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eBook Stores im c’t-Test: Amazon-Vorsprung schrumpft

Neben dedizierten Lesegeräten hat sich die Redaktion der Computerzeitschrift c’t auch eBook Stores vorgenommen. Beim Test der Verfügbarkeit unterschiedlicher Warenkörbe in den großen Stores gab es einige Unterschiede bei einem inzwischen sehr ansprechenden Gesamtniveau.

Für die Teststrecke in der aktuellen c’t (Ausgabe 25/14, bis 27.11. am Kiosk) hat die Redaktion 8 eBook Stores berücksichtigt. Namentlich sind das Amazon, Kobo, Bookland/Obreey (Pocketbook) sowie ganze fünf Tolino-Stores (eBook.de, Thalia, Weltbild, Hugendubel, derclub.de). Außen vor blieben die Stores von Regionalfilialisten wie Osiander und Mayersche und weitere Marken der Tolino-Partner die die Weltbild-Tocher buecher.de und die Thalia-Tochter buch.de. Ferner blieben der iBookstore und Google Play Books unberücksichtigt.

Die c’t hat fünf Warenkörbe mit höchst unterschiedlicher Zusammensetzung erstellt und die jeweiligen eBooks in den 8 Stores gesucht. Im Einzelnen:

  • der Warenkorb Bestseller Belletristik / Sachbuch (dt.) wurde aus 80 aktuellen Spiegel-Bestsellern und den 20 derzeit meistverkauften eBooks erstellt, letztere beigesteuert von selfpublisherbibel.de aus einer Kombination aktueller eBook Charts von Amazon und epub-Händlern. Viele populäre Indie-eBooks sind ausschließlich bei Amazon zu haben, in sofern überrascht das Ergebnis nicht: Amazon liegt mit 95/100 verfügbaren Titeln klar vorne. Alle anderen Stores liegen bei 83-86/100, Kobo fällt mit 78/100 leicht ab.
  • der Warenkorb Ältere Bestseller und Klassiker (dt.) wurde subjektiv aus Lieblingen der c’t-Redaktion und von Listen wie “ZDF – Unsere Besten” zusammengesetzt und beinhaltete 150 Titel. Hier liegen sechs Stores im Bereich 123-137, also nahezu gleichauf. Der Pocketbook-Store Obreey hat etwas weniger Auswahl (120), bei Kobo sind die Lücken schon spürbarer (111).
  • der Warenkorb Bestseller Belletristik / Sachbuch (engl.) setzte sich aus 40 aktuellen Top-Titeln der New York Times Bestsellerliste zusammen. Amazon.de glänzt hier mit einer 100-Prozent-Quote, alle 40 Titel sind auf der Kindle-Plattform verfügbar. Nummer 2 ist Kobo mit 36 Titeln, mit deutlichem Abstand folgen die Tolino-Partner (Thalia, eBook.de: 26).
  • beim Warenkorb Ältere Bestseller und Klassiker (engl.), der 50 Titel beinhaltete, konnte man 47 bei Amazon kaufen. Auch hier geht der 2. Platz an Kobo (45), allerdings dicht gefolgt vom Tolino-Partner eBook.de (43). In keinem der weiteren Stores waren mehr als 31 Titel der Liste auffindbar.
  • der gemischte Warenkorb Bestseller/Klassiker (engl.) kombiniert die beiden englischen Warenkörbe und illustriert das Gesamt-Angebot für Englisch-Leser. Entsprechend fällt das Ergebnis aus: Amazon kommt auf 87/90, Kobo auf 81/90, eBook.de als erster Tolino-Partner auf 81/90.

Im Ergebnis hat Amazon die Nase vorn, gefolgt von ebook.de. Kobo wird für englischsprachige eBooks empfohlen, bei den Tolino-Partnern hat man eine gute Auswahl an deutschsprachigen Titeln.  Außerdem hat sich die c’t noch das Preisniveau für englischsprachige eBooks angeschaut, für welche die Buchpreisbindung nicht gilt. Bei Amazon spart man demnach klar am meisten (im Mittel etwa 33 Prozent gegenüber Print), bei Kobo sind es rund 17 Prozent.

Gutes Gesamtergebnis

Die Sortimentsabdeckung hat damit inzwischen ein durchgehend sehr vernünftiges Niveau erreicht. Beim letzten eBook-Store-Test der c’t vor einem Jahr kam ein Tolino-Partner (der im Frühjahr dicht gemachte Pageplace der Telekom) auf eine Verfügbarkeit von mageren 50 Prozent des damals 330 Titel umfassenden Warenkorbes.  Von solchen Werten sind alle getesteten Stores weit entfernt, gerade innerhalb der Tolino-Allianz sind die Unterschiede sehr überschaubar. Der Abstand zwischen Amazon und dem ersten epub-Store war vor einem Jahr auch noch deutlich größer, als er es heute ist.

Dank Bibliotheks-Verknüpfung können Tolino-Besitzer ohnehin in beliebigen Tolino-Stores einkaufen und ihre eBooks dann sehr simpel auf ihr Lesegerät bekommen. Für englischsprachige eBooks gibt es eine große epub-Auswahl bei Kobo. Umgekehrt können Besitzer eines Kobo- oder Pocketbook-Lesegerätes in Tolino-Stores einkaufen und ihre eBooks (nicht ganz so simpel) auf ihren eBook Reader überspielen.

All das ist bei Kindles nicht möglich, weshalb Amazon letztlich zum Testsieg verdammt ist, sind Lücken im dortigen Sortiment doch sehr viel konsequenzenreicher. Neben dem breiten “Basis-Angebot” kann Amazon immerhin noch mit guten Preisen für englischsprachige eBooks sowie viele exklusive Indie-Titel (plus immer mehr ebenso exklusive eBooks aus den Amazon-Verlagen AmazonCrossing und Amazon Publishing).

Was es allgemein beim eBook-Kauf zu beachten gilt, haben wir auf einer Infoseite zusammengefasst.

 

 

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7 Kommentare (zum Thread im Forum)

Zum Thema: eBook Stores im c’t-Test: Amazon-Vorsprung schrumpft

insert-username 20. November 2014 um 13:51 Uhr

Beim Test vor einem Jahr wurden Apples und Googles Shops nicht getestet, weil der Shop-Test als Beiwerk zum eReader-Test durchgeführt wurde. D.h. neben den Lesegeräten wurden außerdem die dahinterstehenden Shopangebote betrachtet. Da weder Apple noch Google eInk-Geräte anbieten bzw. auf den getesteten Geräten präsent sind, wurden sie nicht mit in die Auswahl genommen. Dieses Jahr wird es ähnlich gewesen sein, es gab ja auch wieder einen Gerätetest (lesen.net berichtete).

K-Thom 20. November 2014 um 14:00 Uhr

Danke.
Bei Google noch nachvollziehbar. Sich bei Lesegeräten auf eInk (und damit deren angeschlossene Shops) zu konzentrieren, geht an der gelebten Wirklichkeit allerdings etwas vorbei. Aber, gut, Hauptsache, man kennt die Kriterien.