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Adobe überarbeitet DRM

adobe_logoAdobe gilt mit seinem restriktiven und für viele PC-Unerfahrende schwer verständlichen DRM-System als einer der großen Bremser im eBook-Business. In dieser Rolle fühlen sich die Kalifornier verständlicher Weise nicht wohl – und geloben Besserung.

Mit Version 5 vom Adobe Content Server, dem zentralen Verwaltungslösung für DRM-geschützte Literatur, verabschiedet sich der Konzern zumindest teilweise von der Bindung einer Adobe-ID an eine limitierte Anzahl von Endgeräten. Händler konnten ihren Kunden bislang die Lektüre eines eBooks auf je bis zu sechs verknüpften PCs und mobilen Devices erlauben.

Anstelle dessen soll künftig ein vergleichsweise profaner Passwortschutz treten, mit dem eBooks dann erstmals auch weiterverkauft bzw. -verliehen werden können. Das erfuhr die Computerworld (IDG-Verlag, hierzulande u.a. PC Welt) direkt von Adobe, die aber auf Verlagswunsch wohl auch weiterhin den “harten” DRM anbieten wollen. Bei Publishern wird das neue System mit Skepsis gesehen, weil hier durch die Entwendung einer Adobe ID ein eBook unkontrolliert und unbegrenzt verbreitet werden kann.

Letztlich liegt es in der Hand der Verlage, ob das neue DRM-System verbreitung finden wird. Hierzulande sind momentan nahezu alle komerziellen eBooks (außerhalb des Kindle Store) nur Adobe-verschlüsselt kaufbar. Einzelne Händler wie Beam eBooks bieten ausschließlich DRM-freie Literatur an, müssen dafür allerdings entsprechende Lücken im Sortiment im Kauf nehmen.

Als goldener Mittelweg wird immer mal wieder soziales bzw. “weiches” DRM ins Spiel gebracht (jüngst von Libreka), wo ein ansich unverschlüsseltes eBook lediglich durch Text im Dokument (z.B. Käuferdaten) personalisiert wird. Obwohl diese Lösung aufgrund nicht anfallender Lizenzgebühren an Adobe günstiger wäre und überhaupt die Schädlichkeit von Piracy insgesamt durchaus umstritten ist, hat sich aber noch keine Basis für ein solches Modell finden können.

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Kommentare


markus 10. Dezember 2009 um 12:18

Wozu DRM verwenden wenn jeder das “gescannte” Buch schon gelesen hat bevor sich die Verlege durchringen das Buch digital anzubieten?

Müssen die echt alle Fehler machen die die Musikindustrie gemacht hat?

Released schnell, günstig ohne DRM und IHR werdet euch kaputt verdienen.

Antworten

Zottels Zeug: Adobe will „weicheres“ ePub-DRM ermöglichen 11. Dezember 2009 um 20:11

[…] etwa wäre kein Problem mehr. Bleibt abzuwarte, ob die Verlage diese Chance nutzen werden. via lesen.net Autor: zottel Themen: Bücher, […]

Antworten

Brasilien verbietet (de facto) hartes DRM » eBooks » lesen.net 14. Juli 2010 um 11:44

[…] natürlich einen großen Gewinn für Mediennutzer dar. Gerade Lesefreunde haben sich mit einem (derzeit noch) äußerst starren Kopierschutz herumzuschlagen, welcher teilweise schon nach zwei Downloads den […]

Antworten

Karl 16. Januar 2012 um 18:16

Kann ich den Adobe-Unsinn ohne weiteres von meinem e-book-reader löschen, oder muss ich mit Schwierigkeiten rechnen?
Wäre für einen Tipp dankbar. Seit ich diesen Adobemist auf meinem Reader habe, gibt es nur noch Probleme.
Jedes Buch, das ich gekauft habe, kann ich verleihen und hier wird ein Firlefanz getrieben, der nicht mehr feierlich ist.

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