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iBooks 1.2 erschienen: AirPrint, Collections, …

ibooksApple hat seiner Lese- und Shoppingapp iBooks gestern das zweite große Update seit dem Vertriebsstart im März dieses Jahres spendiert. Analog zur Version 1.1, die unter anderem pdf-Support und eine Notizfunktion nachrüstete, wurde die App hauptsächlich um schon von der Konkurrenz bekannte Featues erweitert. Darüber hinaus hat iBooks nun aber auch ein echtes Alleinstellungsmerkmal.

iBooks 1.2 unterstützt jetzt auch hochoffiziell “vollillustrierte eBooks”. Bedenkt man, dass im iBookstore schon seit August Enhanced eBooks mit eingebetteten Videos zu finden sind und sogar der kostenlose Launchtitel Winnie the Pooh bereits illustriert war, hält sich der Neuigkeitswert allerdings in Grenzen. Beim ersten entsprechend vermarkteten deutschsprachigen “Bildband” handelt es sich übrigens um das schon vergangene Woche freigegebene Willkommen in Bambiland, ein recht expliziter Erotik-Titel (iBooks-Beschreibung: “Es wird ein heißer Trip durch die Gedankenwelt einer tätowierten und gepiercten jungen Frau, die selbstbewusst von One-Night-Stands, Analsex und vollgepinkelten Betten berichtet (…)”) inklusive dazu passender Video-Performance. In Sachen (bisweilen übertriebenem) Jugendschutz hat Apple in den letzten Monaten eine bemerkenswerte Wandlung vollzogen.

ibooks1Eine dringend notwendige Neuerung stellt die Implementierung einer (rudimentären) Kategorisierungsfunktion dar. In Collections/Sammlungen – optisch und funktional handelt es sich um weitere virtuelle Bücherregale – können eBooks nun nach Belieben gruppiert werden. Das Erstellen und Verschieben gestaltet sich ein wenig fricklig; anders als Apps können eBooks nicht intuitiv übereinander geschoben werden, sondern sind wie Mails auszuwählen und per Tastendruck zu “bewegen”. Praktischer Weise – und anders als bei iPhoto – ist die komplette Verwaltung der Collections immerhin auch direkt über iOS-Devices möglich.

Ebenfalls neu und bislang einzigartig im literarischen App-Universium ist die Einbindung einer Druckoption: Mittels Airprint – gerade erst im Zuge von iOS 4.2.1 in die Firmware integriert – können Buchseiten inklusive Notizen direkt aus der App heraus kabellos gedruckt werden. Möglich ist das allerdings nur für Besitzer einiger weniger HP-Drucker und wohl auch nur bei kopierschutzfreien pdf-Dateien; die Druckoption hat funktional also noch viel Luft nach oben, stellt aber im Prinzip zweifellos eine interessante Erweiterung der Gebrauchsmöglichkeiten dar – vornehmlich für Nutzer, die übers iPad mit Texten arbeiten und etwa sich oder anderen ihre Anmerkungen auf Papier visualisieren wollen.

An einem entscheidenden Punkt blieb Apple bei der Überholung seiner iBooks-App leider untätig: Nach wie vor setzen die Kalifornier auf ihr eigenes DRM-System “Fairplay”, und nach wie vor ist im iBookstore nicht ersichtlich, welche eBooks kopiergeschützt sind (Publisher haben die Wahl). Mit Fairplay verschlüsselte Titel sind nur via iBooks und damit nur auf iOS-Geräten (iPhone, iPad, iPod Touch) lesbar; im Vergleich zu eBooks mit dem verbreiteten Adobe DRM, die auf nahezu allen dedizierten Lesegeräten (außer Kindle) sowie auf PC/Mac und via Apps (Bluefire, txtr) auch auf iOS-Geräten. Angesichts der viel größeren Hardwarebasis bei gleichen Preisen und einem umfangreicheren Angebot sind Lesefreunde also nach wie vor gut beraten, den (kommerziellen Bereich des) iBookstore weiträumig zu meiden und in “offenen” eBook-Shops wie Ciando einzukaufen.

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Kommentare


Christoph Kaufmann 16. Dezember 2010 um 15:15

Eine wichtige Verbesserung ist auch, dass jetzt ePub Datei aus dem Internet oder auch als eMail Anhang direkt in iBooks geöffnet werden können. Das funktionierte bisher nur mit PDF Dateien.
Man kann jetzt also wunderbar z.B. bei beam-eBooks.de shoppen und die ePUb eBooks direkt öffnen ohne Umweg über iTunes :)

Antworten

Christoph Kaufmann 16. Dezember 2010 um 15:15

Eine wichtige Verbesserung ist auch, dass jetzt ePub Datei aus dem Internet oder auch als eMail Anhang direkt in iBooks geöffnet werden können. Das funktionierte bisher nur mit PDF Dateien.
Man kann jetzt also wunderbar z.B. bei beam-eBooks.de shoppen und die ePUb eBooks direkt öffnen ohne Umweg über iTunes.

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Bigboo73 17. Dezember 2010 um 08:35

@christoph
aah das habe ich tatsächlich vermisst, hab mich immer gewundert warum ibooks epubs lesen, man aber nicht die epubs dorthin verschieben kann.

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Rainer 17. Dezember 2010 um 16:53

@Johannes: Hattu aber Glück, dass der neue JMStV 2011 gekippt wurde. Sonst müsstest Du diesen Beitrag ab 16 kennzeichnen (Beschreibung Bambiland) … :)

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Johannes 17. Dezember 2010 um 17:19

@Rainer Hatte auch kurz über den Satz nachgedacht, aber bei iBooks ist die Beschreibung frei zugänglich (der ganze Titel auch wenn man sich selbst als 17+ kennzeichnet), in sofern -> so what :)

Ciao
Johannes

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Jürgen Jung 17. Dezember 2010 um 20:12

hallo und schnell eine kurze info:

“Full Page illustrations in iBooks” meint die randlose Anzeige von Abbildungen – auch über Doppelseiten hinweg.

Stand heute gibt es für die Gemeinde der ePUB-Entwickler dazu allerdings noch keine brauchbare Dokumentation von Apple.

Diese Infos stehen im Moment nur wenigen ausgesuchten Entwicklern zur Verfügung. Das findet auch Liz Castro (immerhin Autorin von “ePUB, Straight to the Point”) in www.pigsgourdsandwikis.com nicht besonders lustig.

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