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EU-Bibliothek Europeana kommt nicht vom Fleck

europ_logoDie von der Europäischen Union geförderte digitale Bibliothek Europeana wächst nur zögerlich. Das von der Niederländischen Nationalbibliothek gemanagte Projekt hat zwar ein knappes Jahr nach seiner Live-Schaltung immerhin schon 4,6 Millionen Dokumente im Angebot.

Von der Ambition, das gesamte europäische Wissen in digitalisierter Form an einem Ort bereitzustellen (bzw. zu verlinken), ist man in Den Haag aber noch weit entfernt. Literatur macht aktuell nur einen kleinen Teil der Angebots aus, zudem stammt fast die Hälfe der Inhalte aus einem einzigen Land (Frankreich).

Nur 5% der bereits digitalisierten Bücher in Europa seien auf Europeana momentan verfügbar, beklagte nun eine EU-Offizielle. Schuld sei das restriktive Urheberrecht, nach welchem ein Buch erst 70 Jahre nach dem Tod des Autors als gemeinfrei gilt und auf einer Plattform wie Europeana online gestellt werden kann.

europ_screenEuropeana ist nach wie vor in Entwicklung, regulär soll das Portal Anfang 2010 mit einem Bestand von mehr als 10 Millionen Dokumenten an den Start gehen. Den experimentellen Status nähmen Besucher auch ohne den “beta”-Stempel auf dem Logo wahr – an vielen Ecken der Plattform (etwa im Community-Bereich) geht es derzeit schlicht nicht weiter.

Für Lesefreunde ohne kulturgeschichtliches Interesse gibt es auf Europeana aktuell noch nicht viel zu entdecken. Kategorisierung und Suchfunktion sind nur mangelhaft entwickelt, das Angebot an deutschsprachiger Literatur äußerst bescheiden (15% des Contents kommt aus Deutschland). Ohnehin ist die beeindruckende Zahl von “4.6 Millionen Inhalten” in Relation zu deren Aufbereitung zu sehen. Zum Beispiel entspricht jede einzelne Illustration zu Goethes “Faust” einem Dokument.

Bis zum hehren Ziel – “Die Digitalisierung des kulturellen und wissenschaftlichen Erbes Europas” – ist es also noch ein weiter Weg. Schon auf Grund seiner möglichen Bedeutung bei einer europäischen Urheberrechtsreform sollte das Projekt Europeana aber auf jeden Fall im Auge behalten werden.

<via Der Standard>

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