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GfK versucht sich an eBook-Charts

gfk-logoDie Vermessung des deutschen eBook-Markts kommt nur schleppend voran: Ein gutes Jahr nach den ersten (und bis heute einzigen) Verkaufszahlen für eBooks aus der Marktforschung versucht sich nun das gleiche Institut an einer regelmäßigen Bestsellerliste für digitale Litaratur. „Deutschlands erste eBook-Charts“ der GfK-Marke Media Control stehen allerdings auf äußerst wackligen Füßen.

Weisen die GfK-Bestenlisten im Printbereich die meistverkauften 25 (Hardcover) bzw. 20 (Paperback) Titel aus, beinhalten die eBook Charts im Juli 2010 lediglich fünf Titel

1. Andreas Franz: Letale Dosis (Droemer)

2. Tommy Jaud: Hummeldumm (S. Fischer)

3. Kate Morton: Der verborgene Garten (Diana Verlag)

4. Stieg Larsson: Vergebung (Heyne)

5. Sebastian Fitzek: Der Augensammler (Droemer)

ibooks1Auf was für eine Datengrundlage basieren, möchte die GfK erst zum regulären Start der (monatlich erscheinenden) Bestenliste im Oktober 2010 publik machen. Die Kollegen vom buchreport zweifelten die Repräsentativität der Charts bereits an: So scheinen die Download-Statistiken aus dem äußerst erfolgreichen iBookstore von iPhone/iPad scheinen nicht berücksichtigt zu sein. Auch Käufe im Kindle Store werden wohl kaum ins Auge gefasst worden sein – wie viele Kindles hierzulande in den Händen anglophiler Lesefreunde zirkulieren und wie viele eBooks diese kaufen, weiß nur Amazon allein. In den USA kommunziert das Unternehmen aus Seattle die Verkaufszahlen immerhin bereits unter der Hand an mindestens eine Tageszeitung.

Zu wünschen ist der GfK auf jeden Fall ein längerer Atem als anno 2009. Damals kündigte das Institut bei der Vorlage von eBook-Verkaufszahlen für das erste Halbjahr an, die Entwicklung auf dem deutschen eBook-Markt künftig quartalsweise zu dokumentieren. Im Herbst machte man in Nürnberg dann aber einen Rückzieher: Der Markt befinde sich erst in der Entstehung, erlaube derzeit keine genaue Ausmessung.

In den letzten Monaten hat das Geschäft mit digitaler Literatur wohl vor allem dank Apple auch hierzulande einen großen Sprung nach vorne gemacht, womit shopübergreifende Charts (die dann aber auch wirklich aussagekräftig sein müssen) inzwischen sicherlich ihre Berechtigung haben – schon fürs Marketing, welches sich Bestsellerlisten traditionell als Promotionsinstrument zunutze macht. Bis zu nordamerikanischen Verhältnissen ist es für eBooks hierzulande aber noch ein weiter Weg.

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Kommentare


Droemer Knaur vertreibt eBook Reader » eBooks » lesen.net 10. August 2010 um 20:14

[…] vorne mit dabei: Als einziges Verlagshaus sind die Münchner mit gleich zwei Titeln in den  “1. eBook Charts” von Media Control vertreten, verfügen schon lange über einen gut ausgebauten eBook Store […]

Antworten

#8: Verkaufszahlen, Indie-Pricing, Verbraucherrechte » Rundschau, eBooks » lesen.net 9. März 2011 um 20:24

[…] Fall nachvollziehbarer als die obskuren eBook Charts, die media control einmalig im letzten Sommer veröffentlichte). Hersteller und Händler halten sich zwar mit der Publikation absoluter Verkaufszahlen zurück, […]

Antworten

USA: eBook-Jahrescharts mit Überraschungen » Debatte, eBooks » lesen.net 22. März 2011 um 18:13

[…] Verlagshäusern eingeholt wurden. Anders als Großhandelsumsätze, relative Charts (wie hierzulande einmalig von Media Control publiziert) und Umsatzzahlen einzelner Händler handelt es sich hier also um exakte Angaben; Publishers Weekly […]

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