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Amazon warnt vor Update seiner Kindle-iOS-App [Update]

Schwere Panne bei Amazon: Die neue Version der Kindle-App für Apple-Geräte kommt mit einem Fehler, der die gesamte Kindle-Bibliothek löschen kann. Amazon warnt inzwischen selbst vor der Aktualisierung, liefert sie aber weiterhin aus – auch in Deutschland.

Gekaufte Kindle Books verschwinden

Version 3.6.1 der Kindle-App für iOS, geeignet sowohl für iPhone/iPod Touch als auch fürs iPad, sollte eigentlich nur „zahlreiche Fehlerbehebungen“ implementieren. Der Schuss ging allerdings nach hinten los, vielmehr ist die neue Version offenbar mit einem folgenschweren Programmfehler versehen. Wie die Apple-Nachrichtenseite TUAW berichtet, soll infolge des Updates in Einzelfällen der gesamte Kindle-Books-Bestand vom Gerät gelöscht worden sein. Laut betroffenen Kunden auf amazon.com sollen die E-Books teilweise auch nicht mehr in der Cloud verfügbar sein – der Amazon-Support habe bislang eher wenig kooperativ reagiert.

Auf der Kindle-App-Seite weist Amazon inzwischen selbst auf „ein bekanntes Problem“ mit 3.6.1 hin – und empfiehlt Kindle-Nutzern, die neue Version derzeit nicht zu installieren. Problematisch: Den Hinweis gibt es derzeit nur auf der US-amerikanischen iTunes-Seite – auch im deutschen App Store ist die Kindle-App bereits in der betroffenen Version verfügbar, hier fehlt die Warnung aber (noch).

Amazon wird derzeit an einem Fix des Fixes arbeiten – bis eine „saubere“ Version im App Store steht, kann es (nicht zuletzt aufgrund des Prüfungs-Prozedere von Apple) aber noch einige Tage dauern.

Keine Werbung für geschlossene Plattformen

Dass infolge des Updates E-Books offenbar komplett aus dem Besitz betroffener Nutzer entfernt werden, gibt dem Fehler eine neue Dimension – und könnte die Diskussion rund um „Erwerb und Besitz von Dateien in geschlossenen Ökosystemen“ neu befeuern. Wenn E-Books nicht nur bei Kontolöschung oder bei Copyright-Verstößen (siehe 1984), sondern selbst bei einem von Amazon verschuldeten Programmfehler auf Nimmerwiedersehen aus der Bibliothek des Nutzers verschwinden können, macht das die Kindle-Plattform für E-Reading-Einsteiger nicht gerade attraktiver.

[Update 18:30 Uhr: Das ging fix – inzwischen ist Version 3.6.2 im App Store, mit der das Problem behoben sein soll.]

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Kommentare


Matthias Matting 27. Februar 2013 um 17:39

„Teils auch aus der Cloud“ ist falsch. Der von dir zitierte User hatte einige Bücher in der Cloud, aber ältere eben nicht. Und die sind nun auch weg. („Some in cloud but many earlier ones not“). Genauso ärgerlich, aber nicht dasselbe ;-)

Antworten

Johannes 27. Februar 2013 um 17:41

@Matthias Stimmt, die Zwischenüberschrift war nicht korrekt. Im Artikel stimmt’s aber :) Danke,

Ciao
Johannes

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Thomas 27. Februar 2013 um 17:43

Dein letzter Absatz bringt die Problematik dahinter mit der Überschrift treffend auf den Punkt.

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Matthias Matting 27. Februar 2013 um 17:47

Zum letzten Satz: Nun ja, kein Fehler macht ein System für Einsteiger attraktiver ;-) Der Bug ist im Grunde aber eine Werbung für geschlossene Systeme. Denn was blieb erhalten: Die gekauften Bücher in der Cloud. Alles, was die User aus anderen Quellen bezogen haben, ist weg. Solche Bugs können in jeder eReading-App vorkommen, auch in Aldiko, Kobo usw. Die Hauptkritik müsste hier eher Amazons Krisenmanagement gelten…

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Bodo 27. Februar 2013 um 18:43

Matthias Matting schreibt:
„Der Bug ist im Grunde aber eine Werbung für geschlossene Systeme.“

So ein blödsinn! Was hat eine Cloud mit einem geschlossenen System zu tuen…?
Nichts, aber rein gar nichts!

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Joaquín 28. Februar 2013 um 16:07

Primär ist doch für den Kunden wichtig, wer hier für den Schaden des Kunden aufkommt und wie problemlos dies gehandhabt wird. Nach allgemeinen Verständnis dürfte hier die Schuld bei Amazon liegen.

Abgesehen von der Cloud bleibt hier aber die Frage, ob nicht solchen Systemen der Vorrang gewährt werden sollte, die auch eine private Sicherung dieser Daten ermöglichen.

Mangels Kindle, weiß ich nicht, ob so etwas mit Büchern möglich ist, welche bei Amazon erworben wurden.

Antworten

samy 1. März 2013 um 09:23

Eine Sicherung ist nicht geräteübergreifend möglich. Das heißt man kann eBooks sichern diese dann nicht aber auch ein anderen Kindle oder eine andere Ereader lesen. Soviel zum Lob des geschlossenen Systems.

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