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Sonntagsfrage: Bücher wegschmeißen

Schmeißt eure Bücher in den Müll!“, forderte in dieser Woche ein Kolumnist der Wirtschaftswoche – und zog damit den Zorn vieler Bibliophiler auf sich. Die Frage nach dem Wohin jahrelang aufgebauter Regalmeter beschäftigt gerade auch Digital-Leser. Zum Glück gibt es häufig Alternativen zum Mülleimer.

WiWo-Kolumnist Marcus Werner plädierte für einen ideologiefreien Umgang mit dem Altpapier in den Regalen zahlreicher Haushalte. Während ausgelesene Zeitungen und Zeitschriften ganz normal in die blaue Tonne wanderten, gelte es als kulturloser Frevel, ein zerfleddertes Taschenbuch in die Recycling-Schleife zu geben.

Der Autor trägt einige Argumente vor (etwa, dass man sich anlügt, wenn man meint, man werde ausgelesene Bücher noch einmal in die Hand nehmen und müsse sie darum aufbewahren), lässt es aber auch an Polemik nicht vermissen. Beispiel: “Wer Bücher zum Angeben aufhebt, trägt bestimmt auch langärmlige Hausjacken mit Zopfmuster.”

Lautstarke Kritik im Social Web

Wohl auch darum fallen die Repliken der Printbuch-Liebhaber scharf aus. Eine Kommentatorin direkt bei WiWo schreibt, “ich habe selten einen derart elitären, arroganten, ja sogar herablassenden Müll gelesen”. Sie wie auch andere Kommentatoren halten es für angebrachter, alte Bücher zu verschenken (Straßenrand, Waisenhaus, Gefängnisbibliothek, Flüchtlingswerke, um nur einige Beispiele zu nennen.).

Auch im Social Web schlägt der Artikel Wellen. Allein der Facebook-Beitrag der Frankfurter Buchmesse, die die Kolumne “teilte”, wurde mehr als 50x kommentiert. Zum einen verwiesen auch hier viele auf alternative Abgabemöglichkeiten. Zum anderen fühlten sich aber ganz offensichtlich viele Leser persönlich angegriffen von der Forderung, ihr Bücherregal auszumisten und sich von der jahrelang angesammelten Bibliothek zu trennen.

Auch ein Problem für Digital-Leser

Zur letztgenannten Gruppe zählen viele, denen partout kein eBook Reader ins Haus kommt, weil ein echtes Buch für sie nach Papier riechen, knistern und anfassbar sein muss – man kennt das. Aber gerade auch diejenigen, die in den letzten Jahren auf digitale Lektüre umgestiegen sind – sei es komplett oder teilweise -, haben häufig noch große literarische Altbestände in ihren Regalen.

Wer seine alten Bücher loswerden will, hat gottlob eine ganze Reihe Optionen zwischen den Extremen “einmal das komplette Bücherregal über der Mülltonne auskippen” und “in Justizvollzugsanstalten und Waisenhäusern der Umgebung nach Bedarf fragen und Bücherkartons mit dem Auto vorbeibringen”. So lassen sich aktuellere Bücher, insbesondere Hardcover-Ausgaben und Fachbücher, häufig noch sehr gut zu Geld machen. Mehr Informationen dazu und einen Vergleich der verschiedenen Anbieter haben wir auf unserer Infoseite “Bücher verkaufen” zusammengestellt.

Alte Bücher werden zu neuen Büchern

Allerdings nimmt kein Anbieter sämtliche Bücher an – wo keine Nachfrage, da kein Angebot. Nicht verkaufbare Bücher lassen sich auf Tauschplattformen wie Tauschticket einstellen. Dabei sollte man aber natürlich im Hinterkopf haben, dass man erworbene Credits dann meist auch nur in physische Medien zurücktauschen kann. Schließlich bleibt oder Freundes- oder Bekanntenkreis oder tatsächlich einmal eine experimentelle Bücherkiste vor der Tür. Oder man greift doch zum blauen Sack / zur blauen Tonne und führt das Altpapier damit dem Recyclingkreislauf zu, an dessen Ende nicht selten neues bedrucktes Papier steht (oder auch Kartons).

Schmeißt du Bücher weg?

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<Bildnachweis: Altpapiertonnen, CC BY 3.0>

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Kommentare


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[…] erst gab es eine große Debatte darüber, ob man alte Bücher einfach wegschmeißen darf. Dabei gibt es genug Alternativen für Digital-Leser, die es nicht übers Herz bringen ihre […]

Antworten

1 Cent pro Buch: Das Geschäft mit überschüssigen Buch-Spenden » lesen.net 16. April 2015 um 15:43

[…] die gebrauchte Bücher am liebsten spenden, anstatt in die Papiertonne zu werfen, müssen jetzt ganz stark sein: Auch Spenden-Empfänger wie örtliche Bibliotheken, […]

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Bookfighting: Neuer “Trendsport” spaltet die Gemüter » lesen.net 9. Juni 2015 um 12:34

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