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Audible: Amazon dreht Verlagen und Autoren den Hahn zu

Die Amazon-Hörbuchtochter Audible reduziert die Umsatzbeteiligungen für Verlage und Indie-Autoren, die ihre Rechte und produzierten Audiobooks über die hauseigene Plattform ACX distributieren. Die Anpassung dürfte ein Vorgeschmack darauf sein, was in Bälde auf Buchautoren zukommen wird.

Auf der ACX-Website weist Amazon auf eine „wichtige Aktualisierung der ACX-Vergütungen“ hin. Für exklusiv über Audible, Amazon und den angeschlossenen Partner iTunes distributierte Audiobooks werden vom 12.03. an nur noch 40 Prozent der Umsätze ausgeschüttet. Bislang waren es umsatzabhängig 50-90 Prozent. Bei nicht-exklusivem Vertrieb werden nur noch pauschal 25 Prozent statt umsatzabhängig 25-70 Prozent ausgeschüttet.

Der Bonus von 25 US-Dollar, falls ein eigenes Audiobook zu den ersten drei von einem Neukunden heruntergeladenen Hörbüchern gehört, wird durch einen Bonus von 50 US-Dollar für den Produzenten des ersten heruntergeladenen Titel ersetzt. Auch hier spart Amazon also.

Eine Begründung für die drastische Kürzung – viele Rechteinhaber werden Umsatzeinbußen von über 50 Prozent erleiden – gibt das Unternehmen nicht wirklich. Unter dem FAQ-Punkt „was ist der Grund für die Änderung?“ wird Marketing-Phrase an Marketing-Phrase gereiht. Die Kollegen von Gigaom merken an, schon im vergangenen Sommer habe Audible die Konditionen seiner Lieferanten durch Streichung eines 1-US-Dollar-Bonus pro heruntergeladenem Hörbuch verschlechtert. Damals hieß es, der Bonus habe dazu gedient, man wolle „die Aufmerksamkeit für Hörbücher erhöhen“ – das sei nun wohl nicht mehr notwendig.

Gigaom skizziert, der 2011 als Rechtemarktplatz von großen Buchverlagen gestartete ACX habe sich in den letzten Jahren zu einer beliebten Plattform für Indie-Autoren und unabhängige Produzenten entwickelt. Über ACX können Autoren und Produzenten Hörbücher auch ohne Verlagsvertrag einem breiten Publikum zugänglich machen und erzielen so deutlich höhre Erlöse. ACX ist damit ein Spiegelbild von Kindle Direct Publishing, dem Distributions-Hub der Amazon-eBook-Plattform.

Tantiemen-Senkung bei KDP eine Frage der Zeit

Amazon hat im eBook-Bereich längst eine ähnlich dominante Position wie im Hörbuchgeschäft. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis auch hier die Daumenschrauben angezogen werden und die derzeitige 70-Prozent-Vergütung Geschichte ist. Das sollten gerade diejenigen Indie-Autoren im Hinterkopf haben, die aktuell exklusiv bei Amazon.de publizieren und damit (und mit ihrer Entscheidung für hartes DRM) den Kindle-Kosmos noch stärker und auch aus Autorensicht unverzichtbarer machen. Denn genauso wie Autoren und Produzenten von Hörbüchern trotz Tantiemen-Senkung Audible wohl oder übel die Treue halten werden, könnte sich Amazon aktuell auch bei der Kindle-Plattform eine Reduzierung der Vergütungen erlauben, ohne einen Contentschwund befürchten zu müssen – aufgrund der Marktmacht führt aus wirtschaftlicher Sicht kein Weg am Unternehmen aus Seattle vorbei.

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Kommentare


Aktuelles 4. März 2014 4. März 2014 um 15:13

[…] Audible: Amazon dreht Verlagen und Autoren den Hahn zu » lesen.net “Auf der ACX-Website weist Amazon auf eine “wichtige Aktualisierung der ACX-Vergütungen” hin. Für exklusiv über Audible, Amazon und den angeschlossenen Partner iTunes distributierte Audiobooks werden vom 12.03. an nur noch 40 Prozent der Umsätze ausgeschüttet. Bislang waren es umsatzabhängig 50-90 Prozent. Bei nicht-exklusivem Vertrieb werden nur noch pauschal 25 Prozent statt umsatzabhängig 25-70 Prozent ausgeschüttet.” […]

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