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Sonntagsfrage: Laden vs. Lesen

40 Prozent aller bei Kobo gekauften eBooks werden nicht ein einziges Mal geöffnet, erklärte der Online-Händler selbst in diesem Frühjahr. Eine neue Analyse legt nahe, dass diese Zahl möglicherweise sogar noch höher ist. Die Gründe sind vielfältig.

In einem Gastartikel beim Fachmagazin Digital Book World erklärte Andrew Rhomberg, Inhaber des Analyse-Unternehmen Jellybooks, laut eigener Aufzeichnungen würden lediglich 50 bis 55 Prozent aller eBooks geöffnet. Dabei handele es sich allerdings um gekennzeichnete “Advanced Reading Copies”, die Lesern über den iBookstore von Apple kostenlos bereitgestellt werden.

Wenn Abbruch, dann früh im Buch

Es liegt nahe, dass kostenlose eBooks über eine signifikant höhere Nicht-Öffnungs-Rate verfügen als gekaufte Dateien. Der Betrag dürfte dabei kaum eine Rolle spielen – selbst die Investition (!) einiger Cent erhöht die Wahrscheinlichkeit beträchtlich, dass dem Laden zumindest auch ein Anlesen folgt.

Auch dazu hat Jellybooks übrigens interessante Erkenntnisse gesammelt. So werden Genre-Titel mit klarer Storyline wesentlich seltener abgebrochen als literarische Romane. Wenn abgebrochen wird, dann meist innerhalb der ersten 10 bis 40 Prozent eines Buches. Auch zwischen Titeln und sogar bei der Soziodemographie gibt es große Unterschiede.

Nicht-Lesen kein Digital-Phänomen

Eine solche dedizierte Auswertung mittels Big Data zur Nutzung künftiger Content-Produktionen wird vielfach (kultur-)kritisch gesehen. Leseabbrüche ansich oder Bücher im eigenen Besitz, die niemals angefasst wurden, sind hingegen kein E-Reading-Phänomen. Einziger Unterschied: Machen Regalmeter hochgestochener Literatur, die nur pro forma aus der Plastikfolie befreit wurden, einen repräsentativen Eindruck, lässt sich mit tausenden ungeöffneten eBooks auf Festplatten und in Plattform-Wolken niemand beeindrucken.

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<Bildnachweis: Bücherregal von Shutterstock>

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Kommentare


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