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eBook-Editor Sigil ist am Ende

Sigil, ein vielgenutztes Open-Source-Tool zur Erstellung von eBooks im epub-Format, wird nicht mehr weiterentwickelt. Schon im letzten Herbst erklärte der Projektleiter, Sigil werde momentan „künstlich am Leben erhalten“. Weil sich bis jetzt keine weiteren Entwickler fanden, ist der visuelle Editor nach fünf Jahren am Ende seiner Entwicklung angelangt.

Sigil erfreut sich gerade unter Einsteigern einiger Beliebtheit: Das Tool ist kostenlos, für alle gängigen Plattformen verfügbar und mit seiner visuellen und klar strukturierten Benutzeroberfläche auch ohne HTML-Kenntnisse bedienbar. Die erste Version wurde im August 2009 veröffentlicht, das letzte Major Update datiert aus Februar 2013 und brachte unter anderem eine Live-Preview.

Sigil: Beliebt bei Autoren, verschmäht von Entwicklern

eBook-Editor Sigil

eBook-Editor Sigil

Während professionelle Dienstleister ebenso wie Indie-Autoren das Tool ausgiebig nutzten, blieb die Entwicklergemeinde über die Jahre überschaubar. Sigil-Projektleiter John Schember mahnte schon im Herbst letzten Jahres, „Sigil is on life support“. Er verstehe sich eher als Koordinator denn als Entwickler – in der Open-Source-Gemeinde gebe es aber kaum aktive Mitarbeiter.

Infolge dessen zog die Entwicklungsumgebung von Google Code zu Github um. Das brachte aber nicht den erhofften Erfolg in Form von mehr Partizipation, erklärte Schember am gestrigen Sonntag in seinem Blog. Die im Oktober 2013 veröffentlichte Sigil-Version 0.74 werde darum die letzte bleiben.

Calibre als Sigil-Alternative

Als Alternative zu Sigil empfiehlt der Chefentwickler das ebenfalls kostenlose Tool Calibre. Das „Schweizer Taschenmesser“ unter den eBook-Programmen bringt seit Dezember auch einen epub-Editor mit, der allerdings derzeit noch weit weniger Funktionen bietet als Sigil. Als kostenpflichtige Alternativen seien außerdem noch Jutoh und BlueGriffon genannt, die allerdings ebenfalls keinen fundamentalen Mehrwert zu Sigil haben.

Nachdem das aktuelle Sigil-Release stabil und frei von bekannten Sicherheitslücken ist, spricht nichts dagegen, vorerst bei diesem Editor zu bleiben. Auf neue Funktionen kann indes nicht mehr gehofft werden.

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Kommentare


Tolino Vision: 10 Tipps und Tricks zur optimalen Nutzung » lesen.net 29. Mai 2014 um 19:57

[…] PDF-Format zu drucken oder zu exportieren. Zum anderen gibt es kostenlose Programme wie Sigil (wird nicht mehr weiterentwickelt) oder Calibre, die euch aus Word-Dateien (mit Bildern) ein ePub-eBook erzeugen, das auch der Tolino […]

Antworten

Sigil 0.8.3: Mehr Stablität für epub-Editor » lesen.net 2. Februar 2015 um 12:11

[…] Projekt Sigil schien aufgrund mangelnder Unterstützung aus der Open-Source-Community bereits beendet, im […]

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