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#altbookstore: Auf der Suche nach einer Amazon-Alternative

Aktuell wird in New York kollaborativ an einem alternativen E-Book-Store als Konkurrent zu Amazon gewerkelt. Der Dokumentarfilm-Produzent und Autor Chris Kubica sucht gemeinsam mit 20 Kollegen und der „Crowd“ Ideen für die Entwicklung eines Online-Stores, mit dem Amazons Quasi-Monopol als E-Book-Händler gebrochen werden kann.

Die Idee für das Projekt Altbookstores entstand laut eines Berichts von Philip Jones auf futurebook.net und einer Twitter-Unterhaltung zwischen Kubica und thebookseller.com in einer E-Mail-Diskussionsrunde aus kreativen Köpfen der E-Book-Branche. Kubica und 20 Mitwirkende planen, innerhalb des auf zwei Tage angelegten Events eine Liste für die Entwicklung einer E-Book-Shop-Alternative zu Amazon zu erstellen, die sich auch in der Realität umsetzen ließe. Ziel des Events sei es laut Kubica nicht, innerhalb von zwei Tagen eine definitive Lösung zu finden, die auch tatsächlich umgesetzt werde. Vielmehr gehe es  um die Diskussion der aktuellen Marktsituation und mögliche Alternativen für die Zukunft des E-Book-Marktes. Das Event wird per Live-Stream übertragen und erhält auf Twitter unter dem Hashtag #altbookstore auch Input von außerhalb der Teilnehmer-Gruppe, zum Beispiel von Bibliothekarinnen.

Hintergrund für das Event ist der Wunsch nach offenen Dateien der E-Book-Händler

Der Hauptgrund für das Event ist laut Kubica vor allem, dass Inhalte verschiedener Plattformen nicht legal und reibungslos konvertiert und untereinander ausgetauscht werden können. Damit werde das Leseerlebnis stark eingeschränkt, da ein gekauftes E-Book nicht überall und mit jedem Gerät gelesen werden kann.

Nötig dafür wären DRM-freie E-Book-Dateien, die nicht an ein E-Book-Format, einen Verlag oder ein bestimmtes Gerät gebunden wären. Eine der wichtigsten Fragen, die sich Kubica und sein Team dabei stellen, ist die nach der Zielgruppe der Amazon-Alternative. Amazon richte sich durch seine geringen E-Book-Preise und die Anbindung der Kindle-Geräte an den Amazon-Shop vor allem an Vielleser, die einen eBook Reader nutzen. Die Hauptzielgruppe sei jedoch zunehmend der Gelegenheitsleser, der neben eBook Readern insbesondere auch Tablets zum Lesen nutzt. Gerade durch sie könne der Wunsch nach Plattform- und Geräte-unabhängigen E-Book-Formaten gestärkt werden.

Ein alternativer E-Book-Store müsse dafür im Angebot und Nutzerfreundlichkeit das aktuelle Angebot von E-Books bei Amazon übertreffen, um die Leser für sich zu gewinnen. Dafür müsse das Projekt vor allem preisgünstige E-Books anbieten, die auf jedem Gerät gelesen werden können, aber auch mit zusätzlichen Features aufwarten, die kein anderer Anbieter vorlegt.

Brainstorming für eine Amazon-Alternative

Kubicas Event findet zu einem Zeitpunkt statt, wo viel über eine Veränderungen der E-Book-Branche – nicht zuletzt durch Amazons Einstieg in das Angebot von E-Book-Abonnements – diskutiert wird. Derzeit sei es laut futurebooks-Autor Philipp Jones unwahrscheinlich, dass sich Kubicas „Traum-E-Book-Shop“ am Markt etablieren würde. Allerdings stehe der größte Wandel im Bereich E-Reading noch aus, sodass Kubicas Brainstorming durchaus zukunftsweisend seien könnte. Die ersten Reaktionen auf Twitter zeigen ebenso, dass es viel Gesprächsbedarf gibt, etwa zum Thema Lizenzierung oder die einfachere Entdeckung von E-Book-Angeboten. Hierzulande verfolgt Log.Os, initiiert von textunes-Gründer Volker Oppmann, übrigens einen ganz ähnlichen Ansatz.

<Bildnachweis: Karton von Amazon>

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