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Instapaper for iPad: Die Killer-App?

instapaper-1Seit Marco Arment am Dienstag eine iPad-Ausgabe seiner populären Applikation Instapaper ankündigte, kennt die Begeisterung um das Programm in der amerikanischen Online-Presse kaum noch Grenzen: Business Insider und Techcrunch sprechen gleichermaßen von einer „Killer-App“, in den Augen von Gizmodo wird Instapaper „für viele iPad-Käufe verantwortlich sein“, Wired kann sich ein iPad ohne Instapaper überhaupt nicht vorstellen. Tatsächlich ist das Tool ein krasser Gegenentwurf zu multimedial aufbereiteten E-Paper, über die Verlage Geld mit dem iPad verdienen wollen.

Instapaper ist im Kern nicht mehr als ein „Später-lesen-Tool“, mit dem beim Surfen entdeckte Artikel fürs spätere (Offline-)Lesen gespeichert werden können. Dabei werden die Texte von sämtlichem Ballast (Seitenkopf, Navigation, Werbung) befreit: Übrig bleibt lediglich hervorragend aufbereiteter plain text. Entsprechend erfreut sich das Tool gerade unter Nutzern von Lesegeräten mit kleinem Display (iPhone, eBook Reader) einiger Beliebtheit. Auch wir haben Instapaper schon im vergangenen November an dieser Stelle vorgestellt und empfohlen.

instapaper-2Das Apple Tablet ist im Vergleich mit dem iPhone dank größerem Display zweifellos das bessere Surf- und Lesegerät, schon darum muss man sich um die Verbreitung der App keine Sorgen machen. Richtig spannend wird Instapaper aber für Käufer des „WLAN-only-iPads“ (und davon dürfte es angesichts $130 Aufpreis plus Vertragskosten fürs 3G-Modell einige geben): Wer nur unregelmäßig – in Reichweite eines Hotspots – über Zugang zum Netz verfügt, wird die Möglichkeit des Volltext-Bookmarks zu schätzen und zu nutzen wissen.

Damit verschärft sich auch der Interessenkonflikt zwischen Content-Industrie im Allgemeinen und Apple (als Plattformbetreiber) im Besonderen auf der einen und Instapaper bzw. den Nutzern auf der anderen Seite. Denn die App erledigt de facto kostenfrei, wofür sich schon heute Bildzeitung & Co. bezahlen lassen wollen: Die Aufbereitung von im Internet frei verfügbaren Inhalten für (Mini-)Tablets. Wer gerne und viel liest und sich dabei von animiertem Beiwerk eher gestört fühlt, wird von Instapaper in vielen Fällen wohl sogar eine bessere Ausgabe der Inhalte geliefert bekommen.

instapaper-3Sollte Instapaper tatsächlich ein Bestseller für das iPad werden, wird Apple damit sicherlich noch am ehesten leben können: Usability und damit Attraktivität des Devices für Vielleser steigen mit dem Tool deutlich, was geringere Umsätze im App Store kompensieren wird. Publisher könnten sich aber vermehrt Gedanken darüber machen, zumindest für iPad-Nutzer die Bezahlschranken ihrer Webauftritte hochzufahren und so zur Nutzung ihrer Apps zu zwingen – ob sich die Nutzer das gefallen lassen oder nicht doch eher zu gleichartigen weiterhin kostenlosen Angeboten abwandern werden, steht auf einem anderen Blatt.

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Kommentare


Instapaper für iPad vorgestellt | iPad2010.org 26. März 2010 um 13:31

[…] Glaubt man diversen Publikationen, dann wird Instapaper auch auf dem iPad ein voller Erfolg. Besonders solche User, die sich ein iPad ohne UMTS zulegen, werden die Möglichkeit, einen Artikel runterzuladen und später als reinen Text anzeigen zu lassen, zu schätzen wissen, wenn sie außerhalb eines WLAN sind. Teilen […]

Antworten

Bigb0073 30. März 2010 um 07:34

Instapaper ist cool, ich nutze das für meinen Hanvon N518.

Einfach alle Berichte zusammenstellen und ein epub draus machen (Mobipocket PRC ist auch möglich). Textformatierung is perfekt für EReader

Sehr schönes tool und für Tablets sinnvoll wenn man nicht ständig Online sein will/kann.

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Apple iPad Test Übersicht » Topnews » lesen.net 3. April 2010 um 11:37

[…] “Game-Changer” machen. Mit Instapaper haben wir bereits über einen solchen Kandidaten berichtet, als weiterer Anwärter gilt momentan der […]

Antworten

“PressReader for iPad” ist da » Topnews » lesen.net 7. Mai 2010 um 14:47

[…] aus, sondern könnten und sollten alternativ offeriert werden. Zudem lassen sich mit Tools wie Instapaper lesenswerte Texte auch aus Websites extrahieren und aufs Wesentliche reduziert […]

Antworten

Wozu brauch’ ma dös? « Grob. Gröber. Gröbchen. 24. Juli 2010 um 11:23

[…] im Freundeskreis, stundenlange „Monkey Island“-Game-Sessions oder Leseabende im Bett – mit „Instapaper“ lassen sich interessante Artikel im Web auch offline gut vorrätig halten – sind […]

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