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Apple Watch und Spritz: Dream Team fürs E-Reading? [+ Umfrage]

Apple will mit seiner schlicht "Watch" genannten intelligenten Armbanduhr nichts weniger, als die Produktklasse neu zu erfinden. Sozusagen als Nebeneffekt könnte die Apple Watch auch noch das Leseverhalten grundsätzlich verändern – die Spritz-Technologie ist wie gemacht für Smartwatches.

Spritz ist ein Speed-Reading-Dienst, der erstmalig auf im Februar dieses Jahres auf einer Mobilfunkmesse vorgestellt wurde und dabei viel mediale Beachtung fand. Spritz zeigt Text Wort für Wort an, darüber und mittels Hervorhebung markanter Buchstaben soll vielfach schneller gelesen werden können als "konventionell" bei Betrachtung einer ganzen Wortreihe. Auf der Unternehmensseite kann die Technologie ausprobiert werden.

Im April dieses Jahres fand Spritz hierzulande größere Beachtung, als die Online-Ausgabe der Bild für einen Tag sämtliche Artikel mit Spritz-Box bestückte. Und seitdem war Spritz nicht untätig. So gibt es inzwischen etwa eine iOS-App, mit dem unter anderem die kostenlosen eBooks aus dem Project Gutenberg "gespritzt" werden.

ft app spritzVor zwei Wochen folgte dann eine vielleicht zukunftsweisende Ankündigung. Samsung ließ verlauten, die neue hauseigene Smartwatch Samsung Gear S werde mit einer News-App der Financial Times ausgeliefert, die Inhalte mittels Spritz-Technologie anzeigt (rechts im Bild). Es ist das erste mal, dass Spritz auf einer Smartwatch zum Einsatz kommt – jener Produktklasse, der die an diesem Dienstag angekündigte und Anfang 2015 erscheinende Apple Watch zum Durchbruch verhelfen könnte.

Die Displays intelligenter Uhren sind zu klein für eine konventioneller Wiedergabe längerer Texte, dazu gibt es eigentlich keine zwei Meinungen. Andererseits gibt es den Kundenwunsch, neben Informationen über neue Whatsapp- und Facebook-Nachrichten und E-Mails auch die Inhalte oder zumindest einen Teil davon angezeigt zu bekommen. Die Spritz-Technik ist von Natur aus sehr platzsparend – ein Vorzug, der am Desktop überhaupt nicht und auf den immer größeren Smartphones und Tablets kaum, aber auf einem Smartwatch-Display voll zum tragen kommt.

Freihändiges E-Reading

Ist die Displaybreite ausreichend zur Darstellung eines Wortes, macht es sogar keinen Unterschied, ob der komplette Text auf dem Smartphone oder gleich auf der Uhr gelesen wird. Im Gegenteil ist die Anzeige auf der Smartwatch deutlich komfortabler, weil die Hände frei bleiben und es keine ablenkende leere Displayfläche um die Spritz-Box herum gibt. Kommt man mit dem Schnell-Lesen grundsätzlich zurecht, stünde auch der Lektüre von längeren Nachrichten oder sogar einem ganzen (Sach-)Buch nichts im Weg.

Wird Spritz auf der Apple Watch und weiteren Smartwatches also eine neue E-Reading-Revolution begründen? Die Antwort darauf hängt zunächst einmal von der Frage ab, ob sich die neue Produktklasse überhaupt durchsetzt. 2015 ist hier zweifelsohne das Schicksalsjahr: Werden die Apple Watch, die Motorola 360, die LG G Watch und all die anderen jüngst vorgestellten neuen Wearables zu Ladenhütern, wird es mit der herstellerseitigen Euphorie schnell vorbei sein und auch für Spritz entsteht kein neuer Markt. Im Erfolgsfall aber könnten Smartwatches unsere Lesekonsum grundlegend verändern. Davon auszuklammern ist aber wohl Belletristik; so sehen es zumindest unsere Foristen, die Spritz grundsätzlich durchaus offen gegenüberstehen.

Ein Buch so lesen? Nein, da geht es schließlich nicht um Geschwindigkeit, sondern um Spaß. Da bleibt man auch mal hängen und denkt über das nach, was man gerade gelesen hat. Dafür ist Spritz doch denkbar ungeeignet.

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Kommentare


E-Ink-Smartwatch Pebble debütiert in Deutschland » lesen.net 4. Februar 2015 um 12:57

[…] Großkonzerne wie LG, Sony und Samsung und der fürs Frühjahr 2015 angekündigten Apple Watch, die viele Smartwatch-Interessierte sicherlich die Kaufentscheidung aufschieben […]

Antworten

Bewusstes Lesen: “Slow Reading” auf dem Vormarsch » lesen.net 13. Mai 2015 um 12:38

[…] Watches zur Lektüre von eBooks geeignet seien oder Speed-Reading-Applikationen wie Spritz! zum endgültigen Durchbruch verhelfen könnten, die ihre Leser in extrem hoher Taktzahl durch eine Geschichte treiben. Unabhängig davon sind […]

Antworten

Bücher auf der Smartwatch lesen – wer macht das denn?! | Edyssee 8. Oktober 2015 um 17:34

[…] Art bereits seit einem Jahr lesen. Und auch das Fachblog Lesen.net hat bereits im September 2014 über diese Entwicklung berichtet und seine Leserschaft – darunter sicher viele langjährige E-Book-Nutzer – befragt. Diese kamen […]

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