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Fragen und Antworten zu Adobe Digital Editions 3

Die Verwirrung ist groß rund um Adobe Digital Editions 3 und den damit eingeführten neuen “unknackbaren Kopierschutz. eBook Stores und inzwischen auch die Onleihe raten von einem Update ab, Adobe und das BSI (Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik) raten zum schnellen Umstieg. Wir versuchen, die wichtigsten Fragen zu beantworten.

Was kann Adobe Digital Editions 3?

Die mit der am vergangenen Mittwoch freigegebenen Version 3 eingeführten Neuerungen kann man an einer Hand abzählen. Vertikale Layouts werden besser unterstützt (gut etwa für altjapanische Schrift), ebenso CSS 2.1 und die Suche in PDF-Dateien. Wichtigste Neuerung aber ist ein neuer, dynamischer Kopierschutz, der das schon vor vier Jahren geknackte alte DRM ablösen soll.

Kann ich mit ADE 3.0 problemlos eBooks auf meinen eBook Reader übertragen?

Am gestrigen Mittwoch lautete die Antwort noch “jein”. Über den Adobe Content Server 4.2 heruntergeladene und mit Adobe Digital Editions 3 autorisierte eBooks ließen sich nur auf bestimmte eBook Reader synchronisieren (solche, die die aktuelle Adobe-Schnittstelle nutzen), auf anderen Geräten blieb der Bildschirm schwarz beziehungsweise grau. Auf Druck unter anderem des Händlers eBook.de hat Adobe dieses Problem am gestrigen Abend ausgeräumt, erklärte uns eine eBook.de-Sprecherin. Auch in unserem Forum heißt es, die geschilderten Probleme treten inzwischen nicht mehr auf.

Soll ich jetzt auf Adobe Digital Editions 3 umsteigen?

Dazu gehen die Meinungen auseinander. Auf der einen Seite warnt der Bibliotheksverbund Onleihe aktuell noch vor einer Installation der neuen Version (och aufgrund der gestrigen Kompatiblitätsprobleme). Auch die eBook.de-Sprecherin sagte uns, trotz der behobenen Fehler rate das Unternehmen weiterhin dazu, bei Adobe Digital Editions 2.01 zu bleiben. Das alte Programm funktioniere gut, es gebe keinen Grund zum Umstieg.

Auf der anderen Seite hat Adobe die Version 3.0 weitgehend unbemerkt als Sicherheits-Update deklariert. Die neue Version schließe eine Lücke in Version 2.01, die Angreifern potenziell erlaube, die Kontrolle über betroffene Systeme (=solche mit ADE-2.x-Installationen) zu übernehmen. An diesem Montag veröffentlichte dann auch das BSI (Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik) eine “technische Warnung“, in der es heißt: “Angesichts der Gefährdung, die von dieser Schwachstelle ausgeht, sollten Sie ein Update auf Version 3.0 zeitnah vornehmen. (…) Mit der Verfügbarkeit von Digital Editions 3.0 schließt Adobe eine Sicherheitslücke, die zur Übernahme des Rechners durch einen Angreifer führen kann und daher so schwerwiegend ist, dass der Update-Empfehlung gefolgt werden sollte.”

Dass Adobe sein Sicherheitsupdate mit der Einführung des neuen Kopierschutzes verknüpft und das neue DRM den Digital-Lesern so gewissermaßen aufzwingt, kann man durchaus als perfide bezeichnen. Fakt ist jedenfalls, dass Installationen von Adobe Digital Editions 2.01 seit vergangener Woche ein Sicherheitsrisiko darstellen (der bloße Besitz einer Adobe-ID in der Vergangenheit allerdings auch).

Wie verhält sich das neue DRM mit meinem eBook Reader?

Vorab: Nach unseren Informationen wurde hierzulande bislang noch kein einziges eBook mit neuem Kopierschutz ausgeliefert. Das hatten wir am gestrigen Mittwoch auch falsch wiedergegeben – der vermeintliche neue Kopierschutz stellte sich heute dann ja als mangelnde Abwärtskompatibilität heraus. Die eBook.de-Sprecherin erklärte uns im Gespräch, hierzulande sei gegenwärtig kein einziger eBook Reader kompatibel mit dem neuen Kopierschutz.

Voraussetzung für eine Auslieferung von eBooks mit dem neuen Kopierschutz ist eine Nutzung des Adobe Content Server 5. Keiner der eBook.de-Lieferanten (und auch kein anderer uns bekannter Distributor) ist darauf bislang umgestiegen – und sollte Adobe nicht in den nächsten Tagen eine völlig überraschende Sicherheitslücke in ACS-4.x-Installationen entdecken und seine Geschäftskunden so ins Update treiben, wird das wohl auch erst einmal so bleiben.

Von uns befragte Branchenteilnehmer glauben durchweg nicht daran, dass der neue Kopierschutz in den nächsten Monaten oder sogar Jahren eine Rolle spielen wird. Die eBook.de-Sprecherin sagte, wenn ein Verlag auf den Händler zukäme und eine Verschlüsselung seiner eBooks mit dem unknackbaren Kopierschutz wünschen würde (weil das alte Adobe DRM eben seit Jahren wirkungslos ist), würde der Händler versuchen, ihm das auszureden.

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Kommentare


Achtung beim Upgrade auf Adobe Digital Edition 3.0! | OnleiheVerbundHessen 31. Januar 2014 um 17:11

[…] Noch mehr Infos zum neuen Upgrade finden Sie auch hier. […]

Antworten

eBooks • eBook Reader • eCommerce » lesen.net 3. Februar 2014 um 17:13

[…] nur die Möglichkeit, bei Adobe Digital Editions 2.01 zu bleiben. Diese Software verfügt aber wie berichtet über eine schwerwiegende Sicherheitslücke, sogar staatliche Stellen mahnen zur Aktualisierung. […]

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Mein tolino, die e-Books und ich | EviSell’s #DerBlog – Meine Gedanken zu Allerlei 3. Februar 2014 um 19:19

[…] zu installieren ist, bis man ein solches Buch lesen kann. Nervt auch diese Gängelung. Das jüngste Update-Desaster von Adobe zeigt, wie anfällig das Kopierschutzsystem sein kann.  Die „Wasserzeichen“-Lösung begeistert […]

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Adobe Digital Editions 4.0 erscheint mit ungenügender epub3-Unterstützung » lesen.net 9. September 2014 um 15:36

[…] Version 3.0 hatte Adobe hauptsächlich mit Kompatibilitätsproblemen eines neuen, “unknackbaren” Kopierschutzes zu kämpfen und ruderte dann doch […]

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