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XXL-Edition: “Go Set a Watchman” für 1.500 US-Dollar

“Got Set a Watchman”, der zweite Roman von Harper Lee nach dem Klassiker “To Kill a Mockingbird”, ist der erwartete Megaseller. Jetzt geht der Verlag mit einer limitierten Spezialausgabe in die Vollen. Was die Frage aufwirft: Was machen eigentlich Fan-Editionen für eBooks und Lesegeräte?

Mehr als zwei Millionen verkaufte Bücher in zwei Monaten: Die kontrovers diskutierte Vorgeschichte zum nicht zuletzt durch eine geniale Verfilmung legendär gewordenen Roman To Kill a Mockingbird (deutsch: Wer die Nachtigal stört) ist schon heute ein voller wirtschaftlicher Erfolg. Und obwohl es sich erst um den zweiten Roman von Harper Lee handelt, hat die Autorin viele Fans, denen die reguläre Premium-Ausgabe – das Hardcover für 17 US-Dollar beziehungsweise für 20 Euro – nicht genug ist.

Harper Lee unterschrieb weiße Blätter

Bildschirmfoto 2015-11-26 um 15.40.54Diesem Umstand tragen die US-Buchhandelskette Books-A-Million (257 Filialen in den USA) und der Verlag HarperCollins nun Rechnung. Für glatte 1.500 US-Dollar gibt es die 288 Seiten lange Geschichte auf extraschwerem Papier und in einem samtig-goldenen Einband. Das eigentliche Hightlight ist aber eine Signatur von Harper Lee in jedem der 500 Exemplare, auf die die Edition limitiert ist.

“Das ist eine Gelegenheit, die es nur einmal im Leben gibt”, betont ein Books-A-Million-Manager in der Pressemitteilung. Und angesichts des fortgeschrittenen Alters und dem Gesundheitszustand von Harper Lee lässt sich dem kaum widersprechen. Die nach einem Schlaganfall nahezu blinde und taube 89-jährige Autorin war nicht einmal mehr in der Lage, die eigentlichen Bücher zu signieren. Statt dessen habe sie “über einen Zeitraum von mehreren Monaten” weiße Blätter unterschrieben, die anschließend in die Bücher eingearbeitet wurden, berichtet die New York Times.

E-Reading-Experimente taten sich schwer

Bildschirmfoto 2015-11-26 um 15.43.49Die Special Edition von “Go Set a Watchman” ist sowohl im Pricing als auch in der Entstehung extrem, limitierte Ausgaben für Sammler und Fans erfolgreicher Bücher existieren aber seit der Bibel. Gedruckt, wohlgemerkt. Bei eBooks gab es in den letzten Jahren immer wieder Experimente, etwa Signaturen und Widmungen von Autoren in die digitalen Dateien einzuarbeiten. Die Resonanz auf solche Pilotprojekte war aber durchweg überschaubar. Gleiches gilt für besonders ausgestattete Lesegeräte wie das Pocketbook Sense mit Kenzo-Krokodilleder-Cover oder die Debbie Maccomber Special Edition des Sony Reader PRS-505 (mit besonderer Klebefolie und eigenen eBook-Bündelungen).

E-Reading-Individualisierungen finden am ehesten noch über Hüllen und Klebefolien an den Lesegeräten statt, unabhängig davon ob eBook Reader oder LCD-Gerät. Bei den eigentlichen Inhalten scheint es keinen wirklichen Bedarf an Einzigartigkeit und besonderer Ausstattung zu geben, was mangels Haptik hier ohnehin wesentlich schwieriger zu realisieren ist als bei bedrucktem Papier.

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