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Aprilscherze: Von analogem Self Publishing bis zum 3D-Reader

Insbesondere im Social Web prasselte am heutigen ersten April eine Flut von Aprilscherzen auf die Nutzer ein. Auch die Buchbranche ließ sich nicht lumpen. Wir haben die besten Aprilscherze aus diesem Jahr zusammengestellt – plus ein Klassiker, der immer wieder für Verwirrungen sorgt.

Den aufwändigsten Aprilscherz hat sich der holländische E-Reading-Spezialist Icarus ausgedacht. Der Icarus 3D bekam auf der Homepage des Herstellers eine eigene Produktseite (nicht von der URL verwirren lassen, es handelt sich tatsächlich um die Händlerseite), Renderings und abgesehen vom 3D-Display („das bedeutet, du wirst im wahrsten Sinne des Wortes ins Buch gezogen“) realistische Spezifikationen spendiert. Die Präsentation ist so glaubwürdig, dass hinter die Scherzhaftigkeit sogar noch ein kleines Fragezeichen zu setzen ist – es wäre bei weitem nicht die erste verrückte Idee, die tatsächlich in einem Produkt mündet.

Viel Mühe haben sich auch die Kollegen vom Buchmarkt gegeben, die Random House (Bertelsmann) die Entwicklung einer eigenen Instant-Buchdruck-Maschine angedichtet haben und in ihrem Artikel fleißiges Name-Dropping im Stil einer Pressemitteilung betreiben. Fernab von der Realität ist das Konzept freilich nicht, mit der Espresso Book Machine steht eine ähnliche Apperatur sogar schon in US-amerikanischen Buchhandlungen. Die beim Buchmarkt abgebildete Maschine sollten Autoren hingegen eher nicht mit ihren Manuskripten füttern, tatsächlich handelt es sich nämlich um einen Schredder.

International fand der Aprilscherz von Reddit große Beachtung, Diskussionen zu vielen bedeutenden Büchern von seiner Plattform bannen zu wollen. In den letzten Tagen wurde bei Buchdiskussionen häufig ein automatischer Hinweis eingeblendet, es sei ein Buch erwähnt worden, das auf „Banned Books list“ stehe. Vom 01.04. an würden Erwähnungen dieser Bücher gelöscht werden. Am heutigen Dienstag gab es dann  das erwartete „April April“, verbunden mit Hinweisen auf tatsächlich zensierte Bücher anderswo. Ironischer Weise gab es auch unter diesem Posting noch einen automischen Zensur-Hinweis.

Evergreen „Buchgeruch aus der Dose“

Eine alte Idee in neuen Schläuchen präsentierte stuff.tv. Die Gadget-Seite stellte Amazon Kindle Paperscent vor, eine Kindle-Hülle mit variablem Buchgeruch. Schon im Jahr 2009 gab es den Aprilscherz eines Raumsprays mit Buchgeruch (wir berichteten). Darunter befanden sich auch Duftrichtungen wie „Eau, You Have Cats“, trotzdem fielen Journalisten noch Monate später auf das Fake-Produkt herein. Dieser Aprilscherz wurde allerdings schon von der Realität eingeholt: Für rund 100 Euro gibt es bei Amazon.de (versandt von Buchhandlungen) „Paper Passion Perfume“, ein von einer Berliner Manufaktur kreiertes Parfum mit Papiergeruch.

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Kommentare


Aprilscherze: Amazon allgegenwärtig » lesen.net 1. April 2015 um 15:46

[…] als “Suchfunktion”). eBook-Reader-Hersteller hingegen hielten sich diesmal zurück. Im vergangenen Jahr sorgte Icarus für ein Highlight, als es den vermeintlich ersten 3D-Reader […]

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