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[Folien] Enhanced eBooks

1Enhanced eBooks – also um multimediale, soziale oder stilistische Elemente „angereicherte“ Literatur – gelten als ’next big thing‘; nicht wenige Literaturschaffende & -interessierte sehen konventionelle 1:1 Adaption gedruckter Bücher sogar nur als vergängliche Zwischenstufe zu dieser neuartigen Textgattung. Am vergangenen Dienstag fand in Berlin ein vom örtlichen Mediennetzwerk mstreet organisiertes vierstündiges Fachgespräch zum Thema statt, zu welchem ich eine einführende Präsentation beisteuern durfte.

In der historischen Bibliothek im Rathaus Berlin-Schöneberg (vor dem sich Kennedy 1963 als Hauptstädter outete) fanden sich unter anderem Vertreter vom Börsenverein, Verlagsmenschen und eBook-Händler ein. Im Anschluss an eine ‚Keynote‘ vom Berliner Börsenverein-Chef Detlef Blum hatte ich 30 Minuten Zeit für eine Skizzierung der Entwicklungspfade sowie des Status Quo von interaktiver beziehungsweise multioptionaler Literatur. Anschließend stellten Marcus Thie (Aufbau), Michael Müller (culture to go) und Christine Hauck (Cornelsen) aktuelle Projekte aus ihren Häusern vor, bevor es in die Diskussion ging.

Die Veranstaltung offenbarte eine bunte Vielfalt von schon heute verfügbaren Textformen mit unterschiedlichsten Erweiterungen; von der interaktiven Lernsoftware über Museums-Apps bis hin zu multimedial angereichterter Belletristik und Sachliteratur wurden etliche teils grundverschiedene Inhalte angesprochen, die sich allesamt zwischen die Klammer Enhanced eBooks fallen lassen. Was für Gattungen einen wie auch immer gearteten Mehrwert generieren, von den Nutzern angenommen werden und womit am Ende des Tages wirklich Geld verdient werden kann, lässt sich momentan noch nicht wirklich absehen; auch, weil der ‚Tablet-Boom‘ und damit die Verbreitung gut nutzbarer Anzeigegeräte noch am Anfang steht (zumindest nach Ansicht der Industrie).

Gute Einführungen zum Thema hat Kollege Nicolai Eckerlein – inzwischen übrigens bei Carlsen mit Enhanced Content betraut – im Herbst hier und dort auf lesen.net publiziert. Weitere Links zu Inhalten der Präsentation:

Auch abseits vom eigentlichen Kernthema war die Veranstaltung gelungen und hochspannend. Börsenverein-Vertreter Detlef Blum tat etwa seine Meinung kund, „wir werden die [nur] 20% Differenz Print – eBook nicht mehr lange durchhalten können.“ Auch beim Thema Piraterie beziehungsweise ihrer Bekämpfung sieht er die Branche auf einem Irrweg: Man könne Raubkopien ohnehin nicht komplett verhindern und dürfe nicht zu ängstlich sein, um Leser nicht nachhaltig zu verschrecken.  Denn: „Wenn jemand eine zehn Meter hohe Mauer baut, wird es immer jemanden geben, der eine elf Meter hohe Leiter dranlegt.“

Die Veranstaltung wurde von der örtlichen kommunalen Wirtschaftsförderung bezahlt und war fürs Publikum entsprechend kostenlos (inklusive Häppchen, Kaffee und Kaltgetränken beim anschließenden Netzwerken). In Gegenden mit einer vergleichbaren Konzentration von Medienunternehmen und -dienstleistern wie in Berlin Schöneberg wären ähnliche Veranstaltungen sicherlich keine schlechte Idee, zumal in entwicklungsintensiven Enhanced eBooks einiges ökonomisches Potenzial steckt.

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Kommentare


Thomas Knip 21. Februar 2011 um 00:20

Enhanced eBooks dürften im Sachbuch- oder Fachbuchereich in Zukunft wohl eine immer größer werdende Rolle spielen.
Hier machen multimediale Inhalte zur Unterstützung auch richtig Sinn.

Bei der reinen Belletristik wird sie auf Dauer aber nur Gelegenheitsleser ansprechen.
Denn das ganze mediale Drumherum lenkt zu sehr ab vom eigentlichen Text. Wenn die Phantasie nicht mehr im Kopf entsteht, sondern von Bildern transportiert wird, sprechen wir von Fernsehen bzw. Kino, aber nicht mehr Literatur.

Egal, wie sich das Medium nennt.

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Norbert Schering 21. Februar 2011 um 19:58

Ja das eine tolle Veranstaltung. Interessant, wie die verschiedenen Verlage (Cornelsen, Aufbau Verlag) das Thema enhanced ebooks anpacken.

Vielleicht sieht man sich in einem Jahr wieder (wie angedeutet). 2011 wird sicherlich in Sachen ebooks spannend.

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