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[Update] Adobe Digital Editions 3: Neues DRM sorgt für Ärger und Irritationen

Das neue “unknackbare” DRM von Adobe erlebt einen hoprigen Start und sorgt auf Kunden- wie Händlerseite für Ärger. Im falschen Shop beziehungsweise über den falschen Lizenzserver gekauft, lassen sich mit Adobe Digital Editions 3 autorisierte eBooks nicht mehr auf Lesegeräte übertragen. Experten raten ausdrücklich von einer Installation der neuen Version ab.

Mit Adobe Digital Editions 3 und dem zeitgleich erschienenen Content Server 5 hat Adobe vergangene Woche einen neuen Kopierschutz eingeführt, der dynamisch aktualisiert werden kann und damit eine hohe Sicherheit gewährleisten soll.

ADE 3 in Aktion

Adobe Digital Editions 3 in Aktion

Beim Ausrollen des neuen Kopierschutzes verhält sich Adobe wie der sprichwörtliche Elefant im Porzellanladen. Ohne Rücksicht und ohne Hinweise auf die noch inkompatible eBook-Reader-Firmware lädt die neue Verwaltungs-Software Adobe Digital Editions 3 mit dem neuen Kopierschutz versehene eBooks herunter, wenn der eBook Store die Verwaltungssoftware Content Server 4.2 oder höher einsetzt. Das ist in Deutschland unter anderem bei Sony (via txtr.com), bei Libri-Shops und teilweise auch bei Thalia der Fall (hier abhängig vom Zwischenhändler), ermittelten unsere Foristen. Unser Moderator Divingduck hat eine Tabelle zu den aktuellen Inkompatibilitäten erstellt und mit einigen Anmerkungen versehen.

Kompatiblitäten mit Adobe Digital Editions 3

Kompatiblitäten mit Adobe Digital Editions 3

Unter dem Strich steht die Empfehlung, weiterhin an der alten Verwaltungssoftware Adobe Digital Editions 2.01 festzuhalten (auf der Download-Seite klein unter “Additional Downloads” zu finden), an die auf jeden Fall eBooks mit dem alten Kopierschutz ausgeliefert werden. Dieser Empfehlung schließen sich auch Experten an. So warnt Bluefire-Chef Micah Bowers, mit ADE 3 heruntergeladene eBooks könnten sich teilweise nicht auf andere Geräte übertragen lassen.

eBook-Händler beziehungsweise deren Support-Kräfte sind mit der aktuellen Gemengelage offensichtlich überfordert. Martina Schein beschreibt in ihrem Blog, wie sie Libri-Mitarbeitern das Problem erst verständlich machen musste. Am Ende stand eine Entfernung des eBooks aus der Bibliothek nebst Rückerstattung des Kaufpreises. Auch die Onleihe bestätigte zunächst eine problemlose Kompatibilität mit ADE 3, um infolge von Fehlermeldungen und der Warnung einer regionalen Bibliothek (Chemnitz) zurückzurudern.

Mit dem neuen Kopierschutz versehene eBooks sind aktuell übrigens tatsächlich “unknackbar”, zumindest lässt sich das einschlägige Calibre-Plugin hier nicht mehr anwenden. [Update 30.01.: Tatsächlich handelte es sich um einen Software-Fehler, siehe unseren Artikel zum Thema. ] Der Preis der Sicherheit ist aber hoch, auch wörtlich genommen in Bezug auf den hohen Supportaufwand. Im Endeffekt könnte sich ADE 3 als Eigentor für Adobe erweisen und zu einer Abkehr vom auf Kundenseite ohnehin ungeliebten Kopierschutz führen.

<Bildnachweis: ADE-Nutzerin von Shutterstock>

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Kommentare


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