung der Lerninhalte in den digitalen Raum  jährlich eingespart werden. Jedes gedruckte Lernbuch kostet den Staat 75$ bis 100$, heißt es auf der Regierungsseite.

schulbuchSchwarzeneggers Maßnahme zur Kostensparung – von vielen Medien aufgrund dessen Filmvergangenheit martialisch kommentiert – ist zwar aus der Not geboren, kann sich aber durchaus auch für die kalifornischen Schüler bezahlt machen. Aktuellere Informationen, audiovisuelle Präsentationen und Interaktivität könnten tatsächlich zu besseren Lernergebnissen führen.

Voraussetzung dafür ist freilich die ausreichende Verfügbarkeit von Wiedergabegeräten. Selbst in Kalifornien dürfte in vielen Familien nicht dauerhaft ein PC (geschweige denn ein Kindle) zur Nutzung durch Schüler bereitstehen. Ärgerlich ist hier auch die Ortsgebundenheit beim Lernen.

Kollege Zack von ZDnet hat zudem berechtigte Bedenken über die Konzentraionsfähigkeit von Schulkindern am Monitor, wenn – beim Lernen komplizierter Mathe-Formeln – Facebook und Twitter immer nur einen Klick entfernt sind. Ohne größere Feldversuche erscheint der „digitale Umstieg“ im Bildungsbereich zumindest gewagt.

<via heise / afp / Video via Golem>

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Kommentare


Olivera 10. Juni 2009 um 14:18

Orthopäden dürften begeistert sein – ich erinnere mich, wie schwer mein Schulranzen früher immer war. Der Reader passt notfalls auch in die Jackentasche.

Interessant ist, dass die Schulbücher kalifornischen Schülern kostenlos zur Verfügung gestellt werden, aber nicht erwähnt wird, wer die Lesegeräte bezahlen soll. Um den Eltern keine zusätzlichen Kosten für Hardware aufzubürden, fände ich es sinnvoll, dass sich die Schüler eReader von der Schule leihen können. Bleibt noch die Frage, was passiert, wenn ein Schüler den Reader schrottet und wer für ein Ersatzgerät aufkommt.

Sehr gut finde ich seinen Ansatz, „do more with less“ und mit den gleichen Ressourcen mehr erreichen zu wollen.

Zurecht verweist Schwarzenegger auf die Wichtigkeit von aktuellen Schulbüchern für die Wettbewerbsfähigkeit des Landes und kritisiert, dass Schulbücher für Fernsehtechnik LCD’s und Plasmas nicht berücksichtigen.

Ich bin gespannt, wie hoch das tatsächliche Einsparpotenzial sein wird und ob wirklich mehr Geld in den Klassenräumen ankommen wird.

Siehe auch http://www.mercurynews.com/ci_12536333?IADID=Search-www.mercurynews.com-www.mercurynews.com

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