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Kobo testet Lesezeit-Anzeige auf Artikelseiten

Der Umfang eines Buches bemisst sich traditionell an der Anzahl seiner Seiten – in Buchhandlungen schon optisch ersichtlich, im Netz als Anzeige an prominenter Stelle. Doch bei Büchern mit ähnlicher Seitenzahl variiert die durchschnittliche Lesezeit erheblich. Kobo testet derzeit die Anzeige der geschätzten Lesezeit im eigenen Online Store – und erntet dafür viel Kritik.

Kindle-Leser kennen das: Klein auf jeder Seite lässt sich einblenden, wie viel Lesezeit noch im derzeitigen Kapitel respektive im ganzen Buch verbleibt. Das hilft bei der Einschätzung, ob noch genug Zeit für die restliche Lektüre bis etwa zur nächsten Haltestelle oder zur geplanten Schlafenszeit verbleibt. Gewissermaßen ist die Anzeige ein Ersatz für das bei Print-Büchern viel besser mögliche Abschätzen der verbleibenden Lesezeit durch die physische Form sowie einfacheres schnelles Vorblättern.

Durchschnittliche Lesezeit als Infografik

Angaben zur geschätzten Lesezeit gibt es bislang allerdings nur innerhalb von eBooks. Kobo will das augenscheinlich ändern und testet die Anzeige der ungefähren Lesezeit als Infografik auf den Artikelseiten. Das entdeckte ein Nutzer von Mobileread, der die neue visuelle Anzeige bereits ausgespielt bekam. Neben der ungefähren Lesezeit sind auch die Anzahl der Seiten und der Wörter visualisiert, was eine schnellere kognitive Erfassung als nackte Zahlen ermöglichen soll.

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Die durchschnittliche Lesezeit eines Buches ist für viele Interessierte sicherlich eine spannende Information, mit ihrer Anzeige bewegt sich Kobo allerdings auf gefährlichem Terrain. Denn zur Ermittlung der durchschnittlichen Lesezeit eines eBooks dürfte Kobo die bisherigen Werte der eigenen Kundschaft heranziehen.

Kritik an Auswetung eigener Lesedaten

Dass Kobo, aber auch Amazon und Tolino zumindest bei in den Clouds gespeicherten eBooks genau weiß, wer wie viel Zeit in was für Büchern verbringt, ist kein Geheimnis und sogar notwendig, um beliebte Funktionen wie die plattformübergreifende Synchronisation von eBooks und Lesepositionen zu realisieren. Kobo zeigt seinen Nutzern außerdem immer umfangreichere eigene Lesestatistiken an. Wenn diese Daten – wie etwa auch bei den Popular Highlights von Amazon – öffentlich gemacht werden, und sei es auch anonymisiert, scheint allerdings für viele Leser eine rote Linie überschritten.

Kobo-Mail mit Lesestatistiken

Kobo-Mail mit Lesestatistiken

In der Kommentarspalte zur Meldung bei The Digital Reader etwa häufen sich die kritischen Stimmen. Ein Leser schreibt, “was ich lese und wie viel ich lese, ist eine Sache zwischen mir und meinen Lesegerät. Ich hoffe doch, es gibt eine Möglichkeit, das auszuschalten.” Ein anderer kommentiert gar: “Das bedeutet, ich kaufe mir kein Kobo-Lesegerät”. Kobo wird solche Rückmeldungen sicherlich sehr genau verfolgen verfolgen und sich infolge dessen möglicherweise gegen eine Implementierung der Anzeige auf die Plattform entscheiden.

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