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Gfk-Studie: eBooks sollten 40 Prozent günstiger sein als das gedruckte Buch

Immer mehr deutsche lesen eBooks, und die Umsätze mit eBooks steigen weiter, vor allem auch in Konkurrenz zu anderen digitalen Unterhaltungsmedien. Zu diesem Ergebnis kam die GfK in ihrer kontinuierlichen Studie zum Konsumverhalten auf dem Medien- und Entertainment-Markt. Weitere aufschlussreiche Erkenntnisse bringt die Studie in einer gesonderten Umfrage zu Pricing von eBooks und Bekanntheit von enhanced eBooks.

Download-Markt im Entertainment-Segment wächst stetig

Befragt wurden 20.000 Konsumenten im Rahmen des Media*Scope-Verbraucherpanels der GfK. Unter anderem wurde dabei nach den Einkäufen von Unterhaltungsmedien im ersten Jahreshalbjahr gefragt.

Im Untersuchungszeitraum Januar bis Juni konnte der Entertainment-Markt um drei Prozent im Vergleich zum Umsatz des Vorjahres zulegen. Er beinhaltet die Warengruppen Musik, Games, Software, Kino, Video und Bücher. Über den Vertriebsweg Download wurden im ersten Halbjahr 2013 401 Millionen Euro umgesetzt, was einem Anteil von elf Prozent am gesamten Entertainment-Umsatz entspricht, einem Prozentpunkt mehr als 2012. Laut GfK sind dies 66 Millionen Euro mehr als im Vorjahreszeitraum, was sich jedoch nicht mit den im vergangenen Jahr bekannt gegebenen Zahlen deckt: Hier war noch die Rede von 392 Millionen Euro, die über den Download erwirtschaftet wurden.

Umsatz mit eBooks wächst um 68 Prozent

Bücher in gedruckter Form sind mit 40 Prozent weiterhin das am meisten gekaufte Unterhaltungsmedium. Am Entertainment-Download-Markt machten eBooks im ersten Halbjahr 2013 dagegen „nur“ 22 Prozent aus, weit weniger als Musik-Downloads. Die Umsätze steigen aber rapide:Im ersten Halbjahr 2012 hatten eBooks noch einen Anteil von elf Prozent am Entertainment-Download-Markt, er hat sich also auf Jahresbasis verdoppelt. In absoluten Zahlen entspricht dies einer Steigerung von 44 Millionen auf 74 Millionen Euro Umsatz (plus 68 Prozent). Für die zweite Jahreshälfte sind, bedingt durch das Saisongeschäft, weitere Zuwächse zu erwarten.

Überraschend ist dies nicht: Dass der eBook-Markt mittlerweile eine ernst zu nehmende Größe darstellt, zeigte schon das im Juni bekanntgegebene Ergebnis der GfK-Studie im Auftrag des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels: Durchschnittlich 9,5 Prozent ihres Umsatzes erwirtschafteten die in dieser Studie befragten Verlage im Jahr 2012 mit eBooks. Bei einem Vergleich der Zahlen sollte man sich dennoch bewusst machen, dass in  der vom Börsenverein beauftragten Studie auch Verlage mit Fach- und wissenschaftlichem eBook-Angebot befragt wurden, diese aber natürlich nicht in der GfK-Studie zum Entertainment-Markt berücksichtigt werden. Außerdem handelt es sich bei Letzterer um eine Verbraucherbefragung, die Ergebnisse beruhen also nicht auf tatsächlichen Umsatzzahlen.

Enhanced eBooks noch wenig bekannt unter Ebook-Lesern

In einer Adhoc-Studie der Gesellschaft für Konsumforschung wurden im Juli 2013 zusätzlich 20.000 Personen zum Thema enhanced eBooks und Preisakzeptanz bei eBooks befragt. Nur 15 Prozent der eBook-Leser gaben an, schon einmal von enhanced beziehungsweise enriched eBooks gehört zu haben. Inwiefern die Umfrage den Begriff des multimedial angereicherten eBooks auch auf Apps ausweitete, bei denen die Grenze zur Software oder Game schnell überschritten ist, wird leider nicht näher angegeben. Besonders interessiert an solchen Produkten, so sagt die Studie weiter, seien vor allem 20- bis 29-Jährige. In ihnen sieht sie weiter zu erschließendes Käuferpotenzial, da die bereits stark eBook-affinen Käufer etwas älter mit einem Durchschnittsalter von 42 Jahren sind.

Konsumenten empfinden eBooks noch als zu teuer

Ebenfalls fragte die Studie nach dem perfekten Preis für eBooks. Dieser befindet sich genau an dem Punkt, an dem die Meinungen der Befragten ausgeglichen sind, das heißt, gleich viele Personen den Preis zu günstig beziehungsweise zu teuer finden. Theoretisch schöpft man damit das Optimum an Kaufbereitschaft zum höchst möglichen Preis aus. Das Ergebnis zeigt: Konsumenten empfinden einen Abschlag von 40 Prozent vom gedruckten Buch auf den Preis vom eBook als passend. Wirft man einen Blick auf die durchschnittlichen Preise für eBooks auf dem deutschen Markt, so erkennt man schnell, dass dann den meisten Käufern eBooks zu teuer sein müssten. Denn durchschnittlich bieten die Verlage ihre eBooks hierzulande mit einer Preisdifferenz von circa 15 bis 25 Prozent zum günstigsten Printprodukt an, teilweise ist der Preis sogar gleich.

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Kommentare


Georg 8. Oktober 2013 um 13:00

Ob die Befragten 20000 Personen der Studie sich vollumfänglich der üblicherweise starken Rechteeinschränkung von eBooks bewusst waren, wäre sehr interessant.

Selbst bei einem Abschlag von 40% erscheint mir ein reines eBook, an dem ich keinen Besitz, sondern i.d.R. lediglich eine nicht Übertragbare Leselizenz nebst anderen Einschränkungen erhalte, noch deutlich überteuert.

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Ingolf 9. Oktober 2013 um 08:32

„Abschlag von 40% vom gedruckten Buch“? – Was genau ist gemeint? Doch hoffentlich der Preis vom Taschenbuch?! Wollte man sich hier an der gebundenen Ausgabe orientieren, läge der e-Book-Preis ja noch über dem der Taschenbuchausgabe. Das kann ja wohl nicht sein!

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LG 9. Oktober 2013 um 20:13

Ich denke, damit ist die günstigste Print-Version gemeint.

Ja, das mit der Leselizenz ist Mist, betrifft aber leider nicht nur Ebooks. Es ist immer so ausgelegt, dass man als Kunde nur die Nachteile, und nicht die Vorteile bekommt. Oder wo sind meine Lizenzen für die zig VHS-Kassetten, die ich mir in den Neunzigern noch gekauft habe? Also entweder vergibt man eine Lizenz und macht sie unabhängig vom Medium, oder man verkauft das Produkt.

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STUDIE! eBooks sollten 40 Prozent günstiger sein als das gedruckte Buch | OnleiheVerbundHessen 1. November 2013 um 17:02

[…] Demnach empfinden Konsumenten einen Abschlag von 40 Prozent vom gedruckten Buch auf den Preis vom eBook als passend. Vergleicht man dies mit den durchschnittlichen Preisen für eBooks, erkennt man schnell, dass den meisten Käufern eBooks zu teuer sein müssten. Denn durchschnittlich bieten die Verlage ihre eBooks hierzulande nur 15 bis 25 Prozent günstiger als die Printversion an, teilweise ist der Preis sogar gleich. Weiter … […]

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“Macht unsere ebooks billiger!” – Debatten, so zeitgemäß wie die Village People | Meier-meint.de 4. August 2014 um 18:18

[…] Haupt hat auf lesen.net eine andere Umfrage, ebenfalls GfK, zitiert, bei der der optimale E-Book-Preis bei etwa 40% unter LP […]

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