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eBooks in Deutschland: Weniger Smartphone-Leser, Leih-Modelle boomen

Knapp jeder vierte Deutsche liest „zumindest hin und wieder“ eBooks. Das geht aus der neusten Ausgabe der alljährlichen eBook-Studie vor, die der IT-Branchenverband Bitkom am heutigen Dienstag vorlegte. Erstaunliche Bewegungen gab es bei den verwendeten Lesegeräten und beim eBook-Bezug.

24 Prozent der insgesamt 2330 befragten Deutschen gab an, eBooks zu lesen. Bei einer gleichartigen Befragung im Jahr 2013 waren es 21 Prozent ein Plus von 3 Prozentpunkten. Weil „nur“ 74 Prozent der Befragten überhaupt angaben, gelegentlich ein Buch zu lesen, bedeutet das: Ein Drittel (33 Prozent) der deutschen Leser liest digital. Über alle Altersklassen zwischen 14 und 65 Jahren hinweg ist der Digital-Anteil etwa konstant, nur Rentner greifen deutlich seltener zum eBook.

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Bermerkenswert sind die Entwicklungen bei den verwendeten Lesegeräten. Im Vorjahr gaben 77 Prozent an, auf Desktop-PC/Notebook/Netbook (zusammengefasst erhoben) eBooks zu lesen. 58 Prozent nannten das Smartphone, 21 Prozent das Tablet und nur 18 Prozent den eBook Reader.

Sinnvoller Weise hat die Bitkom diesmal Desktop-PC und Laptop getrennt abgefragt, was das Ergebnis deutlich relativiert. In der Nutzung gewonnen haben Tablets und eBook Reader, drastisch verloren – von 58 Prozent auf 42 Prozent – hat das Smartphone. Die Fragestellung war bei beiden Erhebungen exakt die Gleiche. Eine Erklärung für den Smartphone-Absturz liefert die Bitkom leider nicht, im Gegenteil hieß es bei der Präsentation, dank größerer Displays würden Smartphones immer beliebtere Lesegeräte. Die vorgelegten Zahlen sprechen eine andere Sprache, zumindest im Bezug auf „echte“ eBooks (und nicht Whatsapp-Nachrichten und Facebook-Status-Updates, die ja auch „gelesen“ werden).

Erstmalig sind die Zahlen getrennt nach privater und beruflicher Nutzung ausgewiesen, eBook Reader liegen hier im privaten Bereich knapp vor Tablets. Die Bitkom geht trotz des geringeren Marktwachstums davon aus, dass sich Tablets mittelfristig als primäres Lesegerät durchsetzen werden. Smartphones würden nur für gelegentliches Schmökern genutzt, eBook Reader ein Tool für Viel-Leser.

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Bei den eBook-Funktionen werden nach wie vor primär Textanpassung von Schriftanpassung sowie im weiteren Sinne die Suchfunktion genutzt. Notizen und mehr noch Markierungen und Wörterbücher sind nur etwas für eine Minderheit.

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Wesentliche Bezugsquellen für eBooks sind Online-Shops und integrierte eBook Stores. Die Bitkom übertitelte die nachfolgende Charts übrigens mit „Direktverkauf elektronischer Bücher nimmt Fahrt auf“ – ob man davon angesichts von maximal 14 Prozent Direkt-Käufern und praktisch kaum neuer Projekte in diesem Bereich sprechen kann, ist sicherlich diskutabel.

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Unbestreitbar hingegen ist der Boom von Leih-Programmen, von der Onleihe bis hin zu kommerziellen Anbietern wie Skoobe und neuerdings Readfy. Auch kostenlose eBooks erfreuen sich großer Beliebtheit.

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Die Mehrheit der befragten Digital-Leser will ihre eBooks auf allen Geräten lesen können – eine Anforderung, der inzwischen alle großen Anbieter genügen (mit Abstrichen Pocketbook, wo die Sychronisation mangels Lese-Apps manuell erfolgen muss). Der Weiterverleih und -Verkauf reizt demgegenüber nur eine (knappe) Minderheit.

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