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Bastei Lübbe glättet die Preise

Bei Bastei Lübbe gehören gebrochene Preise (Schwellenpreise) wie 4,99 Euro oder 9,95 Euro bald der Vergangenheit an, zumindest bei einem Großteil des ausgedruckten Verlagsprogramm. Damit wollen die Kölner vor allem dem Buchhandel entgegen kommen. Bei eBooks ist die Problematik weniger akut, glatte Preise sind für kleinere Verlage und Indie-Autoren allerdings teilweise auch überhaupt nicht realisierbar.

“Ein Experiment”

Durch eine gemeinsame Promotion-Aktion mit Amazon (und die vorige Zusammenarbeit beim Storyteller Award) zog Bastei Lübbe zuletzt den Unmut vieler Buchhändler auf sich, vereinzelt wurden die Titel des Verlag sogar aus den Regalen genommen. Jetzt kommt Bastei Lübbe dem Sortiment bei einem anderen wichtigen Thema entgegen: Der Preisgestaltung, die in Deutschland preisbindungsbedingt bekanntlich vom Verlag festgelegt wird.

Die Preise für Bücher von Bastei Lübbe sollen von Herbst an höher sein, und sie sollen – mit Ausnahmen bei besonders preissensiblen Taschenbüchern – geglättet sein. So wird ein Taschenbuch dann also statt 10,99 Euro glatte 11 Euro kosten. Laut dem Verlag handele es sich vorerst um ein breit angelegtes Experiment: “Sollten wir auf breiter Front scheitern, kehren wir zurück zu den teils ungeliebten, aber gelernten 99er-Endungen.” Bastei Lübbe ist bei weitem nicht der erste Verlag mit glatten Preisen, könnte durch seine Größe hier aber Trendsetter sein.

“Billig”-Makel, nerviges Kleingeld

Buchhändler stört bei gebrochenen Preisen die zusätzliche Herausgabe von kleinstem Wechselgeld, mehr aber noch der mit ,99-Endungen scheinbar einhergehende Deal- beziehungsweise Billig-Charakter, der in den Augen vieler nicht zum Kulturgut Buch passt. Ob 119,99 Euro (aktueller Preis des Kindle Paperwhite 3) tatsächlich günstiger wirkt als 120 Euro und eher zum Kauf animiert, darüber ist sich die Marktforschung bis heute uneins.

Fragt man Händler und Kunden, stoßen Schwellenpreise praktisch durchweg auf Ablehnung. Die Umsätze sprechen häufig dann aber doch eine andere Sprache.

Apple fordert Schwellenpreise

Auch bei eBooks sind Schwellenpreise Gang und Gäbe, zuvorderst der beliebte Aktionspreis von 0,99 Euro (“nicht einmal ein Euro”). Die Problematik ist hier auch nicht ganz so akut wie bei Print, weil eBooks im Vergleich ohnehin häufig eher preissensible Leser anziehen (die gegenüber der gedruckten Ausgabe sparen wollen) und weil kein nerviges Münzwechselgeld im Spiel ist.

Allerdings haben zumindest Indie-Autoren und kleinere Verlage, die auch im iBookstore präsent sein wollen, auch keine andere Wahl. Wie berichtet besteht Apple auf Schwellenpreise, aufgrund der Buchpreisbindung müssen im iBookstore für ,49/,99 Euro verkaufte Titel dann auch bei allen anderen Händlern so viel kosten.

<Bildnachweise: Schwellenpreis von Shutterstock>

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