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Lesetipp: "Was macht eigentlich ein Verlag?"

Was für eine Daseinsberechtigung haben Verlage in der digitalen Welt – und wie ist es zu rechtfertigen, das ihre Erzeugnisse deutlich teurer sind als Self-Publishing-Titel? Eine interessante Artikelserie im Blog eines Indie-Verlages klärt auf.

Als Leser begegnen einem gedruckte und digitale Bücher zumeist nur als fertige Produkte in physischen beziehungsweise virtuellen Auslagen. Der Prozess, bei dem aus einem eingereichten Manuskript ein Buch wird, geschieht im Verborgenen. Wer sich für die Hintergründe interessiert, dem sei eine inzwischen siebenteilige Artikelserie mit der Überschrift "Was macht eigentlich ein Verlag?" ans Herz gelegt. Der Hamburger Indie-Verlag mairisch gewährt darin ausgiebige Einblicke hinter die Kulissen eines kleinen Publikumsverlags.

Insgesamt sieben Teile sind bislang erschienen:

  1. Manuskripte und Lektorat
  2. Grafikdesign und Buchgestaltung
  3. Herstellung
  4. Korrektorat
  5. Pressearbeit
  6. Lesungen
  7. Finanzen

Mairisch verdient sein Geld vor allem mit gedruckten Büchern, der eBook-Umsatzanteil liegt eigenen Angaben zufolge bei 4-10 Prozent. Neun eBooks hatte der Verlag in seinem Frühlingsprogramm aufgenommen, alle frei von DRM und über Download-Codes kostenlos beim Kauf der Hardcover-Ausgabe dabei.

korrektorat

Die Abläufe von Covergestaltung über Lektorat bis hin zur Auslieferung sind digital wie gedruckt aber im Wesentlichen dieselben, in sofern lohnt sich die Lektüre auch für eBook-Leser. Bei der finanziellen Kalkulation gibt es aber einige Unterschiede zwischen Print und digital, worauf auch im vor zwei Wochen erschienenen neuesten Teil der Serie ausführlich eingegangen wird. Gerade die Aufschlüsselung des eBook-Preises ist eine starke Erwiderung auf die allseits bekannten Klagen, eBooks seien viel zu teuer: Herstellung und physischer Vertrieb machen eben nur einen kleinen Teil des Preises aus, viele Kostenblöcke bleiben gleich und werden durch die höhere Mehrwertsteuer (19 statt 7 Prozent) sogar noch einmal potenziert. Das wissen darum ändert nichts am subjektiv zu hoch empfundenen Preis (gerade angesichts fehlender Verleih- und Weiterverkaufbarkeit), macht das Handeln der Verlage aber verständlicher. Letztlich sind Aufklärung und Transparenz ein starkes Mittel gegen Piraterie, die viele Nutzer vor sich selbst ja damit rechtfertigen, die Produzenten hätten es aufgrund ihrer Raffgierigkeit nicht besser verdient.

Die Artikelserie wird gegenwärtig auch in unserem Forum diskutiert (siehe auch Kommentare unter diesem Artikel). Hier scheiden sich die Geister daran, in wieweit eine eigenständige eBook-Kalkulation valide ist – viele Aufwände, die für das Print-Buch anfielen, müssten für das eBook nicht noch einmal extra angestellt werden.

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