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Kindle DRM Entfernung: Amazon schließt weitere Lücke

Die Entfernung des harten Kopierschutzes von Kindle Books wird in Kürze deutlich erschwert. Mit einem vor der Tür stehenden Update der Desktop-Software Kindle für PC nimmt Amazon seinen Kunden eine viel genutzte Möglichkeit zur „Entfesselung“ geladener eBooks. Auf der Suche nach Alternativen lohnt auch ein Blick über den Kindle Store hinaus.

Der Kopierschutz des langjährigen Amazon-Standardformats AZW ist lange geknackt, über ein Plugin für die Verwaltungssoftware Calibre lässt sich der harte Kopierschutz mit einem Klick entfernen. Anders sieht es beim neuen Kindle-Books-Format KFX aus, das Amazon im Jahr 2015 zusammen mit seinen „erweiterten Formatierungen“ und mit dem Kindle Paperwhite 3 einführte und für dessen Kopierschutz es noch kein Removal Tool gibt.

Schlupfloch „Kindle für PC“ entfällt

Kindle für PC

Derzeit bietet Amazon beide Dateiformate parallel an, schon weil ältere Kindle-Geräte (vor 2011/2012 erschienen) KFX-Dateien nicht unterstützen. Um an die AZW zu kommen, behalfen sich Besitzer neuerer Modelle bislang mit der Desktop-Software Kindle für PC, die nach wie vor mit dem alten Format arbeitet. Allerdings nicht mehr lange: Mit der Ende Februar erwarteten Version 1.19 unterstützt auch die Desktop-Software KFX-Dateien und wird diese mutmaßlich exklusiv herunterladen. Das geht aus einer Mitteilung eines Amazon-Partners hervor, wie zuerst das Fachblog The eBook Reader berichtete

The eBook Reader rät Kopierschutz-Entfernern dazu, automatische Aktualisierungen der Desktop-Software zu deaktivieren und sich die aktuelle Version noch einmal als Backup herunterzuladen. Fein raus ist, wer noch einen alten Kindle sein Eigen nennt, denn Kindle Keyboard & Co laden nach wie vor AZW-Dateien in ihren Gerätespeicher und werden das wohl auch bis ans Ende ihrer Tage tun.

Alternative Tolino

Für diejenigen Lesefreunde, denen unverschlüsselte eBooks wichtig sind – etwa zur späteren Konvertierung, besseren Verwaltung und Vermeidung eines Lock-In-Effekts -, kann der Blick natürlich auch zur Konkurrenz gehen. Anders als in den Kindle-Hochburgen USA und Großbritannien sind eBooks bei uns überall gleich teuer, finanzielle Nachteile entstehen beim fremdshoppen also nicht. Und die in den Tolino-Stores erhältlichen epub-Dateien mit Adobe-Kopierschutz stellen für Calibre + Plugin seit einer guten Dekade keine Herausforderung mehr dar.

Die anderswo gekauften eBooks können nach ihrer „Befreiung“ dann einfach in die Kindle Cloud geladen werden. Heißt also: Gleicher Preis, etwas weniger Komfort bei Kauf und Übertragung, dafür mehr langfristige Nutzungsmöglichkeiten. Selbstredend nur in der Theorie, die Entfernung technischer Kopierschutzmaßnahmen ist in Deutschland rechtlich untersagt. 

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Kommentare


Amazon: Baldiges Aus für Kindle DRM-Entfernung? 4. Februar 2017 um 17:19

[…] für PC-Version herunterladen und diese für Backup-Zwecke aufbewahren. Johannes Haupt von lesen.net hat zudem den Tipp, Alternativen zu nutzen. Besonders hier in Deutschland, lohnt es sich, auch zur […]

Antworten

eBooks laden: Stiftung Warentest lobt Onleihe – und Aldi Life » lesen.net 27. April 2017 um 19:00

[…] Beim Blick auf die großen Online-Händler bemerkten die Warentester zunächst einmal positiv, dass kundenfeindlicher harter Kopierschutz inzwischen zu weiten Teilen aus den eBook Stores verschwunden ist – zumindest bei den epub-Anbietern. Bei den getesteten Anbietern Thalia, Genialokal und Aldi Life waren 70 bis 85 Prozent des genannten 350-eBooks-Warenkorbs nur mit Wasserzeichen versehen, lediglich 15 bis 30 Prozent war noch mit Adobe DRM verschlüsselt. Amazon hingegen hat 95 Prozent der getesteten Bücher sein eigenes hartes DRM übergestülpt (das sich außerdem kaum mehr entfernen lässt). […]

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