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Gratis eBook-Flatrate Readfy startet ohne Bestseller

Plangemäß ist am Samstag „Version 1.0“ der werbefinanzierten eBook-Flatrate Readfy ans Netz gegangen. Zum Start gibt es Apps für Android und iOS sowie rund 25.000 Titel unterschiedlicher Qualität. Ins Auge sticht die integrierte Werbung.

Das Düsseldorfer Startup Readfy sammelte im Frühjahr über eine Crowdfunding-Kampagne 500.000 Euro Kapital von 1.363 Einzelinvestoren ein, schon im Januar startete die Beta-Phase. Nach neun Monaten Austesten von Technik und Werbe-Integrationen wurde der Schalter jetzt umgelegt: Seit diesem Samstag gibt es Readfy als kostenlose Android-App und iOS-App.

Viele Indie- und Self-Publisher-Titel

25.000 eBooks stehen zum Start zur kostenlosen, werbefinanzierten Lektüre bereit. Das liest sich ordentlich, allerdings hatte Readfy schon zum Beta-Start im Januar 15.000 Titel im Katalog. Und aus dem aktuellen Sortiment kommen auch noch 1/4 (also rund 6.250 eBooks) vom Kooperationspartner Books on Demand. Weniger als 4.000 neue eBooks in neun Monaten – die Bedenken gegenüber dem Gratis-Geschäftsmodell scheinen noch groß in der Branche.

Das illustriert auch ein Blick in die App. Als Top-Titel beworben werden Perry Rhodan und die Dystopie-Trilogie aus dem Coppenrath-Verlag. Dabei sind außerdem einige Indie-Label wie der Schandtaten Verlag sowie Fachverlage, zuvorderst Franzis. Titel von Holtzbrinck, Random House und Bonnier, aber auch von unabhängigen Häusern wie Hanser und Luebbe fehlen.

Readfy-Marketingchef Frank Grossklaus sagte uns, er sei guter Dinge, dass infolge der Live-Schaltung weitere Verlage bei Readfy mitmachen. Die großen Publisher seien auch im Hinblick auf fehlende Erfahrungswerte vorsichtig gewesen. Schon auf der Frankfurter Buchmesse werde man mit ersten konkreten Angaben zur Reichweite und damit zu Promotionsmöglichkeiten an die Verlage herantreten können.

Automatisch startende Werbe-Videos

Animierter Banner in Readfy-iPhone-App

Animierter Banner in Readfy-iPhone-App

In den ersten Monaten will Readfy ausschließlich mit Online-Werbung Geld verdienen, 2015 soll es dann auch werbefreie Premium-Pakete a la Spotify geben. Schon jetzt integriert sind zum einen animierte Banner, die dauerhaft im oben Bildschirmbereich „angepinnt“ sind. Zum anderen haben sich Interstitials, also Unterbrecherwerbung, in der Beta-Phase als effektive und von der Leserschaft akzeptierte Werbeform herauskristallisiert und komme darum jetzt auch beim finalen Produkt zum Einsatz, sagte uns Readfy-Manager Grossklaus. Dabei handelt es sich um Grafiken, aber auch um automatisch startende Videos, die an den Nerven und bei Unterwegs-Nutzung auch am Mobilfunk-Datenvolumen der Readfy-Nutzer knabbern werden.

Für Readfy ist es zweifelsohne ein Drahtseilakt, zum einen signifikante Werbe-Einnahmen zu erzielen und zum anderen die Leserschaft nicht zu vergraulen. Hier wird es in nächster Zeit sicherlich noch viele Experimente und Anpassungen geben.

Der Titel-Katalog zum Start ist dünn, allerdings ist Readfy der sprichwörtliche geschenkte Gaul – anders als Amazon, das für seine hierzulande vor der Tür stehende eBook-Flatrate Kindle Unlimited bei vergleichbar eingeschränktem Sortiment 10 Euro monatlich haben will.

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Kommentare


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