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Bloodcast: Interaktiver Serienroman exklusiv bei Amazon.de

Mit dem siebenteiligen Serienroman Bloodcast hat Amazon Deutschland am Freitag sein bislang wohl ambitioniertestes E-Book-Projekt gestartet. Das breit beworbene Format macht den Leser gewissermaßen zum Mitautoren. Als Blaupause dienen TV-Shows.

Bei Bloodcast handelt es sich um eine Serie von sieben Kurzgeschichten, die ein Model-Casting für ein Modeunternehmen behandeln. Amazon spricht von einer "Casting-Romanserie mit Mystery-Elementen" – der Titel lässt schon vermuten, dass es bei der Ausscheidung nicht ganz unblutig zugehen wird. Der erste Serienteil (rund 50 Seiten) ist am 25.01. erschienen und wird gratis abgegeben, die sechs weiteren Folgen erscheinen im Monatsrythmus und liegen mit jeweils 1,49 Euro auf Groschenroman-Niveau.

Bloodcast: Serienroman mit Casting-Show-Elementen

Aber Bloodcast ist weit mehr als ein gewöhnlicher Serienroman. Amazon hat eine eigene "Erlebniswelt" für das Format kreiert, wo die Kandidaten mit fiktiven Steckbriefen vorgestellt werden (genregerecht klischeetriefend). Auf amazon.de/kindle-bloodcast können Leser außerdem darüber abstimmen, welche Kandidatin in der nächsten Folge das Geschehen verlassen muss – ein von etlichen TV-Shows wohlbekanntes Prozedere.

Amazon kooperiert bei Bloodcast mit dem Klatschblatt InTouch, auf deren Website pünktlich zum 1. Teil eine Vorstellung der Serie nebst Gewinnspiel (offenbar schon vorbei) publiziert wurde. Das und eine umfangreiche Promotion durch Amazon zeigen offenbar Wirkung: Der erste Bloodcast-Teil befindet sich derzeit auf Platz 4 der Kindle-Bestsellerliste (kostenlos).

Exklusivität: Kein Dienst am Leser

Beihnah überflüssig zu erwähnen, dass die Bloodcast-Reihe exklusiv über Amazon.de zu haben ist. Angesichts der Geschlossenheit der Kindle-Plattform ist das für Besitzer eines Nicht-Amazon-Lesegeräts ein Wehmutstropfen – und führt eine Entwicklung fort, auf die wir schon vor zweieinhalb Jahren hinwiesen. Wenn das Geld stimmt, ist die Verführung für Verlage, Agenten und Autoren grundsätzlich groß, ihre Titel innerhalb einer Plattform zu publizieren, die damit natürlich an Attraktivität für Leser gewinnt. Dass am Ende die Konsumenten aber die eigentlichen Verlierer sind, zeigt sich aktuell auf dem US-Markt für Video-Streaming: Disney-Produktionen sind (zumindest zeit-) exklusiv über Netflix zu sehen, Amazon Prime Video hat einen ähnlichen Deal mit Warnes Bros. an Land gezogen. Hoffen wir einmal, das wir künftig nicht jeweils ein Lesegerät / eine App für Steven-King-Romane, für Holtzbrinck-Titel und für Random-House-Publikationen brauchen. Fortschritt wäre anders.

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Kommentare


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