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eBooks kaufen: Stiftung Warentest testet Shops

Nach eBook Readern hat sich die renommierte Stiftung Warentest jetzt auch eBook Shops vorgenommen. Wirklich überzeugen konnte die Prüfer kein einziges Angebot, teils deutliche Abzüge gab es auch für ausspionierende Apps und zweifelhafte Geschäftsbedingungen.

Das Testfeld der Stiftung Warentest umfasst 10 eBook Stores, darunter vier Partner der Tolino-Allianz (Weltbild, Thalia, buecher.de, Pageplace) – die Thalia-Tochter buch.de und die Weltbild-Schwester Hugendubel fehlen. Neben ebook.de wurden außerdem die internationalen Anbieter Apple, Amazon, Google und Kobo untersucht.

Hohe Sortimente, verschieden großes Angebot

Die einleitenden Worte zur Teststrecke halten für Leser dieser Seite wohl wenig neues bereit: eBooks sind in allen Stores gleich teuer, eingekauft werden kann über den PC oder bei vernetzten Geräten auch über Apps und eBook Reader, der häufig geringe Preisabschlag plus die fehlende Verkaufsmöglichkeit digitaler Literatur trüben das Einkaufserlebnis. Leider heißt es auch in diesem Testbericht verkürzend, dass sich bei Amazon gekaufte eBooks „nur mit den Kindle Apps und Lesegeräten aus dem Hause Amazon darstellen“ lassen. Wie ausgeführt ist das nicht korrekt, allein 3 der aktuellen Top 10 Kindle Books lassen sich – weil kopierschutzfrei – problemlos ins epub-Format umwandeln.

Die Testkriterien umfassen „Sortiment“ (30 Prozent), „Einkaufen und Nutzung“ (50 Prozent) und „Informationen und Verträge“ (20 Prozent). Beim Sortiment (geprüft wurde mit einer 230 Titel umfassenden Stichprobe) sicherte sich etwas überraschend der iBookstore mit 2,1 den Spitzenplatz, gefolgt von Amazon (2,2). Am anderen Ende muss der lückenhafte Kobo Store mit einer 4,4 deutlich Federn lassen. In der Hauptkategorie „Einkaufen und Nutzung“ liegt Amazon mit 2,1 klar vorne, nur bei buecher.de reicht es mit 2,5 gerade noch so für ein „gut“. Das Schlusslicht bildet hier Apple, dessen iBookstore bekanntlich ausschließlich auf Apple-Geräten nutzbar ist.

In der am geringsten gewichtete Kategorie „Informationen und Verträge“ fand die Stiftung Warentest keinen einzigen Anbieter „gut“, ebook.de bekam immerhin eine 2,7. Im Text heißt es dazu, die Datenschutzerklärungen seien „oft schwer verständlich“, Informationen zur Löschung oder zur Weitergabe der Daten fehlten. Schließlich würden Lese-Apps eindeutige Gerätekennungen an die Anbieter schicken, immerhin aber keine sicherheitsrelevanten Nutzerdaten.

Einer der Testsieger: buecher.de

Einer der Testsieger: buecher.de

Den Testsieg müsste hinsichtlich der Noten eigentlich Amazon.de für sich reklamieren können – im Text wird dieser Anbieter auch allen empfohlen, die mit der Geschlossenheit der Plattformen und den „fragwürdigen AGB“ leben können. Diese AGB bescheren Amazon allerdings eine ganze Testnote Abzug, womit es nur für eine 3,5 (statt 2,5) reicht. Grund: Amazon wolle in seinen AGB luxemburgisches Recht geltend machen, das sei unzulässig. Naja.

Schlussendlich werden buecher.de und ebook.de mit je 2,7 (befriedigend) zum Testsieger gekührt – eher keine Note, die man als Siegel auf der eigenen Homepage vorzeigt. Google und Sony wurden wie Amazon aufgrund ihrer AGB abgewertet und kommen darum unter dem Strich nur zu einem „ausreichend“, ebenso wie Apple. Schlusslicht mit 4,7 („mangelhaft“) ist Kobo, deren eBook Store in sämtlichen Kategorien miese Noten bekam und in deren AGB es laut den Testern zudem vor unzulässigen Klauseln wimmelt.

Fragwürdige Kriterien

Dass zwei mit buecher.de ein eBook Store ganz vorne steht, der eBooks zwangsweise mit Adobe DRM versieht (auch wenn sie von Verlagsseite ohne Kopierschutz angeliefert werden, etwa die eBooks von Bastei Lübbe), läuft der von Stiftung Warentest zuvor ausführlich aufgezeigten und kritisierten DRM-Problematik deutlich zuwider. In diesem Bereich Abwertungen zu vergeben, wäre in unseren Augen deutlich sinniger gewesen als an AGB-Klauseln herumzumäkeln, die anders als hartes DRM keinen Einfluss auf den Nutzwert eines Angebotes haben. Abgesehen davon handelt es sich beim Testbericht aber um ein schönes Roundup zum Thema. Der sechs-seitige Artikel ist im am morgigen Freitag erscheinenden Oktober-Heft der Stiftung Warentest nachzulesen. Er kann auch einzeln online gekauft werden (2,50 Euro).

  • eBooks kaufen – Infoseite auf lesen.net (regelmäßig aktualisiert)

[Update 26.09.: In einer früheren Version des Artikels schrieben wir, auch ebook.de stülpt eBooks zwangsweise DRM über – das ist nicht (mehr) korrekt, inzwischen können dort auch kopierschutzfreie eBooks geladen werden.]

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Kommentare


Tharos 26. September 2013 um 12:19

Schade das beam-ebooks.de nicht getestet wurde. Inzwischen meine Anlaufstelle Nr. 1, obwohl ich fast nur auf dem Kindle lese. Ich brauche dazu kein amazon. beam-ebooks.de, calibre, Kindle, … eine wirklich gute Kombination.

Antworten

Johannes Haupt 26. September 2013 um 12:20

Dachte ich mir auch, ist im Vergleich zu den Getesteten aber halt schon sehr nischig.

Ciao
Johannes

Antworten

moehnetiger 27. September 2013 um 23:21

Beam hätte wahrscheinlich nicht besonders gut abgeschnitten: Weil Beam sich auf DRM-freie Bücher beschränkt sind viele Titel nicht lieferbar. Deswegen wäre Beam im Testkriterium „Sortiment“ gnadenlos durchgefallen.

Antworten

Thomas 26. September 2013 um 13:02

Den Artikel braucht man sich nicht zu kaufen, nachdem du mit dem Artikel ein schönes Roundup davon vorgelegt hast. :)
Und über die nicht nachvollziehbaren Kriterien ließen sich inzwischen Romane schreiben …

Antworten

samy 26. September 2013 um 13:18

Über die nicht nachvollziehbare Kritik an den angeblich nicht nachvollziehbaren Kriterien liesen sich auch Bücher schreiben:

https://www.lesen.net/forum/e-books-e-reader-allgemein/allgemeine-diskussion/12329-stiftung-warentest-untersucht-ebook-shop/

Antworten

Juergen Schulze 27. September 2013 um 19:39

Wer zum Teufel liest denn schon AGB?
Im Zweifel sind die eh für’n Arsch.

Antworten

SWS 28. September 2013 um 09:17

Was ich schwachsinning finde ist wenn kostenlose (gemeinfreie) Bücher mit Kopierschutz versehen abgegeben werden. Hatte ich in der letzten Zeit bei den nicht Amazon ePub Vertriebsstellen

Antworten

eBook Shops im c’t-Test » eBook News » lesen.net 5. Dezember 2013 um 15:48

[…] Der Test konzentrierte sich auf die Kategorien Angebot, Preis und DRM. Die AGB hingegen, die bei einem ähnlichen Test der Stiftung Warentest zu Strafpunkten für Amazon führten, spielten hier keine […]

Antworten

eBook Reader Test von Stiftung Warentest – Kindle Paperwhite erneut vorne » lesen.net 30. Januar 2014 um 13:55

[…] bei den Tolino-Anbietern (die eBook Stores hat sich die Stiftung Wartentest im vergangenen Herbst angesehen). Entsprechend steht unter dem Strich der Testsieg mit der Note von 1,5 (sehr gut) – und das […]

Antworten

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