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[Update] Apple lehnt Sony Lese-App ab, will 30%

apple-app-storeApples App Store Policy erhitzt heute mal wieder die Gemüter: Wie berichtet gehen die Kalifornier zunehmend gegen Anwendungen vor, die bei InApp-Käufen nicht auf das iTunes-Bezahlsystem setzen und entsprechend 30% der Umsätze an Apple abführen. Ein erstes prominentes Opfer dieser Maßgabe ist nun Sony, deren Reader-App der Zutritt in den App Store verweigert wurde.

Anders als hierzulande tritt Sony in den USA auch als eBook-Händler auf, verfügt analog zur Konkurrenz von Amazon (Kindle), Barnes & Noble (Nook) und Borders (Kobo Reader) über ein wachsendes “eReading-Ökosystem”. Neben derzeit einem vernetzten dedizierten Lesegerät (Sony Reader Daily Edition, ‘US only’) können im Reader Store geshoppte eBooks über entsprechende Anwendungen auch auf PC/Mac, Smartphones und Tablets synchronisiert werden.

sony-reader-app-300x253Neben einer Android-App entwickelte Sony dazu natürlich auch eine Anwendung für iOS-Devices, welche nun aber von Apple abgelehnt wurde – Grund dafür ist nach Informationen der New York Times, dass sich das Tool nicht Apples Bezahlsystem bedient. Damit ist Sony freilich in guter Gesellschaft: Zahlreiche eCommerce-Apps – von Kindle for iOS über den deutschen Onlinekiosk bis hin zur Shoppingapp von buch.de – wickeln den Transaktionsprozess über ihre Websites ab, sparen sich auf diesem Weg die Abführung von 30% der Umsätze an den Plattformbetreiber Apple.

Während sich das Unternehmen aus Kalifornien zum Vorgang gewohnt schmallippig zeigt, echauffiert sich Sony umso lauter: praktisch ohne Mitteilung habe Apple seine Geschäftspolitik den App Store betreffend verschärft und die eigene App demnach aus heiterem Himmel abgelehnt. Man suche nun den Dialog, um baldmöglichst einen Zugang zur eigenen Bibliothek auf iOS-Devices gewährleisten zu können.

Weil eBooks im Sony Store im gebräuchlichen epub-Format (Adobe DRM) vorliegen, kann hier gekaufte digitale Literatur zwar schon heute relativ problemlos über Drittapps wie den Bluefire Reader auf iPhone, iPad oder iPod Touch geschmökert werden; dass eBooks allerdings nicht direkt aus dem Gerät heraus gekauft und synchronisiert werden können, ist im Vergleich zur zahlreichen Konkurrenz (darunter in gewisser Weise auch Apple selbst mit iBooks) ein großer Makel.

Entsprechend darf man gespannt sein, wie die ‘angepasste’ Sony Lese-App beschaffen sein wird. 30% Revenue Share mögen bei völlig virtuellen Gütern wie Games-Items eine vernünftige Größe sein, sind im wettbewerbsintensiven eBook-Markt aber definitiv nicht wirtschaftlich realisierbar – andererseits kann sich gegenwärtig niemand, der Geld mit digitalen Verlagserzeugnissen verdienen möchte, eine Nicht-Präsenz im App Store erlauben.

[Update 19:30 Uhr] Ars Technica bekam zwischenzeitlich ein Statement von Apple: Tatsächlich wurde die App der fehlenden InApp Purchase Option wegen abgelehnt. Zwar dürften Anbieter zum Kauf zwar weiterhin auf ihren Webshop verlinken, müssten in diesem Fall aber ebenso eine Bezahlmöglichkeit via iTunes (mit sehr großer Wahrscheinlichkeit zum gleichen Preis) offerieren. Und selbst wenn in der App keine Shoppinglinks implementiert sind, sondern lediglich Inhalte (etwa eBooks)  aus der Datenwolke synchronisiert werden, müssen diese Inhalte auch via InApp-Purchases verfügbar sein. Für eBook-Händler brechen also schwierige Zeiten an.

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Kommentare


Timo 1. Februar 2011 um 19:03

Ich kenne die Sony App zwar nicht, aber ich vermute mal dass im Gegensatz zur Kindle App und den anderen aufgeführten Beispielen dort InApp Käufe drin sind, d.h. der Shop Teil der App ist. Die Kindle App macht lediglich den Browser auf und man kauft dort.

Antworten

Johannes 1. Februar 2011 um 19:12

Dürfte bei Sony genauso sein, genau das soll ja unterbunden werden.

Ciao
Johannes

Antworten

Timo 1. Februar 2011 um 19:49

Kann ich mir nicht vorstellen. Nach der Logik müsste Apple jegliche App, die mit extern gekauften Produkten oder Diensten arbeitet, ablehnen, angefangen von der Ebay-App und Amazon Windows Shopping bis hin zu Diensten wie XMarks, LastPass, DropBox etc.

Antworten

Timo 1. Februar 2011 um 19:53

Update zu spät gesehen, sorry.
Na da bin ich mal gespannt wie das in der Praxis funktionieren soll. Klingt unsinnig.

Antworten

Mario 1. Februar 2011 um 20:07

Nachdem sich Apple in letzter Zeit etwas geöffnet und auch die AppStore-Regeln etwas gelockert hatte, ist das ein klarer Rückschritt. Es ist zwar dem Kunden zuliebe schön, wenn InApp-Purchase gefördert wird, da es doch sehr bequem und sicher ist, mit Gewalt darf man so was aber nicht durchboxen. Hoffen wir mal, dass Apple sich das noch mal überlegt oder anderweitig Druck dagegen ausgeübt wird.

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Rüdiger Malke 1. Februar 2011 um 22:38

Apple spinnt… so schön ich meinen iMac auch finde, macht mir das dieses Unternehmen immer unsympathischer.. ich würd ums verrecken kein ebook bei Apple kaufen..

Antworten

Mario 1. Februar 2011 um 23:10

@Rüdiger: Die E-Books (iBookstore) haben aber erst mal nicht direkt was mit dem AppStore zu tun und mit 70 % Ausschüttung bekommen Autoren oder Verlage da im Vergleich zu anderen Stores oder gar gedruckten Büchern richtig was ab.

Antworten

Rüdiger Malke 2. Februar 2011 um 00:03

@Mario: aber Apple will für 0 Leistung 30% des Umsatzes, denn die Bücher kommen in keinster Form von Apple oder dessen Servern sondern von Sony. Das einzige was von Apple kommt ist die App. Das sind schlichte Mafia-Methoden..

Antworten

Thomas Knip 2. Februar 2011 um 01:16

Ach, wer weiß, was da hinter den Kulissen vorgefallen ist.

Sony ist wegen ePub ja eng mit Adobe verbandelt, das ja nicht zu Apples Busenfreunden gehört.
Vielleicht darf Sony Apples Rumgezicke mit Adobe ausbaden.

Antworten

Timo 2. Februar 2011 um 07:23

@Rüdiger: So sehr ich meine Kindle Bücher auf dem iPad liebe (und wohl kein iPad2 ohne Kindle App kaufen würde), aber dass Apple 0% Leistung bringt ist imho etwas vereinfacht gedacht, immerhin bieten Sie das Gerät an über dass Sony etc. per Ebooks Geld verdienen will. Ob Sonys und Amazons Leistung, die ja auch “nur” die Ebooks von den Verlagen durchschieben, 30% vom Verkaufspreis wert ist (das ist wohl auch deren Anteil), halte ich auch für fraglich. Apple wird diese 30% nicht komlett selber abgreifen können, aber z.B. 30% von der Marge von Sony und Amazon fände ich jetzt nicht völlig daneben.
Oder Sony, Amazon etc. packen zum Ausgleich eine iBooks App auf ihre Reader :-)

Antworten

Rüdiger Malke 2. Februar 2011 um 07:29

@Timo: Apple kann gern was vom Umsatz der eigentlich App abgreifen. Find ich ok. Läuft über deren Store und nutz deren Infrastruktur.. aber ansonsten isses reine gier.. Natürlich stellen sie das ipad.. aber dafür blecht ja der Kunde.. wenn das Geld was sie damit verdienen nicht reicht, müssen sie es teurer machen… Von mir aus kann Apple gern 30% wenn dafür die inApp-Käufe 43% mehr kosten als über die Internetseite der Anbieter… dann sehen die Applehörigen mal sie von Steves Gier haben :)

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Mario 2. Februar 2011 um 09:19

@Rüdiger: Welche Leistung bietet denn Sony, wenn sie die Bücher über ihren Shop verkaufen und dort auch mindestens 30 % einbehalten? Die haben die Bücher auch nicht geschrieben und vertreiben sie ganz genauso wie Apple.

Wenn du auf Apple (nicht zu unrecht) kritisierst, musst du es über Sony auch, denn die haben ihre Plattform erst gar nicht geöffnet und bieten Apple keine Möglichkeit, im Gegenzug ihren iBookstore auf Sony Geräten anzubieten. Denk auch mal daran.

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Timo 2. Februar 2011 um 09:20

@Rüdiger: Klar ist das Gier. Genauso wie es Gier von Sony und Amazon ist, ihre Apps auf das iPad zu bringen, und wie es Gier von Sony und Amazon ist bei Ebooks 30% abzugreifen für das reine Durchschieben der eBooks. Letztendlich müsste man sich auch darüber dann aufregen: Sony, Amazon etc. stellen ihre eReader, dafür zahlt genau wie beim iPad der Kunde, warum will Sony oder Amazon dann nochmal je eBook 30% verdienen? Gut, nun kann man sagen, ist ja deren eigener eBook-Store, aber im Gegensatz zu Apple erlauben es weder Kindle noch die Sony Reader eBooks am Gerät aus einem anderen eBook-Store als dem Eigenen zu kaufen. Die größere Einschränkung bei gleicher “Gier” haben hier IMHO Sony und Amazon. Einziger Vorwurf den man Apple machen kann ist dass sie die Spielregeln erst jetzt mitten im Spiel ändern (bzw. diese erst jetzt ernsthaft durchsetzen wollen).

Antworten

Timo 2. Februar 2011 um 09:47

Gerade zu dem Thema gelesen:

> In other news, most restaurants still
> don’t want you bringing in food from
> other restaurants to eat there.
(http://parislemon.com/post/3051758905/apple-states-the-obvious-and-inevitable)

:-))

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Rüdiger Malke 2. Februar 2011 um 10:58

Du vergleichst Äpfel mit Birnen. Der Vergleich mit den Restaurants hinkt nicht nur, der hat keine Beine. Ich sage ja nicht, das Apple nicht daran verdienen darf wenn über den App-Store Apps verkauft werden. Find ich total ok. Ich finde nur nicht, das Apple für 0,0 Leistung 30% bekommen sollte. Sony und Amazon hingegen bringen ja eine Leistung. Die Ebooks liegen auf deren Servern. Diese Firmen haben die Kosten für den Transfer und die Vorhaltung der Daten. Apple hingegen hat keine Kosten durch eine einmal verkaufte App. Was dort dann geschieht gehts Apple schlicht nichts an. Und im übrigen kann man auf den Readern von Sony und Amazon zwar nur in deren Stores einkaufen, aber man kann jedes ebook drauf lesen welches in einem Format vorliegt das der Reader kann. Auf dem iPad oder iPhone kannst du (zumindest von Haus aus) nur Apps installieren die von Apple kommen.

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Timo 2. Februar 2011 um 11:38

Na ja, es ist nicht mein Vergleich, aber ich finde schon dass er es im Kern trifft, auch wenn er die Angelegenheit natürlich stark vereinfacht (daher auch meine Smilies dahinter).

> Und im übrigen kann man auf den Readern
> von Sony und Amazon zwar nur in deren
> Stores einkaufen, aber man kann jedes
> ebook drauf lesen welches in einem
> Format vorliegt das der Reader kann.

Das kann man nach wie vor auf dem iPad auch, Apple geht es soweit ich das verstehe nur um Apps die auf irgendeine Art direkt den Content-Kauf anbieten, per externen Link oder InApp-Kauf. Apple wird kaum verbieten dass ich meine anderswo gekauften MP3s, PDFs und EPUBs auf das iPad übertrage und mit irgendeiner App anzeige. D.h. da besteht keinerlei Unterschied zwischen iPad und Kindle oder Sony Reader: Per weniger benutzerfreundlichen Weg bekomme ich beliebig Content auf die Geräte, der bequeme Weg führt aber über den Gerätehersteller und deren Anteil am Verkaufspreis.

> Ich finde nur nicht, das Apple
> für 0,0 Leistung 30% bekommen sollte.

Es ist eben nicht 0,0 Leistung. Die Leistung besteht darin den eBook-Anbietern eine Plattform zur Verfügung zu stellen die deren Verkäufe ankurbelt. Egal ob das Apple selbst dann noch direkt zuzuordnende laufende Kosten verursacht oder nicht, sie bieten eine Leistung die Sony, Amazon, B&N etc. gerne in Anspruch nehmen wollen, um damit Geld zu verdienen.

Aber wie schon gesagt, 30% finde ich auch zuviel. Einen bestimmten Anteil überhaupt finde ich aber durchaus legitim.

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Rüdiger Malke 2. Februar 2011 um 14:04

Es ist 0,0 Leistung wenn die Anbieter die inApp-Kauf-Option vielleicht garnicht nutzen wollen. Dann ist das irgendwie wie GEZ für App-Anbieter… nach dem Motto “auch wenn sie ihre Bezahldienste lieber anders abwickeln müssen sie das auch über uns und dafür hätten wir gerne XXEuro” …

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Thomas 2. Februar 2011 um 14:31

Im Grunde genommen ist es doch egal, ob es 30, 40, 10 oder 5 % sind.

Fakt ist doch, dass dadurch Produkte künstlich verteuert werden, weil alle daran verdienen wollen.

Die Streitereien wegen der Geldgier einzelner verhindert Innovationen und der Kunde zahlt. Nämlich die unverschämten Gehälter, die Boni und die Luftblase. Das was reinvestriert wird, dient nur dazu, quasi-Monopole zu finanzieren.

Schade dass einzelne Konzerne, die sich gerne mit Menschlichkeit und Innovation brüsten, vor lauter Geldgeilheit den Spass von Massen kaputtmachen.

Sorry, aber apple hat nicht mehr zu bieten, als andere. Man hat nur geschafft, folgsame Jünger zu Abhängigen zu machen.
Mir ist apple mittlerweile unsympatischer als Google und Microsoft zusammen.

Antworten

Timo 2. Februar 2011 um 15:00

@Thomas:

> Fakt ist doch, dass dadurch Produkte
> künstlich verteuert werden, weil alle
> daran verdienen wollen.

Ja nun, wir reden hier von Firmen die Geld verdienen wollen, keinen Wohltätigkeitsvereinen. Man kassiert was der Markt herbgibt. Ob dieses Gewinnstreben letztendlich etwas Positives oder Negatives ist hängt jetzt von davon ab welches Wirtschaftsmodell du bevorzugst :-) Aber Apple hat keine anderen Beweggründe als andere Firmen. Amazon hat sich sein Kindle-System auch nicht aus Nächstenliebe mit einem eigenen Dateiformat mit DRM versehen.

> Die Streitereien wegen der
> Geldgier einzelner verhindert
> Innovationen und der Kunde zahlt.

Puh, du wirfst jetzt aber nicht allen Ernstes Apple Innovationslosigkeit vor, oder?

> Sorry, aber apple hat nicht mehr zu
> bieten, als andere.

Dann hast du dich noch nicht unvoreingenommen mit einem iPad oder iPhone beschäftigt. Mal abgesehen davon dass Apple seine Produkte in der Regel auf den Markt bringt wenn es noch gar keine wirklichen Alternativen von Anderen gibt. Also wenn das nicht “mehr” ist weiß ich auch nicht. Apple lässt sich das eben nur entsprechend bezahlen, und ob es einem das wert ist muss jeder selbst wissen (das iPad ist mein einziges Apple-Produkt wo ich das für mich bejaht habe).

> Man hat nur
> geschafft, folgsame Jünger zu
> Abhängigen zu machen.

Och nö, nun auch noch das Argument dass Apple es auf mysteriöse Weise geschafft hat trotz schrottiger Produkte und schlechter Strategie Erfolg zu haben, weil alle Apple-Käufer zu doof sind zu merken dass sie einer Gehirnwäsche unterzogen wurden? Nur die wenigen standhaften Apple-Verweigerer sind die einzig Aufgeklärten? Ernsthaft?

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Mario 2. Februar 2011 um 15:43

@Rüdiger: Auf dem iPhone oder iPad kann ich beliebige E-Books, Musik oder Bilder nutzen. Apple verbietet da gar nichts.

Warum ein InApp-Kauf null Leistung darstellt, ist mir auch nicht klar. Apple muss die Transaktionsgebühr zahlen, trägt das Risiko von Kreditkartenrückbuchungen, muss Abrechnungen erstellen, Steuern abführen, etc. pp. Außerdem musste der ganze InApp-Purchase Kram ja erst mal entwickelt werden. Da steckt einiges an Leistung dahinter.

Und wie schon gesagt, nicht falsch verstehen. Ich befürworte die Aktion von Apple keineswegs. Nur wird hier auf Apple eingedroschen, obwohl die anderen beteiligten Unternehmen doch keinen Deut besser sind und mit den gleichen unfairen Bedingungen spielen. Wenn man sich die Bedingungen vom Amazon für den Verkauf von Apps in deren zukünftigen Store anschaut, ist Apple ja noch ein Waisenknabe dagegen.

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Siegfried Glaser 2. Februar 2011 um 16:27

Ich finde die Argumentation von Timo lustig, nach der Apple hier Leistung bietet.

(Es ist eben nicht 0,0 Leistung. Die Leistung besteht darin den eBook-Anbietern eine Plattform zur Verfügung zu stellen die deren Verkäufe ankurbelt.)

Nach der Argumentation könnte morgen ASUS bei Amazon anklopfen und etwas von meiner letzten Zahlung bei Amazon abhaben, weil ich eines ihrer Mainboards in meinem Rechner habe. Natürlich gleich hinter Microsoft, über deren IE ich auf der Website von Amazon war. In einer Reihe mit Intel, von denen die CPU kommt. Dahinter Logitech, auf deren Tastatur ich geschrieben habe. Danach die STEWEAG, die mir den Strom geliefert haben.

Apple verdient an der Hardware und an den Apps selbst. Was wollen diese Blutsauger denn noch?

Ja. Nur die wenigen standhaften Apple-Verweigerer sind die einzig Aufgeklärten. ;)

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Timo 2. Februar 2011 um 17:14

@Siegfried: Wo würde denn Apple an der Sony Reader App verdienen? Muss mir bisher entgangen sein.

Und um auf deine merkwürdigen Vergleiche einzugehen: Glaubst du ernsthaft diese Firmen würden nicht exakt das machen, wenn sie damit am Markt durchkämen? Glaubst du die verzichten darauf weil sie dich als Kunde so dufte finden und dir daher die Mehrkosten ersparen wollen?

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Rüdiger Malke 2. Februar 2011 um 18:45

Noch mal… ich liebe meinen iMac.. ich find ihn super… wenn nächstes Jahr n Major-Update kommt werd ich mir vermutlich n neuen holen um wieder auf aktuellem Stand zu sein (es sei denn Steve kastriert Mac OS genauso wie das iOS).. aber das ändert doch nix daran das diese 30% für 0 Leistung ne Frechheit sind. Das wäre ungefähr so als würde ich an einem Kiosk (=Apple) eine Zeitung erwerben und dann die in der Zeitung angebotene Abonnements-Karte ausfüllen und der Kiosk bei dem ich die Zeitung gekauft habe würde auf einmal bei dem Verlag klingeln und 30% wollen. Und das obwohl er für seine Leistung (verkauf von Zeitungen) bereits entlohnt wurde.

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Timo 2. Februar 2011 um 20:03

Nee, das wäre so als wärst du Zeitschriftenverleger und du verlangst vom Kioskbetreiber, dass er deine Gratis-Zeitschrift ohne Inhalt mit in sein Angebot aufnimmt, aber halt nix dafür bekommt (Marge X von 0 Euro Verkaufspreis ist halt auch 0 Euro). Die Inhalte könnten die Leser dann bei Dir direkt bestellen, am Kioskbetreiber vorbei. Ich wette jeder Kioskbetreiber zeigt Dir ‘nen Vogel wenn du sowas vorschlägst :-)

Antworten

Rüdiger Malke 2. Februar 2011 um 20:09

Ok.. die Diskussion ist an dieser Stelle für mich zuende.. du willst es nicht verstehen. Hast du Apple Aktien? :-)

Antworten

Timo 2. Februar 2011 um 21:10

Tja, dito, den gleichen Eindruck des Nicht-Verstehen-Wollens habe ich bei dir.

Belassen wir es dabei. Apple macht eh was Apple will, und der Markterfolg oder -misserfolg wird zeigen ob es richtig ist oder nicht.

Antworten

Thomas Knip 3. Februar 2011 um 12:03

Wenn ihr (beide Seiten) den Nutzwert für Apple nur linear zwischen Apple-Sony-Amazon sucht, überseht ihr das Gesamtbild.

Apple verdient an den Reader Apps indirekt, genau wie an allen anderen kostenlosen Apps.
Jedes neue populäre App erhöht die Attraktivität des App Store und von Apples Geräten.

Ein Kiosbesitzer, der eine kostenlose Zeitung auslegt, wird das mit dem (legitimen) Hintergedanken tun, dass die Kunden neben dem kostenlosen Angebot auch gleich ein kostenpflichtiges mitnehmen. Schließlich habe sie ja gerade Geld gespart und sind daher eher in Kauflaune.

Mir ist bisher noch niemand begegnet, der ausschließlich kostenlose Apps benutzt (mich eingeschlossen – obwohl ich das am Anfang noch tapfer vorhatte …).
Apple hat an den ganzen kostenlosen Apps, die mich dazu animiert haben, auch mal ein paar zu kaufen, inzwischen sehr gut indirekt verdient.

Und denselben Mehrwert ziehen sie aus kostenlosen Reader-Apps, die ihre Verkäufe nun mal nicht über Apple umsetzen wollen.
Keine Ahnung, wer da auf der Entscheidungsebene von Apple so engstirnig und kurzsichtig denkt.

Antworten

Timo 3. Februar 2011 um 13:32

@Thomas: Da hast du wohl recht, die Frage ist halt was Apple da wichtiger ist bzw. wie hoch diese Attraktivätssteigerung des iPads durch eine Sony Reader App ausfällt, und ob das den Nachteil überwiegt, bei den externen Käufen nicht mitzuverdienen.
Der Kioskbesitzer macht das sicher gerne für eine Zeitschrift die viele Kunden anlockt, aber bestimmt nicht für zig eher irrelevante Publikationen.

So gesehen ist es eventuell ganz geschickt von Apple, bei einer IMHO eher unwichtigen App wie der Sony Reader App (keiner hat die schon, und EPUBs kann man auch mit anderen Apps lesen) die Zähne zu zeigen, statt das z.B. bei der Kindle App zu machen, denn da wären die Konsequenzen sicherlich bedeutender (mein iPad würde bei eBay landen wenn jetzt plötzlich die Kindle App wegfallen würde, und ich wette da wäre ich nicht der Einzige).

PS: Ein Sony Reader (Hardware) wäre für mich übrigens auch attraktiver wenn ich darüber meine Kindle Bücher kaufen und lesen könnte :-)

Antworten

Melanie 4. Februar 2011 um 10:48

Tut mir leid, das ist jetzt nicht sonderlich objektiv und sachlich, aber das Zitat von John Stewart passt auf Apple immer besser:
Microsoft was supposed to be the evil one, but now Apple is busting down doors in Palo Alto, while Bill Gates rids the world of mosquitoes.

http://www.thedailyshow.com/watch/wed-april-28-2010/appholes

Antworten

Samy 4. Februar 2011 um 22:01

“Für eBook-Händler brechen also schwierige Zeiten an.”

Wieso?? Hat das Ipad so einen hohen an Teil am ebook-Geschäft?? Kann ich mir nicht vorstellen. Ganz einfach es werden keine Ebooks mehr für Ipad angeboten.. wenn die Verlage sich von Apple zurückziehen wird Apple das schon ändern oder halt Pech haben…

Antworten

Timo 5. Februar 2011 um 09:26

@samy
Guck mal hier: http://www.maclife.com/article/news/ipad_doubles_ebook_market_share

iPad schon über 30% letztes Jahr, Tendenz steigend.

Antworten

Klaus M. 5. Februar 2011 um 10:25

Schon interessant, wie sich die ach so cleveren Apple-Jünger hier einbringen.

Mir ist aufgefallen, daß sie

1. extrem schnell auf Kritik reagieren
2. ihre Quellen ausschliesslich auch Apple-eigenen Publikationen beziehen

Dann aber jedem fehlende Kenntnisse der Apple-Produkte vorwerfen, ohne je in Erfahrung gebracht zu haben, ob der Kritiker evtl. nicht selber ein i… sein eigen nennt.

Finde ich schon sehr lustig, dieses “Völkchen”. (Scientology und Zeugen Jehovas reagieren übrigens genauso und sind genauso nervend und überflüssig)

Ist nur meine Meinung.

Antworten

Timo 5. Februar 2011 um 10:59

@Klaus:

Gibt es zu deiner “Meinung” auch Argumente oder nur bornierte Diffamierungen? Ansonsten würde ich dich und deinen Beitrag tendenziell auch eher als “überflüssig” bewerten, außer es ging dir nur ums Aufplustern, dann war er zumindest für dich nicht überflüssig sondern es hat geklappt. Glückwunsch :-)

Ist natürlich nur alles “meine Meinung”, ist ja klar, mit diesem Zusatz nehme ich dann auch Narrenfreiheit für mich in Anspruch, denn das relativiert natürlich jeden noch so niveaulosen Beitrag.

Antworten

Klaus M. 5. Februar 2011 um 11:19

@ Timo

Danke für die schnelle Bestätigung :-)

Für mich ist dieser Bereich damit abgeschlossen, dsa die Meinungen ja ausgetauscht wurden.

Antworten

Timo 5. Februar 2011 um 11:47

@Klaus

Das ist schön, alles Andere hätte mich auch überrascht. Klare Fronten, jeder denkt der Andere ist ein Schwachkopf, EOT :-))

Antworten

Klaus M. 7. Februar 2011 um 10:47

@Timo
Schon ziemlich anmassend, zu behaupten, zu wissen was ich denke. Und falsch noch dazu.

Nur weil Sie eine andere Meinung haben, denke ich NICHT, das Sie ein Schwachkopf sind.

Aber vielleicht ist es auch nur bezeichnend, dass, wenn man Probleme mit Objektivität hat, ausschliesslch in solchen Kategorien und Schubladen denken und sich äussern kann.
Und sich damit anderen Dingen verschliesst.
Losgelöst von Apple-Produkten oder dem Unternehmen.

Antworten

Timo 7. Februar 2011 um 11:58

Herrjeh, Herr M., ich dachte es wäre nun gut. Ok, Sie (ich mache den albernen Wechsel zum “Sie” jetzt mal mit) denken nicht dass ich ein Schwachkopf bin, sondern, ich zitiere:

> ach so cleveren Apple-Jünger

“ach so clever” soll wohl Sarkasmus sein, kann ich also nur als das Gegenteil von “clever” interpretieren.
“Apple-Jünger” kann ich auch nicht als neutral oder positiv betrachten.

> Scientology und Zeugen Jehovas reagieren übrigens genauso

Nun ein Vergleich mit Scientology und Zeugen Jehovas.

> sind genauso nervend und überflüssig)

Da ist es mir fast noch lieber ein Schwachkopf zu sein als “überflüssig”.
Aber gut, Sie waren ein wenig, wenn auch unwesenlicht, subtiler, als gerade heraus “Schwachkopf” zu schreiben. Das macht es aber dadurch nicht besser.

> Aber vielleicht ist es auch nur bezeichnend, dass, wenn man Probleme mit Objektivität hat

Ja, ist klar, Ihr erster Kommentar strotzte nur so vor Objektivität. Ein Paradebeispiel geradezu. Es ist mir nur nicht gelungen zwischen den Zeilen zu lesen. Sorry.

> Aber vielleicht ist es auch nur bezeichnend, […]

Ja, in der Tat bezeichnend. Tip: Vielleicht einfach nochmal oben die ganzen Kommentare durchlesen, den eigenen sowie meine.

Antworten

Siegfried Glaser 9. Februar 2011 um 10:44

@Timo: Bezüglich “Wo würde denn Apple an der Sony Reader App verdienen?”…

Ich bin davon ausgegangen, dass Apple am VERKAUF der App verdient. Dem Post von Rüdiger Malke entnehme ich nun, dass die App anscheinend gratis ist. In dem Fall verdient Apple dann natürlich nicht mit.

Ein Kompromiss wäre vielleicht zu verlangen, dass Apple je installierter App einmalig etwas bekommt.

Wenn Apple für jedes verkaufte Buch etwas will, stellt sich für mich die grundlegende Frage, ob ich über eine iPad- oder IPhone-App überhaupt etwas verkaufen darf, ohne dass Apple mitschneidet.
Sofern Apple bei eBooks mitverdienen will weil sie dafür anscheinend selbst einen Marketplace haben, dürfte niemand mehr das Risiko eingehen, eine App zum Verkauf von irgendetwas zu schreiben. Sobald die Sache lukrativ würde, stünde sicher auch Apple mit einem eigenen Marketplace auf der Matte und würde mitverdienen wollen.

Naja, ich weiß insgesamt zu wenig über Apple. Mir war dieses Unternehmen immer unsympathisch. Angefangen vom Chef, über ihre Politik, bis hin zu den Produkten. Jeder wie er glaubt.
Zum Glück gibt´s ja auch Alternativen. ;)

Antworten

Timo 9. Februar 2011 um 12:12

@Siegfried:

> Ein Kompromiss wäre vielleicht zu
> verlangen, dass Apple je
> installierter App einmalig
> etwas bekommt.

Ja, das wäre auch eine Möglichkeit. Die Frage ist halt, was ist fair. Ein Pauschalbetrag juckt große Unternehmen die viel Gewinn mit einer App machen nicht, verhindert aber das kleine Unternehmen mit einer App mitmischen. Typische Lösung also in solchen Fällen, nicht nur bei Apple: Prozentualer Anteil. Das finde ich wie gesagt prinzipiell durchaus okay, ob 30% bei Büchern dann Sinn macht ist eine andere Frage.

> stellt sich für mich die grundlegende
> Frage, ob ich über eine iPad- oder
> IPhone-App überhaupt etwas verkaufen
> darf, ohne dass Apple mitschneidet.

Nein, das ist es ja, du darfst das laut Apple-Bestimmungen nicht. Fast alle Apps handhaben das auch so. Wenn du eine Funktionserweiterung für eine App kaufst, oder zusätzliche Spiele-Levels etc, dann läuft das über die InApp Käufe und Apple bekommt 30%. Ist ja auch logisch, sonst bietet jeder nur noch Gratis-Apps im App Store an die sich per Zahlung außerhalb des App Stores zur Vollversion freischalten lassen, und schon hat man 30% Apple-Anteil gespart.
Apple hat halt bisher nur bei der Ebook-Sparte ein Auge zugedrückt wenn Anbieter diese Regelung umgangen haben indem die Verkäufe zwar _für_ die App waren, aber nicht _in_ der App stattfanden. Wobei hier im konkreten Beispiel des Kindle oder Sony Readers noch hinzukommt, dass die Käufe nicht _nur_ für die jeweilige App sind sondern auch für die Hardware-Reader. Sicherlich eine schwierige Situation die nicht einfach nur schwarz oder weiß ist.

> Sofern Apple bei eBooks
> mitverdienen will weil sie
> dafür anscheinend selbst einen
> Marketplace haben, […]

Ich glaube nicht dass es um den eigenen Marketplace geht (iBooks gibt es ja noch nicht mal in allen Ländern), sondern einfach ums Mitverdienen.

> Naja, ich weiß insgesamt zu wenig
> über Apple. Mir war dieses
> Unternehmen immer unsympathisch.

Ja, mir teilweise auch, aber es ist halt ein anderes Geschäftsmodell und eine andere Firmenphilosophie, und die funktioniert offensichtlich recht gut, und sie bedient einen vorhandenen Markt. iPhone und iPad sind geschlossene Systeme, das hat Nachteile wie die Kontrolle durch Apple, aber auch unbestreitbare Vorteile bei der Produktqualität, insbesondere der Bedienerfreundlichkeit und Zugänglichkeit für den Normal-User.
Und selbst wenn man Apple nicht mag muss man doch sehen dass sie Innovationsmotor sind und Dinge wie Smartphones oder Tablets (auch von Konkurrenz-Systemen mit gänzlich anderer Philosophie wie Android) heute ohne Apple längst nicht so weit wären.

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