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Weltbild vor der Pleite?

weltbildSteht Deutschlands größte Buchhandelskette kurz vor der Insolvenz? Laut einem FAZ-Bericht vom gestrigen Montag sei „der Fortbestand der Verlagsgruppe Weltbild akut bedroht“. Die Banken des in Kirchenhand befindlichen Unternehmens sollen Kredite für das defizitäre Unternehmen verweigern. Die Gesellschafter – im Wesentlichen katholische Bistümer – seien schon lange zerstritten über die Ausrichtung von Weltbild, hinter den Kulissen gehe es drunter und drüber.

Eine Sprecherin dementierte zwar, dass eine unmittelbare Insolvenz-Gefahr bestehe.Weltbild-Chef Halff macht allerdings keinen Hehl daraus, dass der derzeit durchgeführte Umbau (Einschnitte im stationären Bereich, Ausbau des Digital-Geschäfts) mittelfristig sehr verlustreich sein wird – erst im Geschäftsjahr 2015/2016 würden wieder Gewinne erwartet. 50 Prozent der stationären Buchhandlungen sollen dichtgemacht werden, ein bedeutender Teil der derzeit 6.800 Mitarbeiter wird seine Jobs verlieren. Ob es noch mehr werden, liegt jetzt offensichtlich in der Hand der Banken.

Weltbild ist bei weitem nicht die erste Buchhandelskette, die infolge des digitalen Wandels in Schieflage gerät. Der führende US-Buchhändler Barnes & Noble steckt tief in den roten Zahlen und wechselt seine Führungskräfte derzeit im Quartalstakt aus, sein Konkurrent Borders musste schon im Jahr 2011 Insolvenz anmelden. Auch der deutsche Weltbild-Rivale Thalia stand in den letzten Jahren angeblich immer mal wieder zum Verkauf, auch der neue Eigentümer der Douglas Holding – ein US-amerikanischer Finanzinvestor – soll sich nach einem neuen Eigentümer umsehen.

Schwerer Schaden für Tolino-Projekt

Eine Weltbild-Pleite (von der sicherlich auch die DBH-Schwestergesellschaft Hugendubel betroffen wäre) wäre ein harter Schlag für die Tolino-Allianz. Auch wenn Weltbild angesichts seines Kurses an dieser Stelle sicherlich zuletzt den Rotstift ansetzen wird und man sich um Support und Firmware Updates (die von der Telekom kommen) keine Sorgen machen braucht: In der Kundenwahrnehmung bekäme der Tolino ein enormes Imageproblem. Hinzu kämen natürlich der Wegfall von Verkaufsstellen und werblicher Präsenz.

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Kommentare


P.Gr. 10. September 2013 um 11:37

Na, das finde ich gar nicht toll. Zum Glück hat der Tolino eine offene Plattform. Sollte aber Weltbild Insolvenz anmelden, wird es dann für Weltbildkunden umständlicher, sich neue Bücher auf das Gerät zu laden. Geht dann nur noch via Computer und ADE. Oder es gibt dann ein richtiges Update, wo man per Wlan in jedem Online Shop Bücher kaufen kann.

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Stefan P. 10. September 2013 um 11:58

Ich meine, Herr Halff sprach seinerzeit vom Gesamtmarkt, als er die Schließung von 50% der Buchhandelsflächen voraussagte, nicht von Weltbild.

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Ali 11. September 2013 um 11:10

Stellungnahmen der ver.di-Mitglieder von Weltbild zum Thema finden sich unter www.weltbild-verdi.de

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6 E-Reading-Vorhersagen für 2014 » Debatte » lesen.net 6. Januar 2014 um 16:09

[…] heute einzigen Allianzmitglieder, stehen beide gewaltigen Herausforderungen gegenüber. Weltbild hat massive finanzielle Probleme und muss von seinen kirchlichen Gesellschaftern gestützt werden. Thalia ist als Teil der […]

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Weltbild angeblich unmittelbar vor Pleite » eBook News » lesen.net 10. Januar 2014 um 15:11

[…] werden soll. Schon im vergangenen September hatte die FAZ von einer akuten Finanzkrise bei Weltbild berichtet. Gerüchte um einen unmittelbaren Insolvenzatrag wies Weltbild damals zurück, räumte aber große […]

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