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Lesetipp: 600 Buchblogs auf einen Blick

Auch abseits von Amazon, Lovelybooks, Facebook und klassischen Feuilletons werden Bücher diskutiert und besprochen. Unbemerkt von vielen gibt es eine nahezu unüberschaubare Zahl an Buchblogs für nahezu jeden Geschmack, die jetzt sehenswert analysiert wurden.

Unübersichtliche Bloglandschaft

Zahlreiche Viel-Leser sind auch Viel-Schreiber. Im Netz besprechen sie Lektüre in den Rezensions-Spalten von Amazon und weiterer Online-Händler, in sozialen Netzwerken oder auch in Foren wie unserem. Seit einigen Jahren erfreuen sich außerdem eigene Netz-Präsenzen, in aller Regel Blogs, einer stetig wachsenden Beliebtheit.

Das Problem für Interessierte: Die Buchbloglandschaft ist sehr diffus und heterogen, Perlen bleiben häufig unentdeckt. Tatsächlich werden die allermeisten Buchblogs hauptsächlich von anderen Buchbloggern gelesen. Anders als eine Besprechung, die auf der Artikelseite von Amazon.de eingestellt wird, findet eine Rezension in einem typischen Buchblog meist nur eine sehr geringe Leserschaft (weshalb viele Verlage Buchblogger dazu anhalten, Rezensionen von Frei-Exemplaren nicht nur im eigenen Blog zu publizieren).

Eine soziodemographische Analyse der Buchblogger steht aus, auf typischen Social-Reading-Plattformen wie Lovelybooks sind die Mitglieder aber zu weit über 70 Prozent weiblich und haben einen geisteswissenschaftlichen Hintergrund. Als Mann und Software-Entwickler ist Tobias Zeising hier eine doppelte Ausnahme. Auf seinem Buchblog lesestunden.de hat er am Wochenende eine umfangreiche Analyse der deutschen “Blogosphäre” der Buchblogger publiziert.

*Den* Buchblog gibt es nicht

In der Toplist finden sich aktuell 598 Buchblogs, sortiert nach Anzahl der Verlinkungen innerhalb der Buchbloglandschaft und “externer” Beliebtheit (Links, Reichweite). Gelistet sind ausschließlich private Rezensions-Angebote, also keine Verlags- und Autoren-Seiten und auch keine Blogs “über das Schreiben”. Die Kommentarspalte zum Beitrag fasst bereits mehr als 100 Postings, zumeist von Buchbloggern, die ihr Angebot nachgetragen haben möchten. Ganz offensichtlich ist selbst diese mächtige Liste bei weitem noch nicht vollständig.

Autor Tobias Zeising merkt an, tatsächlich gebe es nicht den einen zentralen Buchblog, auf den alle verweisen. Allerdings gebe es – gemessen an den Blogrolls – einige besonders beliebte Angebote (nur 20 Prozent der Blogs werden in mehr als 10 Blogrolls verlinkt).

Das durchschnittliche Blog-Alter beträgt rund 3 Jahre, die meisten Seiten laufen mit WordPress. Ein seriösen Querschnitt zur Anzahl der Besucher lässt sich nicht ziehen, weil die meisten Blogs auf Subdomains betrieben werden (.blogspot.com, .wordpress.com und dergleichen), bei denen die einschlägigen Analyse-Dienste versagen.

eBooks kaum ein Thema

Eine inhaltliche Unterteilung gibt es in der Topliste (leider) (noch) nicht, weder nach Genres noch nach Besprochenem. Wenn es um Inhalte abseits von Besprechungen geht, sind Bücher als haptisches Gut ein häufiges Thema. Zwar greifen auch Buchblogger (wie alle Vielleser) vermehrt zu eBook Reader und Digital-Ausgabe, auf der anderen Seite gibt es gerade in dieser Gruppe aber auch sehr viele, für die ein “richtiges” Buch unbedingt aus bedrucktem Papier bestehen muss. Der Qualität von Rezensionen und Lektüre-Tipps tut das aber natürlich keinen Abbruch.

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<Bildnachweis: Buchbloggerin von Shutterstock>

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Kommentare


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