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Bonnier (Piper, Ullstein, Carlsen, …) wohl unmittelbar vor DRM-Abschied [Update]

Die Kopierschutzfront bröckelt: Als erste große Verlagsgruppe soll der schwedische Bonnier-Konzern zum hartem Kopierschutz den Rücken kehren – und zwar schon zum 01. Juli. Damit dürften die Titel zahlreicher großer Publikumsverlage zeitnah ohne harten Kopierschutz erhältlich. Der Handel freut sich schon jetzt.

[Update 23.06.: Inzwischen hat Bonnier die Umstellung bestätigt. Zum Artikel.]

Die Titel einiger Buchverlage sind schon lange oder sogar schon immer kopierschutzfrei, in den letzten 12 Monaten zogen einige weitere größere Häuser wie HoCa und zuletzt Dumont nach und sagten Adobe DRM adè. epub-Dateien dieser Publisher sind seither ganz ohne Kopierschutz oder mit (bisweilen auch kritisch beurteilten) „weichen“ Personalisierungen – sprich: Wasserzeichen – erhältlich. Die Kindle-Dateien hingegen sind nach wie vor kopiergeschützt, weil Amazon.de den Verlagstiteln eigentätig sein DRM überstülpt.

Große Konzernverlage bislang stramm auf DRM-Kurs

Die drei großen Verlagsgruppen Random House, Holtzbrinck und Bonnier blieben bislang stramm auf DRM-Linie (von Versehen und kleineren Ausnahmen wie dem Holtzbrinck-Fantasy-Label Tor abgesehen). Jetzt scheint die Phalanx gebrochen.

AKEP-Tagung (Berlin)

AKEP-Tagung (Berlin)

Schon zum 01. Juli, also in zwei Wochen, soll sich Bonnier Media Deutschland komplett von hartem Kopierschutz verabschieden. Das bekamen wir auf der am heutigen Mittwoch in Berlin stattfindenden AKEP-Tagung (Arbeitskreis elektronisches Publizieren im Börsenverein) von mehreren mit der Angelegenheit vertrauten Personen gesagt. Die Sprecherin eines Bonnier-Verlages verwies uns darauf, es handele sich um eine Konzernentscheidung. Eine Rückmeldung von Bonnier Deutschland auf eine entsprechende Anfrage steht noch aus.

Bonnier legte sich mit Amazon an

Bonnier besitzt in Deutschland eine Vielzahl erfolgreicher Publikumsverlage. Dazu zählen Piper, Ullstein/List, arsEdition, der Berlin Verlag sowie Carlsen. 2014 geriet Bonnier in die Schlagzeilen, weil sich das Mutter-Unternehmen im Konditionenstreit öffentlich mit Amazon anlegte und es daraufhin zu deutlichen Lieferverzögerungen bei Amazon-Bestellungen von Titeln der genannten Verlage kam.

DRM macht Verlage zum Amazon-Helfer

Obwohl die Bonnier-Gruppe ihre Abkehr von hartem Kopierschutz noch nicht offiziell verkündet hat, wurde die Entscheidung am Rande der AKEP-Tagung in der Buchbranche schon umfassend diskutiert und kommentiert. Michael Riethmüller, Buchhändler und Gründer der Initiative Buy Local, bezeichnete den Schritt im Gespräch mit uns gerade für den stationären Buchhandel als hocherfreulich und letztlich auch konsequent, weil jeder Verlage mit hartem Kopierschutz ein Steigbügelhalter für Amazon sei.

Die jüngsten Umstellungen bei HoCa und Dumont hätten gezeigt, dass es für einen solchen Schritt inzwischen deutlich weniger Widerstände gebe als vielfach vermutet. Laut Riethmüller wird auch in einigen anderen großen Häusern über eine zeitnahe Verabschiedung von – hartem – DRM nachgedacht.

<Bildnachweis: DRM von Shutterstock>

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Kommentare


Bonnier to Go DRM-Free in Germany | Ink, Bits, & Pixels 22. Juni 2015 um 18:11

[…] Lesen.net reports that Bonnier Media Deutschland will be going completely DRM-free starting next month. This includes German publishers such as Piper, Carlsen, and Ullstein. […]

Antworten

Offiziell: Bonnier sagt hartem DRM adè » lesen.net 23. Juni 2015 um 10:55

[…] wir schon am vergangenen Donnerstag vermeldeten, hat die Bonnier am gestrigen Montag offiziell gemacht: Die eBooks von großen […]

Antworten

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