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Amazon.de verteuert Prime, integriert Video-Streaming

Amazon Deutschland baut seinen Premium-Dienst Prime nach US-Vorbild um. Der Jahresbeitrag verdoppelt sich beinahe, dafür ist künftig Video-Streaming über Lovefilm inklusive. Für Lesefreunde hat der Deal zwei Seiten.


Bislang bedeutet Amazon Prime in Deutschland vor allem einen schnelleren und günstigeren Versand physischer Güter, 29 Euro jährlich waren dafür fällig. Zusätzlich gab es einzig die Kindle Leihbücherei, aus der ein darin befindliches eBook pro Monat kostenlos ausgeliehen werden konnte.

12.000 Lovefilm-Videos inklusive

Am heutigen Freitag verkündete Amazon.de eine auf den ersten Blick drastische Preiserhöhung. Vom kommenden Mittwoch an kostet Amazon Prime 49 Euro jährlich. Dafür ist von da an “Prime Instant Video” (= Lovefilm) im Angebot enthalten, über 12.000 Filme und Serien-Episoden können unbegrenzt auf PCs und kompatible TVs und Set-Top-Boxen gestreamt werden. Noch bis Mittwoch gilt der alte Jahresbeitrag, Bestandskunden müssen dann bei der nächsten Verlängerung ihres Abos tiefer in die Tasche greifen.

Damit gleicht Amazon seinen Premium-Dienst hierzulande an das US-Angebot an. Prime kostet dort gegenwärtig 79 US-Dollar jährlich, auch dort gibt es neben schnellerem und günstigerem Versand (in den USA ein viel größeres Thema als bei uns) die Kindle Leihbücherei und eine große Online-Videothek.

Saurer Apfel für Nur-Leser

Wer schon heute viele Filme und Serien streamt und dafür etwa Maxdome oder den aufstrebenden französischen Dienst Watchever nutzt, für den ist das neue Prime natürlich eine gute Sache. Für unter 5 Euro im Monat gibt es nirgendwo sonst eine vergleichbare Video-Auswahl, hinzu kommen Kindle-Leihbücherei und Versandvorteile. Wer Prime hingegen bislang aus den letztgenannten Gründen abonniert hat, mit Movie-Streaming aber nichts anfangen kann (etwa mangels breitbandiger Internetverbindung), muss die Preiserhöhung wohl oder übel mitgehen.

Für Nutzer der Kindle Leihbücherei bedeutet die Prime-Erweiterung also zunächst einmal Mehrkosten. Ob damit auch zusätzliche Leistungen in der Leihbücherei einhergehen, erscheint eher unwahrscheinlich. Das Angebot ist bereits breit, nach Angaben von Amazon.de sind inzwischen über 500.000 eBooks für Prime-Kunden kostenlos ausleihbar. Dazu gehören die Top 4 der aktuellen Kindle-Bestsellerliste, jedoch kaum Verlagstitel (eine der wenigen Ausnahmen ist Oetinger). In den USA, wo Prime wie gesagt seit jeher teuerer und wertiger ist, ist das allerdings genauso. Anders als im Film-Bereich, wo auch die großen Studios und Verleiher mit ihren Blogbustern in der Streaming-Bibliothek dabei sind, meiden Buchverlage diesen Vertriebsweg noch. Hierzulande setzen Holtzbrinck und Bertelsmann mit Skoobe bekanntlich auf ein alternatives eigenes Modell.

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Kommentare


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