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Kindle Valentinsaktion: 11 E-Books für je 99 Cent

Zum Valentinstag hat Amazon.de nicht nur vergünstigte Kindle angeboten (leider schon vorbei), auch für Inhalte wurde eine Sonderaktion aufgelegt. Der Preisvorteil ist hier allerdings höchst überschaubar.

Noch bis zum 17.02. verkauft Amazon 11 Romane zum vergünstigten Preis von jeweils 0,99 Euro. Streng genommen ist der Rabatt aber die Aktion nicht wert: Der Streichpreis beträgt bei allen 11 Titeln 1,02 Euro, die Ersparnis innerhalb der Aktion liegt demnach bei gerade einmal 3 Cent. Das schmälert die Attraktivität des Preis-Leistungs-Verhältnisses nicht, den von Amazon implizierten Schnäppchen-Charakter gibt es aber nicht.

Amazon variiert Verkaufspreise nach Belieben

Die Bücher – anlassgerecht vorwiegend romantische Stücke – kommen allesamt aus dem hauseigenen Verlag AmazonCrossing, dessen Sortiment Amazon mit der Aktion offenkundig promoten will. AmazonCrossing hat sich auf die Lizensierung und Übersetzung attraktiver Texte spezialisiert, handelt in jeder Beziehung verlagstypisch – und ist damit der Prototyp eines Marktteilnehmers, dessen E-Books preisgebunden sind (anders als eigenständig auftretende Indie-Autoren, die aktuell noch nicht der Preisbindung unterliegen).

Nichts desto trotz variiert Amazon munter die Verkaufspreise. Das im Rahmen der Aktion für 99 Cent abgegebene E-Book „Eine unerwartete Erbschaft” etwa kostete noch im November 2,99 Euro Amazon kann das machen, weil AmazonCrossing-Titel derzeit exklusiv bei Amazon verkauft werden und somit auch nach Reduktion noch dem Preisbindungs-Kriterium genügen, überall gleich viel zu kosten. Sobald Amazon den Vertrieb auf weitere Plattformen oder in den stationären Buchhandel ausdehnt, müssten die Rabattaktionen – eigentlich – ein Ende haben.

In einer älteren Fassung des Artikels stand, Amazon verstoße mit der Valentinsaktion gegen die Buchpreisbindung. Danke Stefan für die Korrektur.

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Kommentare


Stefan Holzhauer 12. Februar 2013 um 15:31

Dass das Buch ausschließlich bei Amazon angeboten wird, spielt für die Buchpreisbindung sehr wohl eine Rolle. Die besagt nämlich, dass ein Buch überall gleich viel kosten muss, nicht aber, dass man den Preis nicht ändern darf. Wenn es das Buch ausschließlich bei Amazon zu kaufen gibt, dann kostet es auch nach einer Preisänderung noch “überall gleich viel”. :)

Ich denke, dass der Börsenverein und seine Treuhänder Amazon hier nicht beikommen können.


Johannes 12. Februar 2013 um 15:44

Du hast Recht Stefan, den Exklusiv-Aspekt hatte ich nicht bedacht. Ist korrigiert, vielen Dank.

Ciao
Johannes


eBook-News der KW7/2013: Amazon, eBook-Charts, Umsätze und mehr | eBooks-lesen.net 15. Februar 2013 um 15:44

[…] Schaut man sich den normalen Preis aber an, wird deutlich, dass man lediglich 3 Cent spart. Wie Johannes von lesen.net vermutet, will Amazon mit der Aktion seinen eigenen Verlag Amazon Crossing fördern, unter dem die […]


Juergen 22. Februar 2013 um 19:43

Sollte es ENDLICH mal zu einer Grundsatzentscheidung kommen, wird festgestellt werden, dass E-Books KEINE Bücher im Sinne des Gesetzes sind:

– Sie sind nicht physisch
– Sie können nicht ohne Hardware gelesen werden
– Sie haben ein technisch/lizenzrechtlich bedingtes Verfallsdatum
– Sie gehen durch Erwerb nicht in das Eigentum des Besitzers über

Allerdings gilt dann auch die volle Mehrwertsteuer.


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