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Europaweite Kampagne für mehr verleihbare eBooks: “The right to e-read”

Die Ausstattung öffentlicher Bibliotheken im Bereich eBooks ist häufig mau, vor allem hält sie nicht mit der rasant wachsenden Nachfrage Schritt – lange Wartezeiten für eBooks sind die Folge. Die öffentlichen Bibliotheken gehen nun mit einer breit angelegten Informationskampagne in die Offensive, sie fordern von Politik und Autoren: “Legalize it!”

Die erste europaweite eBook-Kampagne der öffentlichen Bibliotheken läuft zwar erst am 01. Januar an, aber zumindest bei unseren österreichischen Nachbarn wird schon jetzt kräftig getrommelt. Die vom Bibliotheksverband verlegte Fachzeitschrift Büchereiperspektiven widmet ihre gesamte neue Ausgabe (hier kostenlos als E-Paper) der eBook-Leihe, auch die Kamapgnenseite ist schon online.

50 Prozent der Spiegel-Bestsellerliste nicht im eBook-Verleih

Die Problematik ist schnell zusammengefasst. Anders als im Print-Bereich haben es Verlage in Sachen eBooks selbst in der Hand, zu welchen Preisen – und ob überhaupt – sie den Bibliotheken Leihexemplare bereitstellen. In Österreich sind derzeit 50 Prozent der Spiegel-Bestseller-Liste überhaupt nicht für Bibliotheken erwerbbar, heißt es in der Verbandszeitschrift. Weitere eBooks seien nur zu völlig überzogenen Preisen lizensierbar. Zusätzlich partizipieren Autoren gegenwärtig nicht an Leihvorgängen ihrer eBooks (anders als bei gedruckter Literatur), weil das Urheberrecht eBook-Verleih nicht als Verleih bewertet.

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“Wir wollen allen BürgerInnen – und nicht nur jenen, die es sich leisten können – freien Zugang zu E-Books in öffentlichen Bibliotheken bieten”, erklärt der Bibliotheksverband. Dafür bedürfe es einer Reform des Urheberrechtes und eines Entgegenkommens von Verlagen, die gegenwärtig die Hand am eBook-Hebel haben. Um die Öffentlichkeit, die nur das Ergebnis der Zustände in Form von leeren Regalen sieht, über die Hintergründe aufzuklären wird ab Anfang 2014 auf allen Kanälen, von Plakatwand bis Internet, für “the right to e-read” getrommelt.

Dass das Problem nicht nur eines des Verleihs von eBooks ist, darauf weist Gerald Leitner, als Chef des Verbandes oberster Bibliothekar Österreichs, in einem offenen Brief an seine Kollegen hin.

Bei genauerer Betrachtung entpuppt sich die Behauptung, man könne ein E-Book kaufen oder besitzen, als pure Marketinglüge. Niemand kauft ein E-Book, sondern lediglich eine E-Book-Lizenz. Bevor ein Kunde diese erwirbt, hat er (meist mehr als zehnseitigen kleingedruckten) Lizenzverträgen per Klick zuzustimmen. Und diese verbieten – bis auf das Lesen des E-Books – so ziemlich alles, was beim Kauf von gedruckten Büchern als selbstverständlich angesehen wird.

Ab 01. Januar auch in Deutschland

Die Informationskampagne “the right to e-read” wird es auch in Deutschland geben, informiert der niedersächsische Bibliotheksverband. Hierzulande wird die Kampagne vom 01. Januar bis 23. April laufen, den organisatorischen Hut hat der deutsche Bibliotheksverband auf.

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Kommentare


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