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Kobo: “Über die Hälfte unserer Kunden ist älter als 55”

Typische “Early Adopter”, die neue Technologien zuerst nutzen und ihnen damit den Weg in die Mitte der Gesellschaft ebnen, sind typischerweise jung. Bei eBooks ist das seit jeher anders. Sorgen über ein Aussterben der Kundschaft seien aber unbegründet, betont Kobo.

Schon immer waren Käufer von eBook Readern deutlich älter als Käufer von Tablets und Smartphones (wobei letztere inzwischen in die Hände aller Bevölkerungsschichten gelangten), was auch schon einmal in der Analysten-These gipfelte, die Käuferschaft dedizierter Lesegeräte sterbe aus. Nur die Baby-Boomer-Generation habe überhaupt das Bedürfnis, das Leseerlebnis gedruckter Bücher mit elektronischer Tinte imitieren zu wollen.

Die Soziodemographie der Kundschaft von E-Reading-Plattformen und Online-Shops zählt in der Regel zu den Firmengeheimissen. Umso bemerkenswerter sind die Zahlen, die Kobo-Chef Michael Tamblyn jetzt bei einer Fachkonferenz vorlegte. Demnach seien mehr als die Hälfte der Kobo-Nutzer über 55 Jahre alt, 30 Prozent seien sogar bereits im Ruhestand. Das eigene Geburtsdatum ist eine Pflichtangabe in Kobo-Profilen.

Über 55-jährige als digitale Avantgarde

Junge Menschen lesen vor allem shirtlos.

Junge Menschen lesen vornehmlich oberkörperfrei.

“Es ist das erste Mal, dass über 55-Jährige einen digitalen Wandel anführen”, betonte Tamblyn. Das Verständnis darüber, wer der tatsächliche Kunde sei, habe für Kobo alles verändert.

Sorgen um ein Aussterben der Nutzerschaft hat der Kobo-Chef nicht. Es gebe in späteren Phasen des Lebens nun einmal mehr Zeit zum Lesen, daran werde sich auch nichts ändern. Tamblyn sprach von einem “Förderband, das ständig neue Rekruiten bringt”.

Die Leserschaft von digitalen Print-Derivaten unterscheidet sich soziodemographisch also tatsächlich wenig von der “klassischer” Bücher – so weit, so nachvollziehbar. Längst stellen eBook Reader auch für technisch weniger affine Menschen keine große Herausforderung dar (Kindle seit jeher, deutsche Lesegeräte seit Tolino), mit Funktionen wie der veränderlichen Schriftgröße haben sie sogar spezifische Vorzüge für Senioren.

Viel Konkurrenz auf Smartphone-Displays

Für Verlage bleibt es damit eine Herausforderung, junge Menschen abseits der klassischen “Bücherwürmer” zu erreichen, die übrigens bemerkenswert häufig sehr bewusst zum Print-Buch greifen. In diese Kategorie fällt etwas das Lübbe-Startup Oolipo mit seinen originären multimedialen Texten, die auf dem Smartphone-Display dann allerdings eine riesige und zu einem Großteil kostenlose Konkurrenz haben.

<Bildnachweise: Senioren, E-Reading-Model von Shutterstock>

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Kommentare


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