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Kindle for iOS 2.5: Öffnung ins Web + Sideloads

500x_kindleappDrei Wochen nachdem Apple ein umfangreiches Update seiner iBooks Lese- und Shopping-App releaste, schlägt Amazon mit einer ebenfalls runderneuerten Version seiner iOS-App (für iPhone, iPad und iPod Touch) zurück. Dabei nimmt das Unternehmen aus Seattle dem Nutzwert zuliebe sogar offensichtliche Umsatzeinbußen in Kauf: Zahlreiche im Kindle Store kommerziell angebotene Texte sind über die Kindle-App nun auch kostenlos zugänglich.

So können eBooks in von der Kindle-Plattform unterstützten Formaten direkt über Safari, Mail oder auch andere Apps in die Kindle-App geladen und hier gelesen werden. Amazon wirbt damit, mehrere Millionen gemeinfreie eBooks von Project Gutenberg, dem Internet Archive und anderen Quellen stünden damit zum Gratis-Schmökern bereit. Der eBook-Zugang erfolgt hier zwar nicht ganz so komfortabel wie mit iBooks (wo die Gutenberg-Titel im ‚offiziellen‘ Katalog sind), dafür ist das Angebot aber auch ungleich breiter; kostenlose kompatible Buchdateien, die mit wenigen Klicks in die Kindle-App kommen, finden sich etwa bei Mobileread und  mobipocket.com (Ergänzungen gerne in die Kommentare).

img_1136Mit der ‚Öffnung‘ ist es zudem endlich auch möglich, prc- und mobi-Dateien über den populären Synchronisationsdienst Dropbox auf iOS-Geräte zu übertragen und wiederzugeben. Ist das Gerät mit PC/Mac verbunden, können eBooks zudem auch via iTunes direkt in die App „gezogen“ (ähnlich zu iBooks) und auf diesem Weg kopiert werden. Dazu ist im App-Tab vom angeschlossenen Gerät zum Fenster „Dateifreigabe“ herunter zu scrollen und die Kindle-App anzuwählen.

Amazon hat mit der Version 2.5 weiterhin die seit iOS 4.0 verfügbare Sideload-Funktion in seine Universalapp implementiert. Somit erfolgt eine Synchronisation zwischen Endgerät und Amazon.com nun auch, wenn die App nur im Hntergrund ausgeführt wird. Ein paar Bugfixes sowie einen verbesserten Image-Zoom rundet das Update ab.

Im Kindle Store – übrigens weiterhin nur via Safari zugänglich und nicht in die App integriert – finden sich zwar ebenfalls etliche Gratis-Titel, viele gemeinfreie eBooks werden aber auch mit minimalen Anpassungen (etwa einem neuen Cover) kommerziell vertrieben; Amazon verdient dabei an jedem Verkauf. In sofern schneidet sich das Unternehmen mit der Verknüpfung von kompatiblen Online-Dateien mit der Kindle-App ein Stück weit ins eigene Fleisch, wählt aber zweifellos den richtigen Weg: Vermutlich überschaubaren Mehrumsätzen stand bislang eine funktionale Abwertung der App durch die Beschränkung auf innerhalb der Kindle-Plattform verfügbare Dateien gegenüber, die sich im wettbewerbsintensiven iOS-Ökosystem selbst ein Amazon nicht erlauben kann.

kindle-front-graphiteEine gute Nachricht ist die Ausweitung auch und gerade für Deutsche: Hierzulande erhebt Amazon immer noch eine Roaming Fee auf die meisten Kindle Store Inhalte, selbst wenn überhaupt kein dediziertes Lesegerät zur Übertragung genutzt wird; dank der Öffnung kann entsprechende Literatur nun auch aus anderen Quellen vergünstigt oder gratis geladen werden. Neben kostenlosen Portalen sind hier auch Online-Shops wie Beam eBooks einen Blick wert – die meisten hiesigen eBook-Händler setzen inzwischen allerdings auf das verbreitetere und von der Kindle-App nicht unterstützte epub-Format, mobi-Dateien finden sich nur noch vereinzelt.

<via Goodreader>

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Kommentare


bitschnau 11. Januar 2011 um 16:38

Kann ich so heruntergeladene Bücher dann auch auf den Kindle 3 synchronisieren?

Antworten

Johannes 11. Januar 2011 um 16:41

@bitschnau Ja (Menu-> Sync + Check for items).[Update] Dachte ich…bei mir werden die Files nicht angezeigt. Andere Erfahrungswerte?

Antworten

Timo 11. Januar 2011 um 20:24

Ich verstehe nur nicht wie sich das Amazon vorstellt: wenn man mehr als eine Handvoll Bücher in der Kindle App hat wird das momentan völlig unübersichtlich mangels Möglichkeit Ordner und Unterordner anzulegen. Ich würde ja liebend gerne meine Dateien alle in der Kindle App lesen, aber praxistauglich ist das momentan so nicht. Oder bin ich nur zu doof das mit den Ordnern/Collections auf dem iPad hinzubekommen?

Antworten

Rob 11. Januar 2011 um 21:57

Also so einfach ist das dann mit der Umgehung der Roaming Gebühr dann auch nicht. Gerade „Bestseller“ sind im mobipocket Format nur von Amazon verfügbar. Möchte man ein Buch von Dan Brown, Stephen King, etc lesen, so muss man notgedrungen in den Kindle Store reinschauen und da auch kaufen. Die meisten Online Bookstores wie BooksOnBoard setzen inzwischen auf ePub und auch beim verlinken Beam sind mobipocket Bücher nicht so oft vorzufinden.

Antworten

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