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Sony ist Hersteller des Jahres 2010

sony_logo_1Der Marktführer auf dem deutschen eBook Reader Markt ist gleichzeitig auch euer Hersteller des Jahres 2010: Der japanische Elektronikkonzern Sony konnte bei der Wahl mehr als die Hälfte der 466 abgegebenen Stimmen auf sich vereinen und verwies US-Platzhirsch Amazon und den Vorjahressieger Pocketbook klar auf die Plätze.

Obgleich Sony als einziger großer Hersteller hierzulande ausschließlich “unvernetzte”, zudem auch noch ambitioniert bepreiste Lesegeräte im Sortiment hat und insbesondere in vielen Buchhandlungen (die inzwischen ‘eigene’ Reader vertreiben) nur noch am Rande oder überhaupt nicht mehr präsent ist, votierten 249 Teilnehmer für das Unternehmen. Das entspricht beeindruckenden 53% der Stimmen – im Vorjahr musste sich Sony noch mit 26% bzw. dem zweiten Platz begnügen.

sony_reader_touch_edition_prs650_2Hauptgrund für die Verdopplung der Popularität dürfte die neue eReader-Generation sein: Mit neuartigen optischen Touchscreens – endlich ohne Spiegelungen -, kontrastreichen und reaktionsschnellen Pearl E-Ink Panels, nahezu fehlerfreien und intuitiv bedienbaren Benutzeroberflächen sowie reichhaltigen Darstellungsoptionen (etwa von pdf-Dokumenten) setzen Pocket Edition und Touch Edition nach wie vor Maßstäbe. Kleiner Wermutstropfen: Beide Modelle sind aktuell praktisch überall restlos vergriffen.

Nur 20% der Teilnehmer sahen dagegen im Kindle-Bauer den Hersteller des Jahres – und das, obwohl Amazon sicherlich das technisch fortschrittlichste derzeit erhältliche Lesegerät in seinen Reihen hat, welches zudem (dank Quersubventionierung über Inhalte) für vergleichsweise kleines Geld zu haben ist. Das immer noch mangelhafte deutschsprachige Angebot – die hiesigen Großverlage halten ihre Inhalte trotz gegenteiliger Signale immer nach wie vor aus dem Kindle Store fern – im Verbund mit einer Nicht-Verfügbarkeit des Kindles in Deutschland seit inzwischen über sechs Wochen dürfte Amazon nicht nur einige Kunden, sondern auch deren Stimmen gekostet haben.

Auch Pocketbook konnte im gerade zuende gegangenen Jahr nicht vollumpfänglich überzeugen; entsprechend reichte es mit 50 Stimmen/11% nur noch zum dritten Platz. Die Ukraniner konnten unsere Wahl zum Hersteller des Jahres 2009 für sich entscheiden und ließen es auch im Folgejahr zumindest nicht an Engagement vermissen: Pocketbook ist wohl der einzige Hersteller, dessen Deutschland-Chef sich persönlich viel Zeit für die Beantwortung von Supportanfragen und Featurewünschen nimmt.

konfigAnders als im Vorjahr, wo mit dem Pocketbook 360° ein wirklich innovatives und zudem fair bepreistes Lesegerät released wurde, konnte das Lineup in 2010 aber nicht mehr überzeugen. Das Pocketbook 302 kam verspätet, firmwareseitig unfertig und mit spiegelndem Touchscreen in den Handel, bewegt sich nach nur einem halben Jahr gegenwärtig schon langsam Richtung Resterampe. Vor wenigen Wochen ging das Folgemodell mit der Modellnummer 602/603 sowie Pocketbooks erster Zehn-Zoller 902/903 und ein LCD-Tablet (Pocketbook IQ) an den Start. Die Geräte – gebaut vom neuen Auftragsfertiger Foxconn, der auch verschiedene Produkte von Sony und Apple verantwortet – sollen Pocketbook im Jahr 2011 ein paar Schritte näher ans ehrgeizige Ziel “25% Marktanteil in Deutschland” bringen.

Den 4. Platz teilen sich mit je 26 Stimmen/11% der Tablet-Pionier (beziehungsweise -Marktbereiter) Apple sowie Medion/Thalia, die im Herbst mit dem gemeinschaftlich in den Handel gebrachten Oyo für Schlagzeilen sorgten und innerhalb kurzer Zeit etliche Lesefreunde für sich gewinnen konnten. Der Touchscreen-Spezialist Hanvon sowie Bookeen – immerhin mit einem mehrfachen Testsieger in seinen Reihen – spielten mit 13 bzw. 6 Stimmen (3% bzw. 1%) wie bei der Wahl im Vorjahr nur Nebenrollen.

lumiread-7Nur eine einzige Stimme entfiel jeweils auf Samsung und Acer – letzteres überrascht doch ein wenig, wird der Acer Lumiread immerhin schon seit Herbst flankiert von einiger PR vom Grossisten Libri an Buchhändler und Endkunden zu bringen versucht. Gründe für das schlechte Ergebnis dürften zum einen das gerade im Vergleich zum direkten Konkurrenten Thalia doch klar schlechtere Gesamtangebot aus Preis und Leistung, zum anderen aber auch die Beschaffenheit der vom Lumiread angesprochenen ‘Buchhändlerkundschaft’ sein, welche sich mit der Zielgruppe von lesen.net (und somit mit den Teilnehmern dieser Wahl) wohl nur bedingt überschneidet.

Ein Vergleich der Abstimmungen 2009 und 2010 offenbart, wie schnell sich der Wind in der Branche drehen kann und was für eine lange Zeit zwölf Monate in einem  dynamischen Wachstumsmarkt sind; in sofern lassen sich hier kaum Prognosen anstellen (was wir anderswo trotzdem gerne gemacht haben). Nur soviel: Uns würde es sehr überraschen, wenn bei der Wahl zum Hersteller des Jahres 2011 nochmals ein Unternehmen auf den vorderen Plätzen zu finden sein sollte, dessen Lesegeräte mit der Abstinenz jeglicher Wireless Connectivity Schnittstellen glänzen.

Nachfolgend das Endergebnis; wie immer sollte eine kombinierte IP- und Cookie-Sperre doppelte Teilnahmen verhindern, kann aber natürlich keinen 100%igen Ausschluss gewährleisten (zum Beispiel wenn Cookies gelöscht oder verschiedene Endgeräte zur Abstimmung genutzt werden). Vielen Dank nochmals allen fürs Mitmachen!

Wer ist dein Hersteller des Jahres 2010?

  • Sony (53%, 249 Votes)
  • Amazon (20%, 94 Votes)
  • Pocketbook (11%, 50 Votes)
  • Medion/Thalia (6%, 26 Votes)
  • Apple (6%, 26 Votes)
  • Hanvon (3%, 13 Votes)
  • Bookeen (1%, 6 Votes)
  • Acer (0%, 1 Votes)
  • Samsung (0%, 1 Votes)

Total Voters: 466

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Kommentare


Matt 3. Januar 2011 um 22:27

Schöne Umfrage, ich mag solche jahresübergreifenden Untersuchungen – weiter so!

Aber:
Wieso sind alle nach wie vor der Meinung das WLan der Gamebreaker sei? Ist es nicht, schaut man sich die Geräte von Sony an.
Ich meine, es wird sicher weiterhin darauf hinauslaufen, aber es ist nicht so wichtig wie von vielen bepriesen, und schon gar nicht, wenn es nicht wie beim Kindle perfekt umgesetzt wurde. Was soll ich mit einem Pocketbook das WLan hat, aber ich dennoch mühsam die Bücher zusammensuchen muss?

Die zweite Sache an der ich mich störe: Mit welcher Begründung soll der Kindle “das technisch fortschrittlichste derzeit erhältliche Lesegerät” sein? Das ist sind mit Abstand beide Sonys. Das Display ist bei beiden gleich, und die restlichen Eigenschaften wohl im Prinzip (vernachlässigbar) auch, aber die Sonys haben einen großartigen Touchscreen, der die Geräte wohl definitiv über ein klobigen Kindle mit Tastatur hebt.
Also meines Erachtens ist der Kindle technisch mit Nichten vor dem Sony anzusiedeln.

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Johannes 3. Januar 2011 um 22:37

Technisch fortschrittlich bezogen auf Konnektivität (3G+WLAN) und damit verbundenem Literaturzugang; kann man aber sicherlich drüber schreiten, die Sony Reader haben ja ihre Touchscreens & eine bessere Formatunterstützung im Vergleich.

WLAN bzw. noch eher 3G sehe ich mittelfristig aber schon als Gamechanger, denke alle Zeichen sprechen für Vernetzung, auch und gerade abseits der Branche. Aber klar, die richtige Umsetzung ist Voraussetzung; was iRiver oder Pocketbook (beim 302er) gemacht haben – WLAN-Modul und der Kunde kann dann mal schauen, wie er sein Zeug aus dem Netz bekommt – geht natürlich gar nicht.

Ciao
Johannes

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Matt 3. Januar 2011 um 22:54

Okay. Darauf lässt sich einigen. ;)

Frohes Neues, der Matt.

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Lumiread bei Leserwahl abgeschlagen « LumiRead 3. Januar 2011 um 23:35

[…] Quelle: lesen.net […]

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Thomas Knip 3. Januar 2011 um 23:41

Ich würde den Kindle für 2010 auch eher auf “hohem Level etabliert” sehen, die neuen Sony dagegen für 2010 innovativ, weil sie technisch doch einen deutlichen Sprung nach vorne gemacht haben.

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Patrick 3. Januar 2011 um 23:57

Solange es Sony aber immer noch für notwendig hält, aktuelle Reader ebenfalls nur in den USA zu vermarkten, sind die bei mir mehr oder weniger unten durch.

Für die meisten eReader-Hersteller ist DE einfach leider nur uninteressant.

Der Nook Color und der Sony 950 wären vermutlich vergleichsweise Kassenschlager, gäbe es diese hier käuflich zu erwerben.

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carokann 4. Januar 2011 um 02:35

53% SONY, in dieser Deutlichkeit überrascht die “absolute Mehrheit”.

Obwohl der Oyo doch immer wieder im Forum überzeugte Fürsprecher findet konnte er in der Umfrage keine Duftmarke setzen.
Das war´s dann wohl für den Oyo1.
Mal sehen, wann er abverkauft wird und durch den Oyo2 ersetzt wird. Thalia sollte diesmal antizipieren, was Ende nächsten Jahres technisch möglich ist, sonst wird das wieder nix!
Abseitszahlen wären interessant.

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Johnny 4. Januar 2011 um 14:08

@Matt und Johannes:
Ich sehe WLAN (und besser 3G) auch als notwendig für die nächste Runde Geräte… Die Umfrage bezieht sich ja hauptsächlich auf den deutschen/österreichischen/Schweizer Markt, und dort war es bisher Wurst, weil es Bücher sowieso nur auf den Rechner zum Rüberziehen gab und die Wireless Stores erst im späten Herbst gestartet habem (Thalia und Libri). Im nächsten Jahr hat sich das (eventuell mit Amazon) dann genügend entwickelt, dass es ein Hauptvertriebsweg (wenn nicht der Wichtigste) sein wird, daher glaube ich trifft die Voraussage zu, dass Wireless ein Muss (gewesen) sein wird…
Grüße!

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Rene 5. Januar 2011 um 22:18

Heute ist mir ein weiterer Killervorteil des Sony Prs-350 aufgefallen: Und zwar die kompakte Größe. Zu Hause bin ich gewohnt, Lesestoff mit auf das stille Örtchen zu nehmen, halt für längere Sitzungen. Wenn man nun als Berater bei Kunden vor Ort im Büro arbeitet, kann es natürlich unangenehm auffallen, wenn man diese Sitzungsstrategie dort auch weiter verfolgt. Sprich: man läuft mit einem dicken Roman Richtung Klo. Nicht so mit einem kompakten Ebook-Reader: Den kann man fast unsichtbar (zumindest relativ unauffällig) einfach in die Hosentasche stecken. Also bitte bedenkt bei eurer Kaufentscheidung auch die Grösse des Readers. Dies kann entscheidend für eure Karriere sein ;-)

Antworten

Sonntagsfrage: Hersteller des Jahres 2013 » Debatte » lesen.net 8. Dezember 2013 um 21:03

[…] Beginn des E-Reading-Zeitalters führte an Sony kein Weg vorbei, nicht umsonst war das Unternehmen euer Hersteller des Jahres 2010. Im damaligen Weihnachtsgeschäft waren die Top-Geräte Sony Reader Pocket Edition und Sony Reader […]

Antworten

Tolino-Allianz ist Hersteller des Jahres 2013 » Debatte » lesen.net 15. Dezember 2013 um 18:16

[…] 4 (14 Prozent), noch vor Sony, die 2010 von euch zu unserem bis dato letzten Hersteller des Jahres gewählt wurden und damals 53 Prozent der Stimmen auf sich vereinten. Der erneut beleuchtungslose Sony Reader […]

Antworten

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