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eBook Flatrate Scribd erneut gestutzt

Nur anderthalb Monate nach der Auslistung tausender “zu viel gelesener” Liebesromane nimmt eBook-Flatrate-Anbieter Scribd erneut tiefe Einschnitte beim Angebot vor. Betroffen diesmal: Hörbücher.

Hörbücher gehen künftig extra

In einer im hauseigenen Blog publizierten “Nachricht von unserem CEO” annoncierte Scribd am Freitag den Ausschluss von Hörbüchern aus dem All-Inclusive-Angebot. Zum Flatrate-Preis von 8,99 US-Dollar ist nur noch ein einziges Hörbuch aus dem mehr als 40.000 Titel fassenden Katalog inklusive.

Für jede weitere Hörbuch-Wiedergabe sind nochmals 8,99 US-Dollar zu bezahlen. Das Geschäftsmodell der Amazon-Tochter Audible also, allerdings mit deutlich kleinerem Sortiment, dafür mit mehr als einer Million eBooks inklusive.

Aktuelles Flatrate-Angebot von Scribd

Aktuelles Flatrate-Angebot von Scribd

Scribd-Chef Trip Adler kündigt im Blogbeitrag zwar an, parallel zum Einzelkauf werde es weiterhin einen “rotierenden Katalog aus tausenden Hörbüchern zur unlimitierten Nutzung” geben, für die der Flatrate-Anbieter “besondere Vereinbarungen” mit Verlagen abschließe. Darunter werden aber kaum Top-Titel wie die Vertonung der “Tribute von Panem” sowie Hörbücher von Murakami, Jojo Moyes und Nick Hornby sein, die allesamt aktuell großflächig als Inklusiv-Leistungen auf der Scribd-Startseite beworben werden.

Zu viel gehört

Der Grund für die Umstellung dürfte der Gleiche sein wie für die Auslistung tausender höherpreisiger Liebesromane aus dem Sortiment: Hörbücher-Fans haben schlicht zu viele Hörbücher gehört. Weil Flatrate-Abonnenten naturgemäß einmalig bezahlen, Anbieter aber für jede Lektüre beziehungsweise Wiedergabe Lizenzgebühren an die Verlage abzudrücken haben, sind Viel-Nutzer grundsätzlich nicht wirtschaftlich für Scribd, Skoobe & Co. Und bei tendenziell höherpreisigen und schnell konsumierbaren Hörbüchern dürfte die Verlustschwelle schnell erreicht sein.

Es ist ein Rückbau mit Ansage. Das Fachblog The Digital Reader weist darauf hin, Scribd habe fast 10x mehr Hörbücher in seinem Flatrate-Sortiment gehabt als Kindle Unlimited von Amazon, dem subventionierte Angebote ja eigentlich auch nicht fremd sind. Auch dass die zahlreichen hochpreisigen Liebesromane ein gewaltiges Verlustgeschäft sein werden, war absehbar. Branchenexperte Andrew Rhomberg verleitet das zur rhetorischen Frage: “Verbrennt Scribd sein Wagniskapital noch schneller als Oyster?”

eBook Flatrates wackeliges Geschäftsmodell

eBook Flatrates sind ein relativ neues Geschäftsmodell, Anpassungen bei den Angeboten sind da selbstverständlich. Allerdings zeichnet sich schon ab, dass es für unabhängige Startups ein harter Kampf werden wird, mit viel breiter aufgestellten Handelsunternehmen wie Amazon (mit eigener Verlags- und Self-Publishing-Sparte) oder mit Verlagsangeboten wie Skoobe (Holtzbrinck, Bertelsmann) mitzuhalten. In den nächsten Monaten und Jahren wird es hier sicherlich einige Marktbereinigungen geben.

Eine Übersicht über aktuelle eBook-Flatrate-Anbieter haben wir auf der Infoseite eBook Flatrate Vergleich zusammengestellt. Hörbücher gibt es natürlich auch außerhalb von Flatrate-Angeboten und in großer Zahl auch kostenlos. Mehr dazu auf unserer Infoseite Kostenlose Hörbücher. Auch Marktführer Audible ist im ersten Monat kostenlos, Kunden des Premium-Dienstes Amazon Prime bekommen sogar die ersten drei Monate geschenkt.

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Kommentare


Änderungen bei Scribd – Aus Liebe zu Buechern 2. September 2015 um 17:39

[…] hatte letzte Woche einen Artikel, dass Scribd die Anzahl an Hörbüchern, die man innerhalb der Flatrate hören kann, auf ein Stück […]

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