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eBook Flatrate Oyster geht vom Netz – Google übernimmt

Nach nur zwei Jahren Geschäftstätigkeit gehen beim mit viel Wagniskapital ausgestatteten eBook-Flatrate-Anbieter Oyster in Bälde die Lichter aus, zumindest öffentlich. Ein Teil des Teams wechselt zu Google, wo die Mitarbeiter an einem gleichartigen Projekt arbeiten dürften.

Mehr als 14 Millionen US-Dollar sammelte Oyster Anfang 2014 zur Realisierung seiner Idee ein, ein globales Spotify für eBooks aufzubauen. Trotzdem scheint dem US-Startup ein stückweit die Luft ausgegangen zu sein. Wie seit dem gestrigen Montag im Firmenblog zu lesen ist, wird “das existierende Oyster-Angebot in den nächsten Monaten eingestellt”.

Eher Übernahme als Pleite

Die Nachricht vom Ende liest sich nicht unbedingt wie eine ebensolche. Anders etwa als das Social-Reading-Startup Readmill (“Wir sind gescheitert“) ergeht sich Oyster in seinem wohl letzten Blogpost in Eigenlob darüber, wie sehr man das Lese-Erlebnis auf mobilen Geräten verbessert habe. Und betont, man werde diese Mission fortführen. Aber: “Wir glauben, unser Ziel [Zugang zu Geschichten für Milliarden Menschen zu schaffen] können wir am besten erreichen, indem wir neue Möglichkeiten nutzen.”

Wie diese Möglichkeiten aussehen, vermeldete zuerst das Fachblog re/code. Ein Teil des Teams, darunter die beiden Gründer, schließt sich demnach Google an. Mehr noch, Google soll die Oyster-Investoren ausbezahlt und entsprechend einen zweistelligen Millionenbetrag in die Hand genommen haben. Von einer Pleite lässt sich im Zusammenhang mit dem Flatrate-Pionier also wirklich nicht sprechen, vielmehr von einer fürs Silicon Valley typischen Technologie- und Mitarbeiter-Übernahme nebst Abschaltung des ursprünglichen Dienstes.

Konsolidierung läuft schon an

Damit dürfte eine eBook Flatrate von Google, die an die Seite von Play Music All Access treten würde, nur eine Frage der Zeit sein. Flat-Modelle werden uns also sicherlich auch in den nächsten Jahren erhalten bleiben. Für unabhängige Anbieter dürfte die Luft aber zunehmend dünner werden.

Neben dem schon kräftig im Umbau befindlichen Scribd und 24Symbols (in Deutschland via Debitel) ist hier vor allem Readfy zu nennen, das seit Monaten nach einer Anschlussfinanzierung sucht. Eher entspannt dürfte es hingegen bei Skoobe (30 Tage kostenlos testen) zugehen, das sich in Besitz zweier großer Verlagsgruppen befindet und darüber nicht nur bei Content-Einkauf und -Verfügbarkeit profitieren dürfte.

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